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Ben der Zwerg

Das folgende Gedicht entstand beim LARP als Auftragsgedicht für Ben den Zwerg, der handwerklich tatsächlich wunderbar begabt ist und dem auch ich eine tolle Truhe für Bücher & weitere Schriften verdanke.

Büchertruhe der Reise-Bibliothek des Wildvogel-Clans

Wo der Hammer auf den Amboss kracht,
weil in Flammen nützlich Ding entsteht,
und der Hobel seine Bahnen macht,
ihr voll Fleiß ihn häufig stehen seht.
Er liebt das Schnitz- und Schmiedewerk…

Willst du schlafen in feinem Bette?
In seinem Hotel wird dies gescheh’n.
In seiner Werft kannst Schiffe fette
vielfach du vom Stapel laufen seh’n.
Er ist meisterlich im Handelswerk…

Für die Poesie, Schalmayenton
als auch Gemälde gibt er gerne Gold.
Beim Sackpfeifenspiel, da merkst du schon,
ist der Künste Göttin ihm dann hold.
Er fördert nobel kunstvoll Werk…

Frei ist nur er selbst sein eig’ner Herr,
doch der Familie treu verbunden,
ist allzeit bereit zur Monsterwehr,
als auch um Welten zu erkunden.
Er schreitet grimm zum Heldenwerk…

… Ben der Zwerg.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 10.12.2021,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Ben der Zwerg«))

Die Luna-Brandadottir-Saga (Teil 1)

Das folgende Gedicht entstand im Rahmen meiner DSA-Pen&Paper-Runde:

Aus Prem, wo, so weiß es jedes Kind,
das Feuer in die Kehlen rinnt,
wo ist daheim der Heldenmut,
fließt heiß durch Thorwal’s Reckenblut,
entstammt Branda’s Dottir Luna,
zog aus und fand gar große Runa.

Mit der Otta in die Ferne,
geleitet von dem Licht der Sterne,
gen Süden, Osten und dann Norden.
Die Neugier war am überborden,
bevor es folgte ein Bedauern:
der Drache sank vor Festum’s Mauern.

Sodass sie ins Landesinn’re zog,
mit Nuyarin zum Kvill abbog,
‘ne neue Ottajasko fand,
die so manche Quest bestand
bei der Reise in den Elfenwald,
um zu finden Wunder alt.

Zog mit Anastasius, Jörg und Meas Drachenherz,
Tharsian, dessen Zauber brachten Gegnern Schmerz,
Degordarak, Tasja, Tamara,
Seri, Schap und Carah
durch mythische Region,
folgend des Windes Harfe Ton.

Schlug Vampir und Schatten tot,
färbte mit Goblinblut die Erde rot,
verhandelte mit Elfensippen,
hörte weises Wort von Magierlippen,
konnte im Traume fertig bau’n
und auch mit wachem Auge schau’n,

Die Bahalyr – ein Elfenschiff,
das fliegend gleitet über jedes Riff
im Himmel hoch, wo Wolken steh’n,
voll Pracht und Schönheit anzuseh’n,
und folgte einem alten Ruf
aus Träumen jener, die es schuf.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 05.10.2021,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Die Luna-Brandadottir-Saga«),
Das Recht an den Begriffen & Namen Prem, Thorwal, Runa, Otta, Festum, Kvill, Ottajasko & Bahalyr liegt bei der Ulisses Medien & Spiel Distribution GmbH. DAS SCHWARZE AUGE ist eine eingetragene Marke der Ulisses Spiele GmbH.)

Die Zeit der Träume ist vorbei

Die Zeit der Träume ist vorbei.
Im Wahn die Welt des Scheins zerreißt,
mit sich den blauen Samt entzwei.
Der Hoffnung Quellen sind verwaist.

Gewalt und Dummheit siegen schon,
wenn rechte Hetze Einzug hält.
Das Wort Freiheit verkommt zu Hohn,
wo Kapital regiert die Welt.

Ich frag mich: Was soll uns noch retten?
Denn machtlos sind wir allemal.
Kann nicht auf die Zukunft wetten.
Doch zweifeln müssen alle mal.

So mag’s sein, dass wir verlieren,
die Welt in heißer Luft verbrennt.
So kann erwacht uns Sieg auch zieren,
wenn Angst von Hoffnung uns nicht trennt.

Lasst uns kämpfen und gedenken,
nicht nur in bloße Träume flieh’n,
keine hohlen Fähnchen schwenken,
sondern gemeinsam vorwärts zieh’n.

Den Wunsch vom Schutzraum muss ich dämpfen,
denn Knüppeln ist er einerlei.
Wacht endlich auf, beginnt zu kämpfen.
Die Zeit der Träume ist vorbei.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 13.06.2021)

Nischenkultur

Die Nischenkultur war wohl
noch niemals populär.
Für schön verwöhnten Ohren
taugt sie darum nicht sehr.

Sie fließt aus meiner Feder
voll Ehrlichkeit und Herz,
mit Fantasie und Tinte,
spricht auch von all dem Schmerz.

Muss deshalb nicht gefallen,
ist doch ein Teil von mir
und auch wenn mensch sie ablehnt,
bleibt sie noch länger hier.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 20.12.2020)

Blauer Samt

Blauer Samt legt sich
wie Schein über die Welt,
eine Welt des Scheins,
die den Freiheitsstern erstrebt,
die mich schreiben läßt,
da sonst nichts mir helfen kann,
in der Nische zwischen Kunst
und wildem Rausch.

So erklingt die Poesie
als Klang der mir gefällt,
als Herzschlag meines Seins,
solang’ die Hoffnung lebt,
während blut’ge Tränen fließen,
auf Revolte irgendwann,
weil ein wilder Vogel fliegt,
dessen Schrei ich süchtig lausch’.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 15.02.2021,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Blauer Samt«))

Finst’re Nacht

Erinnerst du dich noch?
Es ist schon viel zu lange her.
Blockierte Nazidemos
gibt es heut’ nicht mehr.

»Querdenken« & AfD
marschier’n geschützt von Polizei,
lamentier’n von »der Verschwörung«.
Nur ihr Wahn ist heut’ noch frei.

Sind der Freiheit Untergang,
waren niemals Widerstand,
mit dem Tiefen Staat vereint.
‘Ne finst’re Nacht bricht über’s Land.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 14.05.2021)

Rosenhautbild

Es trägt die Rose eure Namen
tief in jedem Blütenblatt,
wie einst sie in den Sinn mir kamen.
Voll Farbe steh’n sie gegen blasses Matt.

Zeichnen in mich eure Schönheit,
schützen mich vor jenem kalten Schmerz,
den die Welt trägt in das Sein weit,
ummanteln freudig mir mein Herz.

Aus Blut und Leidenschaft gewachsen,
geprägt von eurer Liebe wild,
dreht meine Seel’ um eure Achsen.
So strahlt blühend rot auf Haut das Bild.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 29.08.2020,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Rosenhautbild«))

Winde des Winters

Wo des Winters frost’ge Winde uns nahen,
weil der Wahn bricht wieder herein,
was die Weisen, die wussten, einst sahen,
wir müssen weichen und werden schrei’n.

Worte, die wider dem Wissen sind gesagt,
werden so wahr entgegen wirklichem Sein.
Weshalb sie Wunder erwarten, wirst du gefragt,
wenn die Welten vergehen wie Schein.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 19.01.2021,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Winde des Winters«))

Der Querulant

Krieg herrscht hier und Krieg herrscht dort.
Ein Schlachten ist es immerfort.
Kleine Herrscher, große Herrscher wollen ihr Besitztum halten,
ein jeder nur von kleinem Geiste walten.

Sie rufen nach der Freiheit gern’,
meinen nicht den Freiheitsstern,
meinen nur die eig’ne Macht.
Der finst’re Tod – er lacht.

Jedes Übel treibt ein and’res vor sich her.
Die Menschen wollen immer mehr
und wer fremd wirkt, wird gejagt als Tier,
sollt’ stets sich hüten vor der Gier.

Doch wo sie glauben alten Mären,
woll’n sie sich gegen Zweifel wehren.
So ziehe ich von Land zu Land.
Als Querulant bin ich bekannt.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 27.01.2020,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Der Querulant«))

Ein frühes Grab

Bis in das tiefe Erdenreich
geh’n meine Wurzeln nieder.
Wo harter Stein und Sand ganz weich,
füllt Lebenskraft mich wieder.

Die Kron’ reck’ ich zum Himmel auf,
dem weiten Blau entgegen.
Verfolge stumm der Jahre Lauf.
Ihr achtet nicht mein Regen.

Ich kann nicht weichen all’ dem Gift,
mit dem ihr die Welt verseucht.
Wenn saurer Regen Blattwerk trifft,
zerfrisst langsam mich das Feucht.

Doch wenn mich dies dann töten tut,
wird auch euch die Luft schnell knapp.
So schaffet die Verwertungswut
nicht nur mir ein frühes Grab.

Creative Commons CC BY-NC-ND by Tintenwolf
(geschrieben am 12.07.2020)