Archiv für Sinnfrage

Traum von Hass und Gier

Es sind die letzten Tage
    eines Seins, das sinnlos war.
        Stand’s auch niemals je zur Frage,
            stellt es sich jetzt deutlich dar.

            Eine Spezies die vergeht
                und die ganze Welt mit ihr.
                    Weil im Kriege nur besteht,
                        was so sehr voll Hass und Gier.

    Ein Planet verbrennt im Feuer.
        In Blut und Tränen alles stirbt.
            Der Mensch, ein Ungeheuer,
                alle Schönheit stets verdirbt.

                Es bleibt nur kalter Stein
                    in auf ewig leerem Raum.
                        Vorbei ist unser Sein,
                            wie ein grauenhafter Traum.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 02.03.2012,
als mp3 downloaden: mit Geigerzähler (2014)_als_ich_mir_nicht_anders_zu_helfen_wusste_-_cd_cover_front)

Die Uhr und der Sinn

Die Uhr sie rennt:
tick tock, tick, tock,
kennt keine Ruh‘.
Die Zeit vergeht
und nichts, was bleibt.
Hat nie geseh’n
einen Anfang
und ein Ende.

Nur ein Loch ist,
statt der Liebe,
die in mir war.
Ein Loch, das fragt
nach Sinn und Zweck
an meinem Sein,
und findet nichts,
was von Belang.

Die Uhr sie rennt:
tick tock, tick, tock,
kennt keine Ruh‘.
Die Zeit vergeht
und ich mit ihr.
Keinen Sinn gibt’s,
doch ’nen  Anfang
und ein Ende.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 10.01.2012,
als mp3 downloaden: mit Anderersaits (2014)_als_ich_mir_nicht_anders_zu_helfen_wusste_-_cd_cover_front)

Freudenflug

Die wilde Mähne weht im Wind
und Luft bricht wie ein Donnersturm
in mein Gesicht und tief ins Herz.
War’s in der Enge fast erstickt,
jetzt ist es frei, in wildem Ritt.
Springt’s freudig wie ein junges Kind.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 19.09.2011)

Trotz

Diesmal kommt ein Gedicht, welches ich erst gar nicht veröffentlichen wollte. Aber da mir kürzlich ein paar mal gesagt wurde, dass es nicht nur ganz gut sondern eigentlich eines meiner Besten ist, will ich es euch auch nicht weiter vorenthalten:

Es war Sonntagmorgen
in aller Früh, die Sonne schien
und verspiegelt waren meine Augen.
Ich fuhr schnell, viel zu schnell
und Musik bedröhnte meine Seele.

In Gedanken so fern,
in der Trauer um bessere Zeiten
träumte ich von unendlicher Ferne.
Das Leben kaum noch im Blut,
so müde vom Sein.

Wollte nichts mehr spüren,
nur noch ein Ende des Leids.
Aber unterliegen wollt ich nicht,
nicht in einer Niederlage gehen:
Niemals, das ist Trotz.

Es ist der Kampf, der mich leitet,
um ein Leben an ihrer Seit‘.
Lächel ich in den Tag und träume von ihr.
Eines Tages bin ich der Phönix,
der aus der Asche ersteht.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 10.04.2011)

The Way

I walk along an empty road,
searching for a place to go,
but there are borders all around
and at the end of our ways there is just the death.

I walk along an empty way,
don’t wanna find a place to stay.
There is no destination in my mind,
will be free and stay alive.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 29.07.2011)

Lelia

Nacht erstickt die Welt
    in tiefster Dunkelheit.
        Schöner Traum erstirbt
            an brutaler Wirklichkeit.

    Da zerbricht ein Schrei
        das bitterkalte Eis.
            Die Lilie erstrahlt,
                ist dem Leben uns verheiß.

        Auf das sie bringe
            Hoffnung, Glück und Friede,
                und warm erleuchte,
                    was sonst voll Hass, mit Liebe.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 12.07.2011
,
als mp3 downloaden: mit Franzi Graube (2014)_als_ich_mir_nicht_anders_zu_helfen_wusste_-_cd_cover_front)

Gedanken

Diesmal ist es weniger ein Gedicht als mehr ein Gedanken, der mir so durch den Kopf ging:

Nicht jeder Tag bringt, was mensch sich von ihm verspricht
und doch sollte mensch einen jeden Tag leben.

Das meiste, was andere aus ihrem Leben machen, kann mensch nicht verstehen
und doch sollte mensch ein jedes Leben achten.

Selten wird eine Liebe, die in einem brennt, erwidert
und doch sollte mensch eine jede Liebe fest in seinem Herzen tragen.

Kaum ein Traum überlebt den Kontakt mit der Wirklichkeit
und doch sollte mensch einen jeden Traum leben.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 28.06.2011)

Zwischen Schatten und Licht

Einsam steht sie da in weiter Öd‘
nichts als Staub und Trockenheit,
die Sonne strahlt von ganzer Kraft,
das Licht ist unerbittlich heiß.

Was sie erstrahlen lassen könnte,
voll Pracht und Schönheit sich entfalten,
zerschmettert sie mit Wucht,
lässt dorren sie, bald scheiden.

Doch als die Hoffnung schon fast tot,
sich vom Glanze zu erlösen,
da naht ihr eine dunkle Wolk,
gefüllt mit kaltem Regen.

Und als es hernieder geht,
was der Trauer sonst Verkündung,
befreit sie von der Sonne Pracht
und bringt ihr die Erlösung.

Es spannt sich weit ein Regenbogen
zwischen kühlem Schatten und heißem Licht
und unter ihm erblüht die Blume,
sieht in dem Leben ihre Pflicht.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 07.06.2011,
ein Gedicht der Regenbogentinte-Reihe,
ist auch Teil des Satjira-Projects (siehe »Zwischen Schatten und Licht«),
als mp3 downloaden: mit Franzi Graube (2014)_als_ich_mir_nicht_anders_zu_helfen_wusste_-_cd_cover_front)

Ich stehe am Fenster

Ich stehe am Fenster,
    blicke in die Nacht,
        fühle mein Herz mir,
            das zerspringt mir aus Schmerz.

    Was einst gut und schön war,
        das kommt nicht zurück.
            Was gut sein‘ könnte,
                das entsteht nimmermehr.

        Es wachsen mir Flügel
            und ich fliege fort,
                weit zum Horizont.
                    Endlich frei – dann der Fall.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben in der Nacht vom 22. zum 23. Januar 2011,
als mp3 downloaden: mit Grog (2014)_als_ich_mir_nicht_anders_zu_helfen_wusste_-_cd_cover_front)