Tag Archiv für satjira-project

ödland

es zerbrach einst ein feuer
den strahlendblauen himmel,
fiel dann in flammen hinab,
brachte elend und leid.

die luft ward zu asche,
welche tödlich erstrahlte,
die welt verbrannte,
nur tod liesz, wo leben einst war.

in ruinen stand alles
als abglanz der grösze,
die hybris nur brachte,
hass schuf und krieg.

ein krieg voll von wahnsinn,
wo krieg immer gleich bleibt,
zermalmte das sein,
verschlang jeden sinn.

aus blutiger erde
ward nichts mehr geboren,
das wasser voll gift nur,
welches stillt keinen durst.

es zerbrach einst ein feuer
einer mächtigen waffe.
der himmel ward stahlgrau
und öd' alles land.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 27.03.2018,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Ödland«))

una media luz

es una media luz,
cuál circunda al mundo
como un espejo
entremedio del sueño
y la realidad.

en las sombras de la luz
existen las fantasías
sobre magia y fuego,
existe la esperanza
sobre libertad y amor.

en los puntos de la luz
existe claridad aguda,
esa es la muerte
para todos los cuentos
de la infancia.

es una media luz,
cuál circunda mi vida,
permite vivir a mi
en la frontera del sueño
y la realidad.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 10.08.2018)

ein feld von blumen

ein feld von blumen vor mir liegt,
'nen wilder vogel drüber fliegt,
ins gras sich eine katze schmiegt,
türkis im pelz ihr überwiegt.

der himmel, der ist blau und klar.
nur dies' moment ist grade wahr,
nicht's was noch kommt und nicht's was war.
doch solches glück ist mir nicht rar:

im herzen trag ich immerzu
dies bild von dir, es gibt mir ruh'.
türkise katz', mein herz bist du,
mit dir geh' ich der zukunft zu.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 27.06.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Ein Feld von Blumen«))

cabo de são vicente

das land endet hier
und der tag nun auch.
das abendrot blüht,
gewissheit weicht rauch,

der ins sein hinein
in strömen nun dringt,
und die brandung rauscht,
mit dem winde sie singt.

stahlgrau wird das meer,
azurblau zu schwarz,
die zeit langsam fließt,
wie klebriges harz.

mit dir blick' ich hier
ins antlitz der nacht.
im zwielicht sie wächst,
im schatten erwacht.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 29.05.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Am Kap«))

morgendliche dämmerung am malecón

das meer liegt still und schwarz.
nur hier und dort ein stern
am himmel über mir
leuchtet aus weiter fern.

es dreht im kreise sich
auf dem turm das feuer,
weist durch die nacht den weg
für der schiffe steuer.

im schlaf noch liegt die stadt;
wird alsbald schon munter.
das zwielicht weicht dem licht;
leben färbt sich bunter.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 31.03.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Morgendliche Dämmerung«))

freiheitsstern

syrinea's silbermond
steht hoch über der welt,
wie ein funkelnd' kleid trägt er
satjira's sternenzelt.

und ein wilder vogel fliegt
durch's blasse licht der nacht,
singt voll freud' der freiheit lied,
spürt seiner schwingen macht.

sein gesang dringt in mein ohr,
trägt freud' ins leben mir.
mit deinem bilde er verschmilzt,
mein türkises katzentier.

wie zum horizont er strebt,
der vogel in die fern',
so streb' von herzen ich zu dir
und mit dir zum freiheitsstern.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 02.07.2016,
ein Gedicht der Wildvogel-Reihe,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Freiheitsstern«))

angewandte dämlichkeitskritik

tom der elch zieht durch die stadt.
er hat die ganze scheisze satt,
hat der menschen ignoranz im blick,
betreibt dämlichkeitskritik;
mal kopfschüttelnd und mal angewandt,
zersetzt mit spott er dieses land,
wo alle shoppen, konsumieren,
sich in lethargie verlieren
und wahn schafft ein gefahr'ngebiet,
in das es die gefahren zieht.
brutal sind sie, uniformiert,
anders als tom... uninformiert.
er schüttelt kopf und auch geweih,
macht sich von den fesseln frei;
dämlichkeitskritik wird angewandt
und eine wanne steht in brand.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 01.03.2016)

wilder vogel

es fliegt der wilde vogel über's meer,
ein katamaran aus port rhiannon.
auf ihm kommen des wildvogel-clans pirat*innen daher,
unter hellblauem himmel und strahlender sonn'.

gegen sklaverei und kolonialgehabe
zieh'n sie voll wildheit in die schlacht.
mit schwertern, mit feuer und magischer gabe
stellen sie sich gegen finsterste macht.

Refrain:
der wind bläst, lässt die segel blähen,
trägt in die fern' der freiheit lieder.
schlieszt du die augen, kannst du sie sehen,
ihre geschichten hall'n in dir wieder.

in hafenschenken, in dunklen gassen,
als spielleut' und beim würfeln mit list,
der geldbeutel besitzer*innen sich wechseln lassen.
mit schönen worten entgeh'n sie dem zwist.

haben recht und gesetz als unrecht erkannt.
der welten reichtum gehört allen.
vor der herrschenden knechte entflieh'n sie dem land,
um ihre schiffe auf see zu überfallen.

Ref.

auf einsamen inseln finden sie dann
mythische rätsel oder gar eine kiste voll gold,
die an all' die bedürftigen verteilt werden kann
und die götter sind ihnen hold.

so nehmen sie hier und geben sie dort,
genieszen in freude das leben.
bevor sie gefangen, sind sie schon fort.
das seien ist allen gegeben.

Ref.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 25.12.2015,
ein Gedicht der Wildvogel-Reihe,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Wilder Vogel«))

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ / die welt weint

Das folgende Gedicht ist in der Fantasy-Sprache Pretanisch (aus dem Satjira-Project) verfasst:

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ•
ᛖᛜᚨ ᚦᚨᚱᚾᚨ ᚱᚨᚾᛞᛃᚨᛊ ᛞᚱᛟ
ᚨᛒᛟᚹ ᛞᛁᛚ ᛊᚢᚲᛉᚨ-ᛈᛚᛃᚨᚾᚨᛁᛗ•

ᚹᚢᚾᛏᚨᛚ ᚹᛟᚱᛞ ᛞᚨᚷᛟ-
ᛊᛟᛚᛃ ᚦᛟᛟᛚ ᛞᚢᚾᚲ ᚲᚨᚨᛚ
ᛞᚢᚾᚲ ᛏᚨᚱᛟ ᚷᚱᚨᚾᛖᛗᛟ•

ᛞᚨᛚ ᚹᚢᚾᛏᛟᚱ ᚹᚨᚱᛁᚾᚨ-
ᚾᚨᚱ-ᚹᚢᚾᛃᚨ ᛊᚢᛖ ᛞᚢᚾᚲ ᚷᛟᚱᛊᚨᛗᛞᛖ-
ᛊᛟᛚᛃ ᚷᚱᚨᚾᛊᚨ ᛞᚢᚾᚲ ᛚᛁᚨᚱ•

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ•
ᛞᚢᚾᚲ ᚨᚱᚨᚷ ᛗᚢᚱᛏ ᛞᚨᛚᛟᛗ•

 

auf deutsch:
die welt weint.
eine rote sonne steht
über den schlachtfeldern.

leben verschwendet,
nur tot und hass
und gier regier'n.

der verstand schwindet,
kennt statt freiheit und liebe
nur noch herrschaft und mord.

die welt weint.
und ich wein' mit ihr.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 19.07.2015,
ist auch Teil des Satjira-Projects (siehe »ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ«))

inspiration

noch immer hör' ich schreie,
hall'n aus finsterer vision
von leiden und pein.
sind niemals verklungen,
erfüll'n mein ganzes wesen
und werden immer sein.

manchmal sind's die meinen,
dringen aus meiner kehl',
ein and'res mal auch nicht.
bin peiniger und opfer
in fantasie und rausch,
wenn die wirklichkeit zerbricht.

gehör'n zu meinem leben;
fließen aus meiner feder,
treiben meine lust im spiel.
solang in achtung ich doch bleibe
für die wesen all der welten,
bringen der inspiration sie viel.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 15.05.2015)