Tag Archive for larp

der hoffnung keim

im traum sah ich ein ödes land,
das ganz vom feuer ward verbrannt,
entsprungen einem groszen krieg,
der nur dem tode brachte sieg
liesz die welt in finst'rer plage,
die da währte viele jahre.

bis aus »vault« genannten kaers die menschen krochen,
die verbrannte erde rochen,
nach guter alter zeit sich sehnten,
wenn an der zwischenkieferwand sie lehnten,
voll staunen die geschichten hörten,
sich an ihrer ohnmacht störten.

so schlossen sie sich bald zusammen,
um zu trotzen allen flammen,
welche sie in ihrem sein bedrohten.
die minutemen, sie wurden boten,
dass es auferstehen kann,
wenn die menschen glauben dran.

und wenn das land auch öd' noch ist,
der dämon noch die seelen frisst,
der den krieg einst hat geschürt,
jenen hass herbeigeführt,
so wächst er auch, der hoffnung keim,
weil anajia baut dem mensch ein heim.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 25.04.2018,
als mp3 downloaden: mit Disaster, Sahara B. & Tobias Thiele als Noisy Nuke Combo 2019_scheinwelt_-_cd_cover_front,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Der Hoffnung Keim«))

ödland

es zerbrach einst ein feuer
den strahlendblauen himmel,
fiel dann in flammen hinab,
brachte elend und leid.

die luft ward zu asche,
welche tödlich erstrahlte,
die welt verbrannte,
nur tod liesz, wo leben einst war.

in ruinen stand alles
als abglanz der grösze,
die hybris nur brachte,
hass schuf und krieg.

ein krieg voll von wahnsinn,
wo krieg immer gleich bleibt,
zermalmte das sein,
verschlang jeden sinn.

aus blutiger erde
ward nichts mehr geboren,
das wasser voll gift nur,
welches stillt keinen durst.

es zerbrach einst ein feuer
einer mächtigen waffe.
der himmel ward stahlgrau
und öd' alles land.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 27.03.2018,
als mp3 downloaden: mit Genez 2019_scheinwelt_-_cd_cover_front,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Ödland«))

ein feld von blumen

ein feld von blumen vor mir liegt,
'nen wilder vogel drüber fliegt,
ins gras sich eine katze schmiegt,
türkis im pelz ihr überwiegt.

der himmel, der ist blau und klar.
nur dies' moment ist grade wahr,
nicht's was noch kommt und nicht's was war.
doch solches glück ist mir nicht rar:

im herzen trag ich immerzu
dies bild von dir, es gibt mir ruh'.
türkise katz', mein herz bist du,
mit dir geh' ich der zukunft zu.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 27.06.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Ein Feld von Blumen«))

cabo de são vicente

das land endet hier
und der tag nun auch.
das abendrot blüht,
gewissheit weicht rauch,

der ins sein hinein
in strömen nun dringt,
und die brandung rauscht,
mit dem winde sie singt.

stahlgrau wird das meer,
azurblau zu schwarz,
die zeit langsam fließt,
wie klebriges harz.

mit dir blick' ich hier
ins antlitz der nacht.
im zwielicht sie wächst,
im schatten erwacht.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 29.05.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Am Kap«))

morgendliche dämmerung am malecón

das meer liegt still und schwarz.
nur hier und dort ein stern
am himmel über mir
leuchtet aus weiter fern.

es dreht im kreise sich
auf dem turm das feuer,
weist durch die nacht den weg
für der schiffe steuer.

im schlaf noch liegt die stadt;
wird alsbald schon munter.
das zwielicht weicht dem licht;
leben färbt sich bunter.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 31.03.2017,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Morgendliche Dämmerung«))

freiheitsstern

syrinea's silbermond
steht hoch über der welt,
wie ein funkelnd' kleid trägt er
satjira's sternenzelt.

und ein wilder vogel fliegt
durch's blasse licht der nacht,
singt voll freud' der freiheit lied,
spürt seiner schwingen macht.

sein gesang dringt in mein ohr,
trägt freud' ins leben mir.
mit deinem bilde er verschmilzt,
mein türkises katzentier.

wie zum horizont er strebt,
der vogel in die fern',
so streb' von herzen ich zu dir
und mit dir zum freiheitsstern.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 02.07.2016,
ein Gedicht der Wildvogel-Reihe,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Freiheitsstern«))

wilder vogel

es fliegt der wilde vogel über's meer,
ein katamaran aus port rhiannon.
auf ihm kommen des wildvogel-clans pirat*innen daher,
unter hellblauem himmel und strahlender sonn'.

gegen sklaverei und kolonialgehabe
zieh'n sie voll wildheit in die schlacht.
mit schwertern, mit feuer und magischer gabe
stellen sie sich gegen finsterste macht.

Refrain:
der wind bläst, lässt die segel blähen,
trägt in die fern' der freiheit lieder.
schlieszt du die augen, kannst du sie sehen,
ihre geschichten hall'n in dir wieder.

in hafenschenken, in dunklen gassen,
als spielleut' und beim würfeln mit list,
der geldbeutel besitzer*innen sich wechseln lassen.
mit schönen worten entgeh'n sie dem zwist.

haben recht und gesetz als unrecht erkannt.
der welten reichtum gehört allen.
vor der herrschenden knechte entflieh'n sie dem land,
um ihre schiffe auf see zu überfallen.

Ref.

auf einsamen inseln finden sie dann
mythische rätsel oder gar eine kiste voll gold,
die an all' die bedürftigen verteilt werden kann
und die götter sind ihnen hold.

so nehmen sie hier und geben sie dort,
genieszen in freude das leben.
bevor sie gefangen, sind sie schon fort.
das seien ist allen gegeben.

Ref.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 25.12.2015,
als mp3 downloaden: mit Harlekin Fitch & dem Wildvogel-Laienchor 2019_scheinwelt_-_cd_cover_front,
ein Gedicht der Wildvogel-Reihe,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Wilder Vogel«))

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ / die welt weint

Das folgende Gedicht ist in der Fantasy-Sprache Pretanisch (aus dem Satjira-Project) verfasst:

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ•
ᛖᛜᚨ ᚦᚨᚱᚾᚨ ᚱᚨᚾᛞᛃᚨᛊ ᛞᚱᛟ
ᚨᛒᛟᚹ ᛞᛁᛚ ᛊᚢᚲᛉᚨ-ᛈᛚᛃᚨᚾᚨᛁᛗ•

ᚹᚢᚾᛏᚨᛚ ᚹᛟᚱᛞ ᛞᚨᚷᛟ-
ᛊᛟᛚᛃ ᚦᛟᛟᛚ ᛞᚢᚾᚲ ᚲᚨᚨᛚ
ᛞᚢᚾᚲ ᛏᚨᚱᛟ ᚷᚱᚨᚾᛖᛗᛟ•

ᛞᚨᛚ ᚹᚢᚾᛏᛟᚱ ᚹᚨᚱᛁᚾᚨ-
ᚾᚨᚱ-ᚹᚢᚾᛃᚨ ᛊᚢᛖ ᛞᚢᚾᚲ ᚷᛟᚱᛊᚨᛗᛞᛖ-
ᛊᛟᛚᛃ ᚷᚱᚨᚾᛊᚨ ᛞᚢᚾᚲ ᛚᛁᚨᚱ•

ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ•
ᛞᚢᚾᚲ ᚨᚱᚨᚷ ᛗᚢᚱᛏ ᛞᚨᛚᛟᛗ•

 

auf deutsch:
die welt weint.
eine rote sonne steht
über den schlachtfeldern.

leben verschwendet,
nur tot und hass
und gier regier'n.

der verstand schwindet,
kennt statt freiheit und liebe
nur noch herrschaft und mord.

die welt weint.
und ich wein' mit ihr.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 19.07.2015,
ist auch Teil des Satjira-Projects (siehe »ᛞᚨᛚ ᚲᛟᛊᛗᛟᛊ ᛒᛚᛃᛟᛞᚨᛟ«))

Carah Mondtanz

Es erklingt der Ruf der wilden Katze,
die durch die Wälder zieht.
Sie setzt behutsam Tatz' vor Tatze,
während sie den Mond ansieht.

Und neben ihr ein Wolf, wie Schnee ganz weiß,
streift mit ihr durch die Nacht.
Denn der Liebe ist sie ihm verheiß.
So gibt er auf sie Acht.

Voll Freude ist erfüllt sein Herz,
wenn sie zärtlich bei ihm ist.
Verdrängt ist all der Schmerz,
einer Welt, welch' grausam Leben frisst.

Gemeinsam finden sie den Mut,
um gegen Unrecht einzustehen
und einmal, da wird alles gut,
das kann ich als Wolf in deinen Katzenaugen sehen.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 17.09.2014,
als mp3 downloaden: mit Fio 2019_scheinwelt_-_cd_cover_front,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Carah Mondtanz«))

Port Kunterbunt

Im Bljandanischen Wald
an der Bansarischen Küste
findet sich ein gar buntes Nest.

Behütet vor Gewalt
und Herrschaftsgelüste
ist jede Nacht dort dem Leben ein Fest.

Von Palisaden aus Holz
und dem Willen zur Freiheit
geschützt, liegt an jenem Ort Port Kunterbunt.

Der Spielleute Stolz,
welche zum Teilen bereit,
kommt von dieser Wagenburg gar freudige Kund'.

Refrain:
Sie leben voll Liebe im Wildvogel-Clan,
träumen heut' schon von 'ner Welt ohne Sorgen;
widersetzen sich der Herrschenden Wahn
und gehen gemeinsam ins Morgen.

Von dort ziehen sie aus,
bringen der Welt ihre Kunst
oder den Herr*innen manch deftigen Überfall.

Und auch auf's Meer hinaus
mit Katamaranen in des Ozeans Gunst
erklingt ihr Lied überall.

Wenn sie singen von Liebe,
von Autonomie und Gleichheit,
ihrer Freude am Sein.

Auch wenn sie sonst wo treffen die Hiebe
und ihre Träume sind weit,
wächst in Port Kunterbunt deren Keim.

Ref.

 

Creative Commons CC BY-NC-ND by Meas Wolfstatze
(geschrieben am 29.06.2014,
ein Gedicht der Wildvogel-Reihe,
entstand im Rahmen des Satjira-Projects (siehe »Port Kunterbunt«),
als mp3 downloaden: mit Yok Quetschenpaua feat. Degordarak dal Randjasiz 2019_scheinwelt_-_cd_cover_front)