Degordarak dal Randjasiz: Unterschied zwischen den Versionen

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Am nächsten Morgen brachen wir in unsere [[Niederlassung des Wildvogel-Clans in Ornacke|Niederlassung in Ornacke]] auf. Von [[Ornacke|der Stadt]], an welche mich [[Nuon-Theorie#Die »Nuon-Theorie« im »Buch der Reisen«|viele Erinnerungen]] banden, wollten wir entlang des [[Mjaron-Fluss]]es ostwärts bis zum [[Theridisches Gebirge|Theridischen Gebirge]] reisen, um dann in die Wüste vorzustoßen. Nach zwei Tagen am Südufer des Flusses erreichten wir den Fuß des Gebirges und kehrten, wo der Fluss dieses verlässt, in der Ortschaft [[Düsterwald (Nuon)|Düsterwald]] ein. Etwas lag dort im Argen. Fast nächtlich fielen Menschen einer Gruppe von Werwölfen zum Opfer und wildeste Anschuldigungen und die wirre, der [[Pakyrion|pakyrionischen]] sehr ähnliche Gerichtsbarkeit unter dem unfähigen Junker [[Farimir von Ornacke]] führten dazu, dass zusätzlich Menschen durch die Lynchjustiz eines aufgebrachten Mobs den Tod fanden. In unserer dritten Nacht in dem Ort, nachdem die gute Wirtin [[Tara (Wirtin aus Düsterwald)|Tara]] von den Bestien zerrissen worden war, gelang es uns und dem Jäger [[Halftar (Jäger aus Düsterwald)|Halftar]], die drei Werwölfe [[Tom (Werwolf aus Düsterwald)|Tom]], [[Njierka (Werwölfin aus Düsterwald)|Njierka]] und [[Torben (Werwolf aus Düsterwald)|Torben]] zu stellen und zu töten. Geholfen hatten uns die Beobachtungen des Mädchens [[Tina (Neugieriges Mädchen aus Düsterwald)|Tina]] und der Hinweis der Seherin [[Anna (Seherin aus Düsterwald)|Anna]].<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werw%C3%B6lfe_von_D%C3%BCsterwald Die Werwölfe von Düsterwald] (28.04.2019; BdA-1/S. 35 f.)</ref> Wir zogen weiter in das Gebirge und kehrten im Dorf [[Berling (Theridisches Gebirge)|Berling]] in die [[Taverne zwischen den Welten]] ein. Carah, die seit unserem Aufbruch in Düsterwald vor zwei Tagen ein fieser Schnupfen plagte, suchte recht zügig das Bett in unserem Zimmer auf. Im Schankraum trafen Jörg und ich auf [[Owain vom Fuß|Owain]], [[Brox Stahlblase|Brox]] & [[Mortrang vom Fuß|Mortrang]] vom [[Fuß (Söldner*innenhaufen)|Fuß]]. In einer Vision sah ich, wie der [[M'Eas Darakastoras (Schattenkaiser)|Schattenkaiser]] den Chaoschampion [[Archaon, Herr der letzten Tage|Archaon]] entsandte, die Welt [[Edre]] zu vernichten, die [[Druchii]] in eine Schlacht gegen die [[Asur (Hochelb*innen)|Hochelb*innen]] von [[Ulthuan]] schickte und die [[Skaven]] aufhetzte, den [[Warpstein]]mond [[Morrslieb]] auf die Welt niederkrachen zu lassen. Edre zerbrach in Finsternis. Nur [[Brodan (Wilde Welt)|Brodan]] hatte als [[Wilde Welt]] bestand. Alles andere dort starb. Lange unterhielten Jörg und ich uns über das Gesehene, bevor wir den Schankraum zu unserem Zimmer verließen. Am morgen erfuhren wir, dass auch Carah den Untergang von Edre in einer Vision gesehen hatte.<ref>https://www.facebook.com/events/2037014966334161/</ref><ref>'''LARP-Con:''' Taverne zwischen den Welten (18.05.2019)</ref>
 
Am nächsten Morgen brachen wir in unsere [[Niederlassung des Wildvogel-Clans in Ornacke|Niederlassung in Ornacke]] auf. Von [[Ornacke|der Stadt]], an welche mich [[Nuon-Theorie#Die »Nuon-Theorie« im »Buch der Reisen«|viele Erinnerungen]] banden, wollten wir entlang des [[Mjaron-Fluss]]es ostwärts bis zum [[Theridisches Gebirge|Theridischen Gebirge]] reisen, um dann in die Wüste vorzustoßen. Nach zwei Tagen am Südufer des Flusses erreichten wir den Fuß des Gebirges und kehrten, wo der Fluss dieses verlässt, in der Ortschaft [[Düsterwald (Nuon)|Düsterwald]] ein. Etwas lag dort im Argen. Fast nächtlich fielen Menschen einer Gruppe von Werwölfen zum Opfer und wildeste Anschuldigungen und die wirre, der [[Pakyrion|pakyrionischen]] sehr ähnliche Gerichtsbarkeit unter dem unfähigen Junker [[Farimir von Ornacke]] führten dazu, dass zusätzlich Menschen durch die Lynchjustiz eines aufgebrachten Mobs den Tod fanden. In unserer dritten Nacht in dem Ort, nachdem die gute Wirtin [[Tara (Wirtin aus Düsterwald)|Tara]] von den Bestien zerrissen worden war, gelang es uns und dem Jäger [[Halftar (Jäger aus Düsterwald)|Halftar]], die drei Werwölfe [[Tom (Werwolf aus Düsterwald)|Tom]], [[Njierka (Werwölfin aus Düsterwald)|Njierka]] und [[Torben (Werwolf aus Düsterwald)|Torben]] zu stellen und zu töten. Geholfen hatten uns die Beobachtungen des Mädchens [[Tina (Neugieriges Mädchen aus Düsterwald)|Tina]] und der Hinweis der Seherin [[Anna (Seherin aus Düsterwald)|Anna]].<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werw%C3%B6lfe_von_D%C3%BCsterwald Die Werwölfe von Düsterwald] (28.04.2019; BdA-1/S. 35 f.)</ref> Wir zogen weiter in das Gebirge und kehrten im Dorf [[Berling (Theridisches Gebirge)|Berling]] in die [[Taverne zwischen den Welten]] ein. Carah, die seit unserem Aufbruch in Düsterwald vor zwei Tagen ein fieser Schnupfen plagte, suchte recht zügig das Bett in unserem Zimmer auf. Im Schankraum trafen Jörg und ich auf [[Owain vom Fuß|Owain]], [[Brox Stahlblase|Brox]] & [[Mortrang vom Fuß|Mortrang]] vom [[Fuß (Söldner*innenhaufen)|Fuß]]. In einer Vision sah ich, wie der [[M'Eas Darakastoras (Schattenkaiser)|Schattenkaiser]] den Chaoschampion [[Archaon, Herr der letzten Tage|Archaon]] entsandte, die Welt [[Edre]] zu vernichten, die [[Druchii]] in eine Schlacht gegen die [[Asur (Hochelb*innen)|Hochelb*innen]] von [[Ulthuan]] schickte und die [[Skaven]] aufhetzte, den [[Warpstein]]mond [[Morrslieb]] auf die Welt niederkrachen zu lassen. Edre zerbrach in Finsternis. Nur [[Brodan (Wilde Welt)|Brodan]] hatte als [[Wilde Welt]] bestand. Alles andere dort starb. Lange unterhielten Jörg und ich uns über das Gesehene, bevor wir den Schankraum zu unserem Zimmer verließen. Am morgen erfuhren wir, dass auch Carah den Untergang von Edre in einer Vision gesehen hatte.<ref>https://www.facebook.com/events/2037014966334161/</ref><ref>'''LARP-Con:''' Taverne zwischen den Welten (18.05.2019)</ref>
  
Es ging weiter durch das Gebirge, bis wir die [[Kheroghatische Wüste]] und dort entlang des Mjaron und gerahmt durch seine Zuflüsse auf das Grüne Becken stießen. Wo der Fluss in das Gebirge eintrat trafen wir auf ein Lager der Panjiden, in dem Muhammad, Omar, Halef, Shilah und andere uns eine Nacht aufnahmen und uns von dem Märchen um den [[Nekolos Silan|Prinz Nekolos Silan]] erzählten, der demnach einst Eis aus dem Gebirge in der [[Onix-Schlucht]] vergraben hatte und somit eine Grundlage des Grünen Beckens geschaffen hatte. Hinter der dadurch entstandenen Eishöhle [[Do-Lon (Eishöhle)|Do-Lon]] sollten er und seine Nachfahr*innen in einer Gruft beigesetzt worden sein. Der Zugang zur Höhle war aber – sollte es diesen je gegeben haben – längst vergessen und wahrscheinlich überwuchert worden. Es war ein Märchen. Sie erzählten uns auch vom Konflikt der zwei Städte Lorhan-Juh und Kyrijädis im Grünen Becken und rieten uns, uns in der offenen Wüste vor den dortigen Drachen in Acht zu nehmen. Als wir am nächsten Morgen aufbrachen, zogen wir entlang des Streifens zwischen Dschungel und Wüste gen Nordosten. Am zweiten Tag entlang des ewig scheinenden Sandmeeres entdeckten wir das Wrack eines [[Sternenschiffe]]s, welches wohl eine halbe Ewigkeit unter einer Düne geschlummert hatte. Zu holen war dort nichts, aber Carah war an ihre [[Visionen des Minmatar#5. Vision – Die Ruine|letzte Vision vom Minmatar]] erinnert, wo sie solche Schiffe im weiten [[Kosmos|Sternenraum]] zwischen den Welten gesehen hatte, und wir fühlten uns klein und unbedeutend angesichts dieses uralten Relikts.
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Es ging weiter durch das Gebirge, bis wir die [[Kheroghatische Wüste]] und dort entlang des Mjaron und gerahmt durch seine Zuflüsse auf das Grüne Becken stießen. Wo der Fluss in das Gebirge eintrat, trafen wir auf ein Lager der Panjiden, in dem Muhammad, Omar, Halef, Shilah und andere uns eine Nacht aufnahmen und uns von dem Märchen um den [[Nekolos Silan|Prinz Nekolos Silan]] erzählten, der demnach einst Eis aus dem Gebirge in der [[Onix-Schlucht]] vergraben hatte und somit eine Grundlage des Grünen Beckens geschaffen hatte. Hinter der dadurch entstandenen Eishöhle [[Do-Lon (Eishöhle)|Do-Lon]] sollten er und seine Nachfahr*innen in einer Gruft beigesetzt worden sein. Der Zugang zur Höhle war aber – sollte es diesen je gegeben haben – längst vergessen und wahrscheinlich überwuchert worden. Es war ein Märchen. Sie erzählten uns auch vom Konflikt der zwei Städte Lorhan-Juh und Kyrijädis im Grünen Becken und rieten uns, uns in der offenen Wüste vor den dortigen Drachen in Acht zu nehmen. Als wir am nächsten Morgen aufbrachen, zogen wir entlang des Streifens zwischen Dschungel und Wüste gen Nordosten. Am zweiten Tag entlang des ewig scheinenden Sandmeeres entdeckten wir das Wrack eines [[Sternenschiffe]]s, welches wohl eine halbe Ewigkeit unter einer Düne geschlummert hatte. Zu holen war dort nichts, aber Carah war an ihre [[Visionen des Minmatar#5. Vision – Die Ruine|letzte Vision vom Minmatar]] erinnert, wo sie solche Schiffe im weiten [[Kosmos|Sternenraum]] zwischen den Welten gesehen hatte, und wir fühlten uns klein und unbedeutend angesichts dieses uralten Relikts.
  
 
Als wir die [[Onix-Schlucht]] erreichten, mussten wir an dessen westlichem Eingang ein Lager der [[Schattenkaiserliche Armee|Schattenkaiserlichen Armee]] umgehen. Wir pirschten uns entlang des Flüsschens durch den Urwald bis hin zu deren Quelle, wo es eiskalt unter einem Felsen hervorsprudelte. Wir folgten der südlichen Felswand nach Osten und legten unter jeder Menge Pflanzenwerk einen Eingang in eine Eishöhle frei. Unsere Reittiere sandte ich durch ein Portal zurück in die [[Niederlassung des Wildvogel-Clans in Ornacke|Niederlassung in Ornacke]]. Dann betraten wir [[Do-Lon (Eishöhle)|Do-Lon]], hinter der sich irgendwo in den Tiefen der Erde auch [[Boken-Tao]] befinden sollte, wie uns [[Tara (Wirtin aus Düsterwald)|Tara]] in [[Düsterwald (Nuon)|Düsterwald]] aus einer alten Sage um den Prinzen Nekolos erzählt hatte.<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] – In der Kheroghatischen Wüste (29.05.2019; BdA-1/S. 37)</ref> In der Eishöhle trafen wir auf eine Schlange aus Stein, die uns – einmal erwacht – attackierte. Dies musste solch ein [[Onix]] sein, nach dem die Schlucht benannt war. Wir schafften es hinter der Kreatur in die Silan-Gruft hinabzusteigen. Dort fanden wir Heil- und Astraltränke, begegneten aber auch Skelett-Magiern & -Kriegern sowie einer [[Nebulak|merkwürdigen Geistergestalt]], die erst als [[Irrlicht (Angriff)|Irrlicht]] wirkte, dann unsere Seelen mittels eines [[Konfustrahl (Angriff)|hypnotischen Strahls]] zu verwirren und mit [[Horrorblick (Angriff)|Horrorblicken]] zu schrecken versuchte und uns schließlich [[Schlecker (Angriff)|mit seiner kalten, ätzenden Zunge schleckend]] angriff.
 
Als wir die [[Onix-Schlucht]] erreichten, mussten wir an dessen westlichem Eingang ein Lager der [[Schattenkaiserliche Armee|Schattenkaiserlichen Armee]] umgehen. Wir pirschten uns entlang des Flüsschens durch den Urwald bis hin zu deren Quelle, wo es eiskalt unter einem Felsen hervorsprudelte. Wir folgten der südlichen Felswand nach Osten und legten unter jeder Menge Pflanzenwerk einen Eingang in eine Eishöhle frei. Unsere Reittiere sandte ich durch ein Portal zurück in die [[Niederlassung des Wildvogel-Clans in Ornacke|Niederlassung in Ornacke]]. Dann betraten wir [[Do-Lon (Eishöhle)|Do-Lon]], hinter der sich irgendwo in den Tiefen der Erde auch [[Boken-Tao]] befinden sollte, wie uns [[Tara (Wirtin aus Düsterwald)|Tara]] in [[Düsterwald (Nuon)|Düsterwald]] aus einer alten Sage um den Prinzen Nekolos erzählt hatte.<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] – In der Kheroghatischen Wüste (29.05.2019; BdA-1/S. 37)</ref> In der Eishöhle trafen wir auf eine Schlange aus Stein, die uns – einmal erwacht – attackierte. Dies musste solch ein [[Onix]] sein, nach dem die Schlucht benannt war. Wir schafften es hinter der Kreatur in die Silan-Gruft hinabzusteigen. Dort fanden wir Heil- und Astraltränke, begegneten aber auch Skelett-Magiern & -Kriegern sowie einer [[Nebulak|merkwürdigen Geistergestalt]], die erst als [[Irrlicht (Angriff)|Irrlicht]] wirkte, dann unsere Seelen mittels eines [[Konfustrahl (Angriff)|hypnotischen Strahls]] zu verwirren und mit [[Horrorblick (Angriff)|Horrorblicken]] zu schrecken versuchte und uns schließlich [[Schlecker (Angriff)|mit seiner kalten, ätzenden Zunge schleckend]] angriff.
  
Nachdem wir die Gruft mit ihren Schrecknissen durchquert hatten, erwartete uns ein Höhlenlabyrinth. In jene Gänge, die [[Die Vergessenen|eine uralte, vergessene, finstere Lebensform, die sich in Tentakeln manifestierte]], beherbergten, drangen wir nicht weiter vor und verschiedene Ansammlungen von [[Mirelurks]] versuchten wir zu umgehen. An einem untoten Skelett-Drachen vorbei erreichten wir eine Transportstation, von der wir in einer Glaskugel entlang von einer Schienenröhre, die auf einem Teilstück unter Wasser von Glas ummantelt war, die gigantische Haupthöhle und die verlassene Stadt Boken-Tao erreichten. Die mumifizierten Leichen von Skorim, die vor Jahrtausenden an einer schrecklichen Krankheit verstorben sein mussten, die Zirrn später als Arkelythische Dämonenpocken-Pest benannte, bargen kaum noch Gegenstände oder Kleidung. Alles bis auf uns unbekannte Münzen und Orichalkum-Perlen, die einst als Energieträger gedient hatten, war längst verrottet. Wir drangen also in den Tempel des Saurator Caal vor, in welchem wir die Glocke vermuteten. Ein [[Grubenlords|Grubenlord]] begann uns zu verfolgen und im Inneren des Tempels wurden wir von tausenden faustgroßen, schwarzen Spinnen angegriffen. Panik überkam mich und ich attackierte sie mit einem Flammenstrahl, mit dem ich mich drehend eine große Anzahl der widerlichen Kreaturen verbrannte. Meine Kraft schwand ob des zu anstrengenden Zaubers und ich viel in fiebrige Umnachtung. Als ich wieder erwachte, war der Grubenlord tot und Carah und Jörg hatten ein Skorim-Buch geborgen. Sie erzählten mir, dass das Monstrum sie bereits in die Enge getrieben hatte, als die Schattenkönigin Laisa Sîdhtegiwa Lhinfae Darakastoras erschienen war, den Grubenlord mit einem einzigen Zauber gerichtet hatte und die Herausgabe von mir und der Glocke verlangt hatte. Carah konnte uns einen Aufschub verschaffen, indem sie mit der Zerstörung des Buches gedroht hatte, in dem sich die Glocke befinden musste. Laisa zog sich vor den Tempel zurück und Carah nutzte die kurze Verschnaufpause, um mich in letzter Sekunde magisch zu heilen. Ich hatte bereits die Schwingen von Golgari gehört. Wir betraten das Skorim-Buch, wobei Jörg, der das Bild der geschriebenen Welt als letzter berührte, das Buch in jenem Moment an ein Feuer hielt, um es zu verbrennen und der finsteren Magierin eine Verfolgung zu verwehren. Wir befanden uns auf einer kreisrunden Insel in deren Mitte sich ein exakter Zwilling des Tempels in der Höhlenstadt befand. Wir betraten ihn und fanden mumifizierte Skorim-Leichname vor. Einer – geschmückt mit einem Stirnreif – hielt ein Buch in den Armen und hatte die gesuchte Handglocke in der Innentasche seines Mantels, der als einziger nicht verrottet war. Die Insel gab uns viele Rätsel auf. So hörten wir einen beständigen, regelmäßigen Herzschlag und mit jedem davon gingen konzentrische Wellen von der Insel aus. Am Strand lagen unzählige Bernsteine, die ein jeder ein ekelhaftes Insekt, welches einem Wurm mit sechs Beinen, zwei Flügeln und fünf Hörnern glich, einschlossen. Es wuchsen Bäume auf der Insel, aber tierisches Leben konnten wir nicht entdecken. Das Buch, das wir bei dem toten Skor im Tempel gefunden hatten, brachte uns in ein kleines Haus am Rande von Boken-Tao. Wir durchschwammen den See, der die Stadt umgab und kletterten nahe einer Mirelurk-Siedlung in eine Transportstation, die wir auf dem Hinweg passiert hatten. Von dort hangelten wir uns die Schienen entlang bis zu einem uns bekannten Gangabschnitt. Wir kletterten von den Schienen hinab und mussten auf dem Weg zurück ins Freie zweimal Wachposten der Schattenkaiserlichen Armee ausschalten. Es war später Abend und wir bewegten uns entlang des Flusses westwärts – erneut vorbei an dem feindlichen Lager –, bis wir uns am Morgen des nächsten Tages zu rasten trauten. Es ging weiter Richtung Gebirge. Erst nachdem wir einer großen Raubkatze am Fluss geholfen hatten, ein Krokodil zu erlegen, und sich diese satt gefressen hatte, sodass auch wir uns am Fleisch der Echse nähren konnten, kehrte meine Kraft soweit zurück, dass ich ein Portal zur Niederlassung in Ornacke aufspannen konnte. Ich zeigte Carah & Jörg die Stadt meiner Jugend und besuchte mit ihnen den Brückenpark. Dann ging es nach Port Kunterbunt und in die Bibliothek des Clans ins Traumnest, um das wertvolle Artefakt dort zu verwahren, wie wir es Elsarion Flammenherz versprochen hatten.<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] –  In der Höhle der [[D'ni]] (19.06.2019)</ref>
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Nachdem wir die Gruft mit ihren Schrecknissen durchquert hatten, erwartete uns ein Höhlenlabyrinth. In jene Gänge, die [[Die Vergessenen|eine uralte, vergessene, finstere Lebensform, die sich in Tentakeln manifestierte]], beherbergten, drangen wir nicht weiter vor und verschiedene Ansammlungen von [[Mirelurks]] versuchten wir zu umgehen. An einem untoten Skelett-Drachen vorbei erreichten wir eine Transportstation, von der wir in einer Glaskugel entlang von einer Schienenröhre, die auf einem Teilstück unter Wasser von Glas ummantelt war, die gigantische Haupthöhle und die verlassene Stadt Boken-Tao erreichten. Die mumifizierten Leichen von Skorim, die vor Jahrtausenden an einer schrecklichen Krankheit verstorben sein mussten, die Zirrn später als Arkelythische Dämonenpocken-Pest benannte, bargen kaum noch Gegenstände oder Kleidung. Alles bis auf uns unbekannte Münzen und Orichalkum-Perlen, die einst als Energieträger gedient hatten, war längst verrottet. Wir drangen also in den Tempel des Saurator Caal vor, in welchem wir die Glocke vermuteten. Ein [[Grubenlords|Grubenlord]] begann, uns zu verfolgen und im Inneren des Tempels wurden wir von tausenden faustgroßen, schwarzen Spinnen angegriffen. Panik überkam mich und ich attackierte sie mit einem Flammenstrahl, mit dem ich mich drehend eine große Anzahl der widerlichen Kreaturen verbrannte. Meine Kraft schwand ob des zu anstrengenden Zaubers und ich fiel in fiebrige Umnachtung. Als ich wieder erwachte, war der Grubenlord tot und Carah und Jörg hatten ein Skorim-Buch geborgen. Sie erzählten mir, dass das Monstrum sie bereits in die Enge getrieben hatte, als die Schattenkönigin Laisa Sîdhtegiwa Lhinfae Darakastoras erschienen war, den Grubenlord mit einem einzigen Zauber gerichtet hatte und die Herausgabe von mir und der Glocke verlangt hatte. Carah konnte uns einen Aufschub verschaffen, indem sie mit der Zerstörung des Buches gedroht hatte, in dem sich die Glocke befinden musste. Laisa zog sich vor den Tempel zurück und Carah nutzte die kurze Verschnaufpause, um mich in letzter Sekunde magisch zu heilen. Ich hatte bereits die Schwingen von Golgari gehört. Wir betraten das Skorim-Buch, wobei Jörg, der das Bild der geschriebenen Welt als letzter berührte, das Buch in jenem Moment an ein Feuer hielt, um es zu verbrennen und der finsteren Magierin eine Verfolgung zu verwehren. Wir befanden uns auf einer kreisrunden Insel, in deren Mitte sich ein exakter Zwilling des Tempels in der Höhlenstadt befand. Wir betraten ihn und fanden mumifizierte Skorim-Leichname vor. Einer – geschmückt mit einem Stirnreif – hielt ein Buch in den Armen und hatte die gesuchte Handglocke in der Innentasche seines Mantels, der als einziger nicht verrottet war. Die Insel gab uns viele Rätsel auf. So hörten wir einen beständigen, regelmäßigen Herzschlag und mit jedem davon gingen konzentrische Wellen von der Insel aus. Am Strand lagen unzählige Bernsteine, die ein jeder ein ekelhaftes Insekt, welches einem Wurm mit sechs Beinen, zwei Flügeln und fünf Hörnern glich, einschlossen. Es wuchsen Bäume auf der Insel, aber tierisches Leben konnten wir nicht entdecken. Das Buch, das wir bei dem toten Skor im Tempel gefunden hatten, brachte uns in ein kleines Haus am Rande von Boken-Tao. Wir durchschwammen den See, der die Stadt umgab und kletterten nahe einer Mirelurk-Siedlung in eine Transportstation, die wir auf dem Hinweg passiert hatten. Von dort hangelten wir uns die Schienen entlang bis zu einem uns bekannten Gangabschnitt. Wir kletterten von den Schienen hinab und mussten auf dem Weg zurück ins Freie zweimal Wachposten der Schattenkaiserlichen Armee ausschalten. Es war später Abend und wir bewegten uns entlang des Flusses westwärts – erneut vorbei an dem feindlichen Lager –, bis wir uns am Morgen des nächsten Tages zu rasten trauten. Es ging weiter Richtung Gebirge. Erst nachdem wir einer großen Raubkatze am Fluss geholfen hatten, ein Krokodil zu erlegen, und sich diese satt gefressen hatte, sodass auch wir uns am Fleisch der Echse nähren konnten, kehrte meine Kraft soweit zurück, dass ich ein Portal zur Niederlassung in Ornacke aufspannen konnte. Ich zeigte Carah & Jörg die Stadt meiner Jugend und besuchte mit ihnen den Brückenpark. Dann ging es nach Port Kunterbunt und in die Bibliothek des Clans ins Traumnest, um das wertvolle Artefakt dort zu verwahren, wie wir es Elsarion Flammenherz versprochen hatten.<ref>'''Pen&Paper:''' Die [[Glocke von Kyhan'Ra]] –  In der Höhle der [[D'ni]] (19.06.2019)</ref>
  
 
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Datei:Degordarak_dal_Randjasiz_(Portrait).jpg|Zeichnung von [https://www.instagram.com/jen.illustration/ Jennifer Wenzel]
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Datei:Degordarak_in_Dassrauu.jpeg|In [[Dassrauu]]
 
Datei:Drachenwolf.jpeg|Zeichnung als [[Wolf]], [[Drachenwolf]] und [[Wyrmdrachen|Drache]] im [[Iskasat]]
 
Datei:Drachenwolf.jpeg|Zeichnung als [[Wolf]], [[Drachenwolf]] und [[Wyrmdrachen|Drache]] im [[Iskasat]]

Version vom 12. August 2019, 18:45 Uhr

Degordarak dal Randjasiz gezeichnet von Jennifer Wenzel (Copyright)
Degordarak dal Randjasiz gezeichnet von Jennifer Wenzel (Copyright)
Degordarak dal Randjasiz gezeichnet von Jishinchan
Degordarak dal Randjasiz oder auch Degordarak Wildvogel ist Mitbegrüder vom Wildvogel-Clan und dessen erster Niederlassung Port Kunterbunt. Über seine Abenteuer fertigt er in seinen Büchern der Reisen Mitschriften an.

Aus den Aufzeichnungen des Degordarak dal Randjasiz

... Die Vorgeschichte von Degordarak dal Randjasiz ist ebenfalls in seinem ersten Buch der Reisen 1 festgehalten.

Degordarak dal Randjasiz (S. 72 bis 73)

Degordarak in Dassrauu

(siehe BdR-4/S. 596 & BdR-5/S. 630 ff.)

(...) Ich spürte einen Ruck durch mein Innerstes, durch meine Seele gehen und ich glaube, dass Meas in diesem Moment tatsächlich aus mir gelöst wurde und hier seine Reise als M'Eas Darakastoras durch die Welten begann. Dann trat ich auf eine Wiese. Vor mir lag ein Dorf, und als ich mich ihm näherte, erkannte ich, dass es Dassrauu in der Globulwelt Pakyrion war.

Nachdem ich das Dorf betreten hatte, bat ich Chandra eine Verwundung zu heilen, die ich mir auf der Flucht zugezogen hatte. In diesem Rahmen offenbarte ich ihr auch, dass sich hinter meiner Maskerade als Saure namens Degordarak eigentlich Meas verbarg. Neben ihr, teilte ich dieses Wissen nur mit dem Rondra-Krieger Gerrik und der Hobbitfrau Elli, die ich ebenfalls beide von früher kannte und die mein volles Vertrauen genossen. Die folgenden Tage wurden wir von einer Schwarzmagierin mit dem Namen Magda, die als Speerspitze der finsteren Krähenfelser fungierte, angegriffen und mussten ein paar harte Prüfungen bestehen. Wir sammelten die Essenzen eines Wasser- und eines Waldwesens, sowie die uns eigenen, verbanden sie mithilfe des »Gedichts der Essenzen«, das ich schrieb, und zerstörten damit eine von drei schwarzmagischen Stelen. Hierzu unterstellten wir uns dem Dorfvorsteher Syrion und auch mit einer Gruppe Orks fochten wir Seite an Seite. Gerade Kalogrenand und Imp, aber auch Gerrik, Syrion und der oberste Büttel des Dorfes machten sich beim Kampf gegen unsere Feinde jedoch auch selbst eines widerwärtigen Verbrechens schuldig, als sie begannen ein fünfzehn Jahre altes Mädchen auf Verdacht brutal zu foltern. Eine Antwort brachte ihnen dies nicht, dem Mädchen aber viel Leid, welches ich ihnen nie verzeihen werde. Am meisten aber hadere ich mit mir, der ich dieses Verbrechen nicht verhindern konnte.

Es gelang mir in Dassrauu aber auch, endlich wieder ein wenig Ruhe zu finden, mit dem Schreiben an meinem Buch »Satjira dal Me« zu beginnen und meine Reisekasse erheblich aufzubessern. Anzumerken sei noch, dass ich seit der zweiten Nacht meines Aufenthaltes in meinen Träumen jede Nacht das Leben des M'Eas Darakastoras, der sich am Jezerasee von mir gespalten hatte, erlebe.[1][2]

Der Wildvogel-Clan (S. 76 bis 78)

Logo vom Wildvogel-Clan

(siehe BdR-7/S. 1011 ff.)

→ siehe auch: Der Wildvogel­-Clan (Gedicht)

Nach den Ereignissen in Dassrauu beschlossen der Magier Alexial Liadon und ich den Ort gemeinsam gen Osten zu verlassen. Innerhalb von zwei Tagen erreichten wir den großen Fluss. Wir folgten ihm in Richtung Süden. Auf Höhe der großen Mühle lud uns eine Brücke zum Überqueren des Flusses ein und so zogen wir nun an seinem östlichen Ufer weiter. Nach einigen weiteren Tagen erreichten wir dann die Feenmühle, den Wasserfall und noch einen halben Tag später Stadt und Burg Feenfall. Dort trennten sich unsere Wege. Alexial stellte Kontakt zu ortsansässigen Magier*innen her und stieg in einer Herberge ab. Ich freundete mich mit der Feuertänzerin Konny Shei Rätzel an, die unter dem Namen »Funke« auf dem Markt der Stadt auftrat. Einige Wochen verdienten wir unseren Lebensunterhalt gemeinsam mit ihrem Feuertanz und meinen Gedichten, wohnten in ihrem Unterschlupf und kamen uns näher. Dann führte sie mich in die örtliche Diebesgilde ein. Ich lernte Schlösser zu knacken, Fallen zu stellen und zu entschärfen, mich ohne Geräusche und nahezu unsichtbar zu bewegen und Gegner*innen unauffällig auszuschalten. Nach schnellen Fortschritten meinerseits wurden wir ein Jahr später in die Stadt Nor auf der Welt Gothia entsandt, um uns dort dem Widerstand gegen die Faemia Orawe anzuschließen. Mein Blattamulett, welches ich einst von dem Shihendrachen Palandir geschenkt bekommen hatte, ermöglichte uns die Reise von Pakyrion bis direkt vor die südlichen Stadttore von Nor.

Als Verbündete stellten sich der Alchemist Arantheal Daal, die Waldläuferin und Guerrillera Carah Mondtanz und der Peraine-Priester Abdelaman ibn Hairun, der sich auch Sheraan nannte, heraus. Es galt gemeinsam die Faemia Orawe zu schwächen, die sich zusammen mit den dämonischen »Hohen Häusern der Kurajassantani« im Kaiserkrieg auf der Seite der despotischen Faemiase Schezar geschlagen hatte. Unser Ziel war es, Cao Cao somera Orawe – den Herrscher von Nor – zu stürzen. Dies sollte einen Aufstand im Hinterland der Faemia Orawe schaffen, ihre wichtigsten Nachschubwege schwächen und somit einer Koalition im Namen der Faemia Darakastoras, welche von M'Eas Darakastoras angeführt wurde, helfen, den Krieg möglichst schnell und siegreich zu beenden. Mit Hilfe von Ma-Chao Shimazu – einem Mitglied der örtlichen Assassinengilde – gelang es uns Cao Cao, der wie Ma-Chao ein Seyma und somit Unsterblicher war, in seiner Festung zu stellen und zu richten.

Carah, Funke, Ma-Chao Shimazu und ich beschlossen unsere Reise gemeinsam fortzusetzen. Wir kauften in Nor bewohnbare Wagen um als Fahrendes Volk durch die Lande zu ziehen. Die Wände des Wagens, welchen Carah und ich uns teilen wollten, waren aus Holz und leichte Stoffvorhänge verdeckten zwei Fenster. Der Raum maß zwei mal fünf Meter und beinhaltete ein Bett, einen Tisch mit Sessel und Stuhl, einen eisernen Ofen, eine Kochstelle und ein paar Regale und Haken an den Wänden.[3] Der Wagen von Funke und Ma-Chao war ganz ähnlich eingerichtet. Als Zugtiere legten wir uns vier Ponys mit den Namen Lotte, Rike, Peter und Stev zu. Dann verließen wir die Stadt nach Norden. Um Geld zu verdienen traten wir mit Liedern und Gedichten sowie Funkes Feuertanz auf Märkten auf und organisierten in Wäldern Überfälle auf Transporte der Faemia Orawe. Wir genossen die Natur und unsere Freundschaft. Carah und ich fanden nun auch in Liebe zueinander und auch Ma-Chao und Funke verliebten sich.

Eines Tages lag ich gemeinsam mit Carah Mondtanz auf einer Wiese. Die Sonne schien und um uns herum wuchsen tausende Gänseblümchen. Ein Eichelhäher kreiste über uns. Sein Schrei gab uns Mut. Wir küssten uns in dem Wissen, dass unsere Sehnsucht nach Freiheit stärker war, als jede Autorität. Dieser Moment gab unserer Gruppe ihren Namen. Getragen auf den Traumschwingen des Eichelhähers im wilden Flug entstand der Wildvogel-Clan.

Port Kunterbunt (S. 84 bis 87)

Karte von Port Kunterbunt im Buch der Reisen (S.87)

(siehe BdR-8/S. 1156 ff.)

→ siehe auch: Port Kunterbunt (Gedicht)

Die nächste Zeit nutzten wir, um uns zu organisieren. Der Portal-Magier Vergorian und die Seesöldnerin Shanxa verstärkten unsere Gruppe als erstes und während wir im Bljandanischen Wald an der Bansarischen Küste ein erstes festes Lager für den Wildvogel-Clan errichteten, kamen weitere Träumer*innen hinzu, um mit uns als Outlaws und Spielleute für ein gerechteres Miteinander einzustehen. Um unseren Zusammenhalt zu demonstrieren, ergänzten wir alle unseren Rufnamen um den Zusatz »Wildvogel«. Mein Name war fortan Degordarak Wildvogel.

Da unser Lager direkt an der Küste lag, nannten wir es Port Kunterbunt und bauten Kais und Stege ins Meer hinein, an denen unter der Anleitung der Zimmermeisterin Liu Ai Katamarane und Trimarane unterschiedlichster Bauart erarbeitet und entwickelt wurden. Unterstützung hierbei erhielten wir vom Wassermagier und Arcanomechaniker Wulfhelm »Wattorock« Adersin, den ich noch als Mitscolarius von der »Halle des Quecksilbers« in Festum auf Dere her kannte. Den Teil unserer Wagenburg, welcher nicht direkt an das Meer grenzte, schützten wir mit Palisaden und einfachen Holztürmen. Ein großes Tor ermöglichte es, mit unseren Wagen zu passieren. Alsbald umfasste unsere Siedlung ungefähr 100 Mitstreiter*innen, die als Fahrendes Volk durch die Welten Satjiras aber hauptsächlich durch die Länder von Gothia zogen, die als verschworene Gemeinschaft füreinander einstanden und gemeinsam den Kampf gegen die Obrigkeit organisierten. Wir ließen die Musik, die Jonglage und das Schaustellerspiel hochleben, spielten als »Oktopoden von Port Kunterbunt« Jugger und tauschten uns über die Möglichkeiten eines gleichberechtigten Lebens aus. Wir begannen aber auch anzubauen, was wir zum Leben brauchten und schufen dazu auch Beete auf den Dächern jener Wagen, die als feste Behausungen zu dienen begannen, und auch das Handwerk begann zu erblühen. Was wir hierbei schufen, stellten wir uns ohne Vorbehalte und Forderungen gegenseitig zur Verfügung. Ansonsten führte der Wildvogel-Clan Angriffe auf Militärkolonnen und Handelstransporte der Faemia Orawe aus, baute weitere Lager und Niederlassungen auf und organisierte dort als »Gilde der Spielleute« Unterstützung für unsere Spielleute auf ihren Reisen.

Degordarak dal Randjasiz als Silberwolf gezeichnet von Jennifer Wenzel (Copyright)
Degordarak als Wolf, Drachenwolf und Drache im Iskasat gezeichnet von Megumi Maria Loy (Copyright)

Wenn wir unsere Zeit nicht damit verbrachten am Ausbau von Port Kunterbunt oder dem Wirken des Wildvogel-Clans mitzuplanen und zu helfen oder uns an Überfällen gegen die Faemia Orawe zu beteiligen, waren Carah Wildvogel und ich gemeinsam am Meer, teilten unsere Zeit in Zärtlichkeit und streiften des Nachts durch den Wald. Hierzu verwandelte sie sich in eine Jinnyjo-Wildkatze und ich mich in einen Silberwolf. Diese Magie war uns angeboren und nun mit Wattorocks Hilfe beherrschbar geworden. Ab und zu verließen wir Port Kunterbunt auch gemeinsam mit Funke und Ma-Chao, um unsere Kunst auf die Märkte der nächsten Städte Sarnhok, Mahnsburg und Tsalpa zu tragen.

Der Beginn der Münzkriege (S. 91 bis 93)

(siehe BdR-9/S. 1308 ff.)

Zu Beginn des Jahres 10.009 d.AS. überschlugen sich die Ereignisse in Satjira. Der Kaiserkrieg fand mit der »Schlacht am Jezerasee« seinen Höhepunkt und am 3. Alim dale Gata 10.009 d.AS. wurde M'Eas Darakastoras in Ethernphils zum ersten Drachenkaiser von Satjira nach dem Akonkrieg gekrönt. In der Nacht vom vierten zum fünften Tag des Jahres hatte ich eine Vision der »Nacht des Prüfsteins«. Ich sah zwei Versionen einer Szenerie, die sich vor meinen Augen wie transparent überlagerten: Tegeve, jene Zakari, welche einst Thomas Narthrak, den früheren Lehrer von M'Eas und mir in unserer Zeit als Meas, ermordet hatte,[4] wurde ihm als neuem Drachenkaiser vorgeführt. In der einen Version wurde Tegeve von M'Eas bestraft und versklavt[5] (→ Der Weg in den Schatten) und in der anderen begnadigt und freigelassen (→ Der Weg in das Licht). So teilte sich der Kosmos in zwei parallele Universen, von denen das eine durch die Rache geleitet zur Schatten- und, die von der Gnade bestimmte, zur Lichtwelt wurden. Wir und Port Kunterbunt existierten in der Schattenwelt fort.

Doch dies waren erst einmal unsere geringeren Sorgen. So wurde der Winter kälter und das Leben in Port Kunterbunt härter. Nur durch die Stärke unserer Gemeinschaft, die solidarisch zusammen stand, überlebte der Großteil von uns diese unerbittliche Zeit unbeschadet. Als das Wetter wieder milder wurde, zogen Carah, Funke, Ma-Chao, Vergorian, Wattorock und ich durch ein Portal, welches Vergorian im Iskasat aufgespannt hatte, nach Asthon in die Mittellande. Wir wollten dort in einigen Städten der unterschiedlichen Länder Niederlassungen für den Wildvogel-Clan errichten. Wir begannen in Dunursburg auf Dormland, schifften uns dann nach Aredroque ein und reisten über Brabant, Trigardon und Bretonien nach Drakenstein, welches wir gen Westen weiter durchreisen wollten. In einigen Städten erwarben wir Häuser als Niederlassungen, welche Vergorian mit einem Teleportationssystem mit den Portalwagen in unseren größeren Lagern Port Kunterbunt, Gentzahr, Bijiaoah und Port Rhiannon verband. Eine Einkehr in das Gutshaus zum reisenden Pilger in Drakenstein[6] sei hier lediglich deshalb erwähnt, weil wir dort verschiedene Kontakte knüpfen konnten.[7]

Kurz nach dieser Rast ergab es sich dann, dass ich eines Nachts durch die acht Schattenköniginnen entführt und in ein Verlies des Schattenkaisers M'Eas Darakastoras in einem gigantischen Baum in der Stadt Haidan auf der Welt Haidania verschleppt wurde. Nach einer Zeit der Folter und der Qual gelang es meinen Freund*innen, mit welchen ich aufgebrochen war, mich zu befreien (→ Entführung in das Reich der Schatten). Unterstützt wurden sie hierbei von der Feuermagierin Neraida Melahath-sunni, dem Skor Zirrn, dem Seraph Taixan Sîndorath, der Streunerin Jinny und dem Galva Shas'Ui Vior'La Shas'shi.[8] Gemeinsam kehrten wir vorerst in die Geborgenheit von Port Kunterbunt heim, wo uns ein wunderschöner Frühling erblühte.

Im Frühling (S. 99 bis 100)

Carah Mondtanz & Degordarak dal Randjasiz in Port Kunterbunt

(siehe BdR-9/S. 1401 ff.)

Die folgenden Wochen verwendete ich, um Informationen über meine Jugendjahre zusammenzutragen. Dies erwies sich als gar nicht einfach, da ich vier vollkommen unterschiedliche Erinnerungen an diese Zeit in mir trage. Zudem existieren in der aktuellen Gegenwart verschiedene Hinweise und Belege für die Korrektheit der einzelnen, sich gegenseitig scheinbar ausschließenden, Theorien über meine Jugendjahre. Die parallel zueinander laufenden Schilderungen dieser Zeit will ich unter den Titeln »Akzurflammen-Theorie«, »Dere-Theorie«, »Erde-Theorie« und »Nuon-Theorie« in diesem »Buch der Reisen« festhalten.

Neben dieser Recherche begab ich mich über unser Teleportationssystem gemeinsam mit Carah in verschiedene Niederlassungen des Wildvogel-Clans, zu denen, neben den von uns in den Mittellanden auf Asthon erschlossenen, weitere in verschiedenen Städten Aventuriens, im Ethernphils der Lichtwelt und auf Nirn, Dalkar und Nuon hinzugekommen waren. Nahe der Stadt Greifenstolz in Drakenstein, wo wir bei unserer letzten Reise eine Niederlassung geschaffen hatten, kehrten wir auch wieder im »Gutshaus zum reisenden Pilger« ein.[9][10]

Das lilane Ei (S. 122 bis 123)

(siehe BdR-11/S. 1720)

Durch einen Nebel kamen Carah und ich an eine Taverne, die vollständig von einem solchen umgeben war. Wir erfuhren, dass wir uns wohl in einem Nebel im Gebirge im Zentrum des Corunjanischen Städtebundes auf der Iberischen Halbinsel im äußersten Südwesten der Mittellande befanden. In jenen Tagen, die wir dort verbrachten, bevor wir mit dem Elf Yanali in das nördliche Pelrapeira weiterzogen, trafen wir auf Sir Senuar aus Calandris und seine Begleiter*innen und fanden den Augenstein des Miru. Auch hatten wir Zeit, etwas über verschiedene Zauber zu lernen und uns mit einigen kleineren Rätseln auseinanderzusetzen. Mit dem Gesichtsmetamorphosezauber[11] hatte ich ein kleines Missgeschick. Anscheinend bin ich in der Verwandlung stecken geblieben. Da ich mir die Verwandlung aber sowieso angewöhnt habe, ist dies zumindest vorerst sogar ein kleiner Vorteil für mich.[12]

Bevor Carah und ich im Sommer des Jahres nach Pakyrion reisten, nahm ich mir Zeit, um ein nachträgliches Gedächtnisprotokoll zur Entführung in das Reich der Schatten in diesem Buch festzuhalten. Eine Gegebenheit, bei der mir auffiel, dass sich von diesem Kapitel an, die Reihenfolge verkehrt hat, in welcher ich zusammenfassende, biografische Texte zum Einen und Subtexte und Notizen zum Anderen im Buch der Reisen anzuordnen pflegte. Im Sommer hatte ich eines Nachts eine Vision. Ich sah den Lichtkaiser M'Eas Darakastoras und den Schattenkaiser M'Eas Darakastoras. Alle drei legten wir jeweils ein Ei. Jenes von mir war lila, das vom Lichtkaiser grün und das Ei des Schattenkaisers schwarz. Dann sah ich das Gesicht einer jungen Waldelfe, deren Namen ich als Meas Drachenherz kannte. Ich erwachte und lag in meinem Wagen. Durch die Tür, welche sich wie von Zauberhand öffnete, entflog ein winziger lilafarbener Drache. Carah kam einige Minuten später in den Wagen. Sie war wohl kurz draußen gewesen. Ich schwieg über das soeben Geschehene. Was hatte das zu bedeuten?

Turney in Salzfurt & Jahresfeier in Port Kunterbunt (S. 130 bis 132)

Degordarak dal Randjasiz & Shei Hamatb Ac'ubyr in Salzfurt

(siehe BdR-11/S. 1722 ff.)

Danach ging es, wie bereits angekündigt, mit dem Blattamulett nach Salzfurt in Pakyrion. Unter anderem wollte ich in dieser Stadt an einem Turnier der Poesie teilnehmen.[13] Hier wurden wir tief im Land der Krähenfelser mit verwirrten Spinnen, zersetzender Gier, einer sich gegen diese Gier wehrenden Salzgöttin und dunklen Kultist*innen konfrontiert. Carah und ein junger Mann namens Tjalf wurden bei einer nächtlichen Beobachtung Zeug*innen eines dunklen Rituals, bei dem die »Kor«, das »Große Tier« und/oder eine »Göttin der Weisheit« angerufen wurden. Am Ende der Turney, bei welcher sich im Nahkampf, im Bogenschießen, in der Poesie, der Liedermacherei und der Handwerkskunst gemessen wurde, gelang es uns, den Spinnen zu helfen und einen ersten Schritt wider der Gier zu setzen. Ob es uns jedoch gelungen ist, die Göttin zu besänftigen, und was es mit den Kultist*innen und ihrem Ritual auf sich hatte, liegt weiterhin im Dunkeln. Sehr sympathisch waren mir die Koboldin Naracka mit ihrer Höhlenratte Rufus und die Bardin Shei Hamatb Ac'ubyr. Letztere beschloss, uns zusammen mit ihren Begleiter*innen Kimi, Tjalf und Tar im Anschluss nach Port Kunterbunt zu begleiten, von wo sie später in die Mittellande und dann weiter nach Mondburg ziehen wollten. Mit Chandras Hilfe band ich ein Buch, welches ich Carah für ihre Aufzeichnungen schenkte.[14]

Nach unserer Rückkehr aus Pakyrion stand die erste Jahresfeier von Port Kunterbunt an, zu welcher Mitglieder des Wildvogel-Clans aus allen Niederlassungen herbei gekommen waren. Wir begingen sie mit politischen Lesungen und Diskussionen mit Zhou Yu, Kane Legion, dem Unsichtbaren Komitee, Abdelaman ibn Hairun, mir und einigen weiteren, einem Jugger-Turnier, zu welchem die Oktopoden von Port Kunterbunt, die Gentzahr Adler, die Flugkatzen von Bijiaoah und der Port Rhiannon Wudu-Sturm gegeneinander antraten, und zum Abend hin gab es ein künstlerisches Programm, bei dem die Bard*innen Konny Turgutz, Ma-Chao Shimazu, Riona Talara, Shilope Asirielle, Shei Hamatb Ac'ubyr, Ranarion Vogelsang, Wayne Lost Soul und auch ich, sowie die Musikgruppe Puqumaca Tamboo die Menge unterhielten. Der imposante Feuertanz von Funke, Theateraufführungen und diverse weitere Darbietungen sorgten für Kurzweile. Mit unzähligen Leckereien und Getränken beschlossen wir das erste Jahr unseres Bestehens.[15]

Am Rande der Festlichkeiten beschlossen Jinny Cuchillo, Bjala'Kia-lac, Kono-Hoq, Tolo Qun, Ma-Chao und Funke, gemeinsam mit dem Jucumaqh Túpac Amaru von Port Rhiannon aus in die aventurische Südsee zu stechen, um etwas über die al'anfanischen Kolonien in Uthuria herauszufinden und Túpac Amaru somit bei seinem Befreiungskampf zu helfen.[16]

Der nächste Winter (S. 134 bis 136)

Degordarak dal Randjasiz mit 1312-Bier rezitiert Gedichte im Gutshaus zum reisenden Pilger

(siehe BdR-11/S. 1855 ff.)

Nachdem wir im Rahmen der Jahresfeier von Port Kunterbunt Kane Legion, Zhou Yu, Sergej Fourper und Ajay Kühn kennengelernt und mit diesen Freundschaft geschlossen hatten, assoziierte sich der Wildvogel-Clan gegen Ende des Jahres 10.009 d.AS. mit deren Bruderschaft von Nod als WvC-NOD. Auch schlossen wir einen Kontrakt ab, um künftig das Bier 1312 von Sergej's Kollektiv auf der Erde zu beziehen. Die nötigen Kontakte würden wir ab 10.010 d.AS. über eine Niederlassung im Hausprojekt »Tanzende Spinne« in Berlin auf der Erde halten können. Außerdem stachen Ma-Chao, Funke und einige andere, wie zur Jahresfeier geplant, mit dem Katamaran »Wilder Vogel« von Port Rhiannon aus in See. Carah und ich bereisten erneut die Mittellande auf Asthon. Im »Gutshaus zum reisenden Pilger« trafen wir erneut auf den Capitán Joaquim Valdéz der Legión Naval der Castellanis aus dem Land Jarlow und auf Arwein und seine Leute vom Fuß
Das Banner der Söldner*innen vom Fuß
. Beide hatten wir hier schon zuvor getroffen und ersterer lud uns zum Sommer nach Pueblo de la Luna an der Ostküste Jarlows ein. Außerdem traf ich neben Lyra Mondmädchen auch auf meinen alten Lehrmeister Tirion Finlass, der nun dem Orden der Lydra angehörte. Ich gab mich ihm zu erkennen und unsere Wiedersehensfreude war groß. Wir verabredeten, uns künftig zu treffen.[17][18]

Den folgenden Winter verbrachten wir zurückgezogen in Port Kunterbunt. Durch unser Netzwerk von Niederlassungen und Siedlungen gelang es uns dieses Jahr besser, die harte Zeit zu überwinden. Diesmal musste keine*r an Hunger leiden und auch die Kälte ließ sich besser aushalten, da wir nun weitere Rückzugsorte besaßen. Zwar war es dennoch weniger lebhaft als im Sommer, aber es kehrte auch eine gewisse Besinnlichkeit ein.

Außerhalb unserer Gemeinschaft – in den Städten des Schattenkaiserreichs – wurden wir Spielleute jedoch immer häufiger Opfer von Gewalttaten von »Cops«. So nannten wir die Angehörigen der Azocii Copsahim por Arbaksz dunk Buntah (A.C.A.B.) unter Poliza Hammerfaust, die im Namen des Schattenkaisers Angst und Schrecken unter die Bevölkerung trugen und jedes Lachen erstickten. Wildvögel verschwanden und wurden manchmal tot wieder aufgefunden. Die Atmosphäre wurde eisiger und uns war bewusst, dass es sich auch in unseren befestigten Wagenburgen auf Dauer nicht würde unbeschwert weiterleben lassen.

Das Ahnenfest in Pueblo del Sol (S. 147 bis 150)

(siehe BdR-12/S. 2000 ff.)

Der Frühling kam, in welchem sich das Zusammenseien von Carah und mir zum zweiten Mal jährte. Ich baute ihr des Nachts vor unserem Wagen ein Schild, auf welches ich eine Jinnyjo-Wildkatze zeichnete, die sich an den Schriftzug »Katze« schmiegte. Außerdem besuchte ich Ajay und Sergej in unserer Niederlassung in ihrem Hausprojekt »Tanzende Spinne« in Berlin auf der Erde und Zirrn stellte sein Skorim-Buch Nach'manthar fertig, welches die Wildvogel-Clan-Siedlung Traumnest beherbergen sollte.

Für mich gab es während dem nun wieder wärmer werdenden Wetter viele anstrengende Stunden, in welchen Vergorian mich in den Portalzauber einführte, da ich noch in diesem Sommer eine Reise nach Vvardenfell auf Nirn antreten sollte, um dort Niederlassungen zu initiieren.

Dann kam der Sommer und Carah und ich kamen der Einladung von Joaquim Valdéz nach, das Ahnenfest der Castellanis in Jarlow zu besuchen. Nachdem wir uns in unsere Niederlassung in Greifenstolz begeben hatten, reisten wir von dort westwärts, um uns am Meer nach Jarlow-Stadt einzuschiffen. Dort angekommen erfuhren wir, dass das Ahnenfest nicht wie bisher gedacht in Pueblo de la Luna sondern in Pueblo del Sol stattfinden sollte. Dies lag um einiges weiter entfernt von Jarlow-Stadt am südwestlichen Ende des Camino Luchar. Bereits auf dem Weg trafen Carah und ich auf Tirion und einen Begleiter vom Lydra-Orden. Den letzten Abschnitt des Weges legten wir somit in Gesellschaft zurück. Die Feierlichkeiten rund um das Ahnenfest und eine Währungsunion zwischen Jarlow und Bretonien, welche ebenfalls in Pueblo del Sol begangen werden sollte, wurden von Angriffen von Wildlingen überschattet, die durch einen finsteren Vampir aufgewiegelt und angeführt wurden. Erst kurz vor dem Festakt gelang es uns ein Ritual rund um uralte Opferstelen im nahen Walde zu vollenden und dem Schrecken damit ein Ende zu bereiten. Kritisieren muss ich an dieser Stelle auch den castellianischen und bretonischen Adel, der die Wildlinge durch eine Politik der Entmenschlichung in die Fänge der finsteren Kreatur trieben.

Noch bevor wir die Ereignisse rund um Vampir und Wildlinge beheben konnten, halfen Carah und ich einer Gruppe rund um die Schausteller*innen Luisa und Ulle, ein Theaterstück mit dem Titel »El Boracho – Die Geschichte vom Leben, Straucheln und glücklichen Fortleben des Pedro Castellani« aufzuführen. Wir ergänzten das Werk, welches ursprünglich aus drei Aufzügen bestand, um zwei weitere Aufzüge und schmückten es noch ein wenig aus. Zudem ließ ich mit Minne ein eigenes Gedicht einfließen. Das Ganze wurde ein voller Erfolg.[19]

Am Rande all der Aufregung schaffte ich es, einiges von Tirion zu lernen und ihm von den Jahren seit unserem letzten Treffen zu erzählen. Außerdem ist eine Vision, welche Carah eines Nachts hatte, zu erwähnen. Sie handelte von einem Stein namens Minmatar, einer finsteren Wesenheit, die Hydra genannt wurde und einem Speer, welchen der Schattenkaiser erschaffen hatte.[20]

Reise nach Vvardenfell (S. 155 bis 160)

(siehe BdR-12/S. 2033 ff.)

Anschließend begann ich eine Reise auf die Insel Vvardenfell, welche zur Provinz Morrowind des Kaiserreichs von Tamriel auf der Welt Nirn gehört und wo das Jahr 4Ä 2 geschrieben wurde, um dort Niederlassungen für den Wildvogel-Clan einzurichten. Die Portale der Niederlassungen im Rahmen des Teleportationssystems sollte ich mittels des Portalzaubers und spezieller, von Vergorian angefertigter, Knickfoki, welche alle nötigen Modifikationen enthielten, erschaffen. Hierzu hatte Vergorian mir eine Handvoll der Knickfoki mitgegeben. Meine Reise begann ich in der Niederlassung in der Stadt Leyawiin der Provinz Cyrodiil. Von dort schiffte ich mich zusammen mit dem dortigen Wildvogel Tar'Gonsh – einem Argonier, der Wegbegleiter von Laisa Darakastoras als auch von einer gewissen Ray Shinza gewesen war und mit dem im Jahr zuvor schon Vergorian und Wattorock gereist waren – zu einer Überfahrt nach Ebenherz auf Vvardenfell ein. Niederlassungen sollten in Ebenherz, Vivec, Sadrith Mora und Balmora entstehen. Zunächst führte uns unser Weg also gen Nordosten nach Vivec, von wo wir mit dem Schiff weiter nach Sadrith Mora reisen wollten. Es folgten weitere Passagen mit dem Boot nach Dagon Fel und von dort nach Khuul. Mit dem Schlickschreiter ging es mit Zwischenstopp in Ald'ruhn nach Balmora und von dort zu Fuß über Caldera, Hla Oad und Seyda Neen zurück zum Ausgangspunkt in Ebenherz.

In Sadrith Mora lernten wir den Dwemer-Dunmer-Mischling, Magier und Psijic-Lehrmeister Thanthet Brân vom Haus Telvanni kennen. Dieser war in der Zweiten Ära ein Krieger des Ebenherz-Pakts gewesen und eröffnete mir, dass ich wie er ein Dovahkiin sei und das Thu'um – eine Form der Drachenmagie – erlernen könne. Zumindest die theoretischen Grundlagen der ihm bekannten Schreie lehrte er mich. Von einer Anwendung bin ich noch weit entfernt. Eine Reise nach Himmelsrand mag dafür nützlich sein. Mit der Hilfe von Thanthet war es ein Leichtes, unsere Aufgabe in der Hauptstadt des Hauses Telvanni zu erledigen.

Während unserem Zwischenstopp in Khuul unternahmen Tar'Gonsh und ich einen Ausflug in das Lager des Aschländer*innenstammes der Urshilaku. Deren Weise Frau Nibani Maesa teilte mit Tar'Gonsh eine Vision von dessen Urenkelin Zolah Dreamwalker, die im Jahre 4Ä 201 (10.209 d.AS.) eine große Heldin in der Provinz Himmelsrand werden sollte. Außerdem lud uns der Ashkhan Sul-Matuul ein, die Nacht zu bleiben und an einem kleinen Fest teilzunehmen. Am nächsten Tag ging es zurück nach Khuul. Für Sul-Matuul nahmen wir noch ein Päckchen Schmuck mit, welches wir in Khuul an den Händler Thongar übergeben sollten.

Nachdem wir das Päckchen übergeben hatten, wurden wir Zeugen, wie eine Wache des Hauses Redoran eine Khajiit namens Morigha abführte. Wir hatten sie und ihren Bruder Lujurrt des Mittags auf unserer Wanderung getroffen und waren von ihnen freundlich zum Essen eingeladen worden. Nun wurde ihr vorgeworfen, Mondzucker und Tollkirschen mit sich geführt zu haben. Lujurrt war verschwunden. Wir halfen ihr aus dem Gefängnis und begaben uns auf die Suche nach ihrem Bruder. Fündig wurden wir in der Ashir-Dan-Höhle nahe Khuul, wo Lujurrt von einer Gruppe khajiitifeindlicher Rassist*innen gefangen gehalten wurde. Nachdem wir auch ihn befreit hatten, übergaben wir seine Peiniger*innen der Gerichtsbarkeit des Hauses Redoran. Am Morgen des nächsten Tages setzten wir unseren Weg nach Ald'ruhn fort.[21]

Die weiteren Etappen verliefen ohne größere Vorkommnisse. In Ald'ruhn erlebten wir zum Glück keinen der gefürchteten Aschestürme und in Balmora genossen wir ein paar Tage die alte und lebendige Stadt. Nachdem wir nach Norden über Caldera und dann weiter gen Westen zur Bitterküste gewandert waren, begann der letzte Abschnitt unserer Reise. Wir bestaunten die alte Dunmer-Festung Hlormaren, legten auf unserem Weg nach Hla Oad ansonsten aber keine größeren Pausen ein. Auf die Erforschung eines der Daedra-Schreine oder einer der zahlreichen Ahnen-Grüfte, welche sich hier befanden, ließen wir uns nicht ein. Lediglich eine Räuber*innenbande kurz vor Seyda Neen wurde nochmal zu einem kleinen Hindernis, weshalb wir uns für dieses Stück mit weiteren Wander*innen zusammen taten.

Das »Dämonenei« (S. 169 bis 173)

Eine von Degordarak dal Randjasiz gezeichnete Karte der Mine bei Dassrauu im Buch der Reisen

(siehe BdR-13/S. 2087 ff.)

Schon während der Turney in Salzfurt im Vorjahr hatten Carah und ich mitbekommen, dass es in Dassrauu in Pakyrion Probleme mit einigen Njekenim gab. So war im Jahr 10.008 d.AS. wohl der Bruder zweier zwei als »Dämonentrödler« bekannter Njekenim getötet worden, was den Zorn von deren Vater heraufbeschwor. Dieser schien zwar, wenn er sich auch »Herr der Niederen Schrecken« nannte, kein waschechter Kuranjeken (Dämon) zu sein, drohte aber dennoch mit der Zerstörung von Dassrauu, sollte es keine Wiedergutmachung geben. So hatte während der Turney unter anderem Shei zugestimmt, dass in Dassrauu sein Enkelsohn – halb Njeken, halb Mensch – aus einem Ei schlüpfen und dort groß werden sollte. Nun war das Ei kurz vor der Geburt verschwunden und der Großvater kochte vor Zorn. Ich hatte in einem Traum aus der Perspektive eines Drachens in dessen Hort auf einem Felsplateau mitbekommen, dass dieser sich inmitten seiner Schätze einsam fühlte. Konnte es sein, dass der Drache sich das Ei geschnappt hatte? Diese Frage und der Wille, Dassrauu zu helfen, waren Grund genug, dass auch Carah und ich die Reise nach Pakyrion auf uns nahmen, um Shei und die Bewohner*innen des Dorfes zu unterstützen. Auch Carah hatte einen Traum, welcher Pakyrion betraf, mir jedoch weit verwirrender erschien. Nach unserer Ankunft wurde recht bald klar, dass sich das Ei, anders als ich vermutet hatte, nicht im Nest eines Drachens sondern in einer alten, magischen Zwergenmine nahe dem Dorf befand. Dort hingekommen war es wohl, weil ein Druide, der das Ei für ein Ritual benutzen wollte, es dort versteckt hatte. Mit dem Ritual hätte er ein Portal in eine Drachenwelt öffnen wollen, um von dort ein Drachenweibchen für Palandir, der der einsame Drache aus meinem Traum sein musste, herbei zu locken. Da die Mine voller Rätsel steckte, verbrachten wir viel Zeit mit der Suche nach dem Ei, freundeten uns mit Höhlengoblins an, mussten gegen Ghule kämpfen und hatten auch mit weiteren Gefahren der Höhle zu tun. Einmal wurde Carah für mehrere Stunden von einer Wurzel gefangen gehalten und ich wartete bei ihr, bis unsere Mitstreiter*innen sie gegen eine Nährlösung frei tauschen konnten. Außerhalb der Mine hatten wir es mit Freischärler*innen aus Krähenfels, einem Werwolf und einem Nachtmahr zu tun. Da ich aber vor allem mit der Erkundung der Höhle zu tun hatte und auch eine Karte eben dieser anfertigte, mussten sich der Bekämpfung der weiteren Gefahren andere annehmen. Ich erlernte von Alexial einen Magie-Spiegel zu wirken und stellte eine Balearische Schleuder her. Carah hatte eine finstere Vision davon, wie Tegeve vom Schattenkaiser gefoltert wurde, um den Speer des Schattenkaisers an eine Wesenheit namens Hydra zu binden. Um dieser finsteren Aussicht auf die Zukunft zuvor zu kommen, beschlossen wir, Abdelaman ibn Hairun, der den Speer Mynokia Valrani besaß, der der Vision zufolge zu dem dämonischen Speer werden würde, zu uns nach Port Kunterbunt zu holen, um uns der Pervertierung des Speeres entgegen stellen zu können. Auch der Plan Tegeve zu befreien, wurde nun ins Visier genommen.

Es gelang uns, das Ei aus der Mine zu bergen, und das Kind von Njeken und Mensch wurde in unserer Mitte geboren, um künftig in Dassrauu aufzuwachsen. Der Großvater war erstmal besänftigt. Hoffen wir, dass er das Dorf künftig nicht mehr bedrohen wird.[22]

Tavernenleben & Befreiungspläne (S. 184 bis 191)

Exocuahn-Siegel mit Konstruktionsplänen für Purin Magno Pitch (PMP) und Arcano-Tanks (ATs) im Buch der Reisen

(siehe BdR-15/S. 2437-2442 & 2484-2485)

Im Herbst wandte sich Vergorian an mich, um die Baupläne zweier zusammengehöriger arcanomechanischer Geräte, welche er »Purin Magno Pitch« und »Arcano-Tanks« nannte und die von Sergej und einigen Freund*innen konstruiert worden waren, als Exocuahn-Siegel codiert in meinem Buch der Reisen zu verwahren. Carah und ich besuchten das »Gutshaus zum Reisenden Pilger«, wo wir vom Capitán Joaquim Valdéz unsere Identitätspapiere für das Lande Jarlow erhielten. Hier lernten wir auch zwei Piraten kennen, die uns anboten, einen Ablenkungsangriff auszuführen, damit wir würden Tegeve befreien können. Der genauere Plan sieht so aus, dass wir abwarten werden, bis der Schattenkaiser mit seinem Gefolge und auch seiner Sklavin Tegeve eine seiner Meeresfestungen – wie zum Beispiel Bolan'Dur in Hagia auf Garath oder Festung Tharnhammer in Irongard auf Dere – besucht. Dann wird ein von Vergorian und Wattorock gestützter Angriff von See aus ablenken, damit wir mit einem kleinen Stoßtrupp die Befreiung durchführen können. Das moralische Dilemma ist, dass zumindest einer der hilfsbereiten Piraten seit einem Seegefecht untot ist. Ein Bündnis, auf das wir uns einlassen müssen, wenn wir Tegeve zur Freiheit verhelfen wollen.[23][24]

Zunächst kam jedoch der Winter. Ein letzter Ausflug in diesem Jahr führte Carah und mich ins nahegelegene Sarnhok in die »Taverne zwischen den Welten«. Dort lernten wir Dana Gruber, Tristan und Marie, Herrn Quarz, Bernfried, Antonius und Marius kennen und auch Arwein und seine Leute Brox und Mortrang trafen wir erneut.[25][26] Wir beschlossen, diese Taverne in der Nähe von Port Kunterbunt künftig häufiger zu besuchen.

Am 31. Selene, kurz vor der Jahreswende kehrte der Wilde Vogel nach Port Rhiannon zurück. Die Wiedersehensfreude mit Ma-Chao und Funke war riesig und auch über all die anderen bekannten aber auch über die neuen Gesichter freuten wir uns. Túpac Amaru und Jinny Cuchillo waren nicht unter den Rückkehrer*innen. Sie hatten beschlossen, auf dem aventurischen Festland weiter zu wirken. Der Rest wollte einige Zeit im Schutz unserer Siedlung verweilen, um anschließend immer wieder und in wechselnder Besetzung zu Piraterie und Sklav*innenbefreiung gegen Al'Anfa aufzubrechen. Unter den neuen Gesichtern waren die Piratin Ruby Perur und Meas Drachenherz, von deren Geburt ich einst geträumt hatte, sowie deren Begleiterinnen Tayla Talin und die Amauna BaoRan und RiShu. Auf dem Versammlungsplatz von Port Rhiannon organisierten wir spontan ein Fest mit Kokosnüssen, gebackenen Bananen und frischen Früchten. Es gab Musik von Puqumaca Tamboo, Ma-Chao und Meas Drachenherz. Funke tanzte mit dem Feuer und immer wieder badeten wir im warmen Wasser des Meeres. Spät in der Nacht gingen Carah, Funke, Ma-Chao und ich durch den Portalwagen zurück in das verschneite Port Kunterbunt.

Als Carah und ich zu Beginn des Jahres 10.011 d.AS. von einem Ausflug in das »Gutshaus zum Reisenden Pilger« zurückkehrten, wo wir einige alte Bekannte wiedergetroffen und einen Paladin namens Logan Mac Kanzee kennengelernt hatten,[27][28] erfuhren wir, dass der Wildvogel-Clan von Chalissah II. von Zerrikania jeweils ein Gebäude in den Städten Jelkala und Praven in Calradia auf Gorra geschenkt bekommen hatte, die nun zu neuen Niederlassungen werden sollten.[29]

Kurz danach begaben Carah und ich uns erneut nach Sarnhok, wo wir handelten und im Anschluss die »Taverne zwischen den Welten« besuchten. Wir kamen mit Shlomo Israel Rosenboom aus Tulderon im Lande Aklon ins Gespräch, der dort für das Haus des Fürsten von Landsberg tätig ist und eine Drachenzucht sowie Edelsteinabbau betreibt. Ich erzählte ihm von dem Problem mit dem liebestollen Palandir und überlege, eine der Vorlesungen über Drachen an der Universität in Tulderon zu besuchen. Den Söldner Jörg aus Andergast überredete ich, nicht weiter als Söldner durch die Lande zu ziehen und für Gold sein Leben zu riskieren, sondern stattdessen mit uns nach Port Kunterbunt zu kommen. Neben ihm begleitete uns am nächsten Tag noch Antonius mit einem weiteren Kameraden, dem ich in der Taverne knapp das Leben retten konnte, der aber dringend professionellere Hilfe benötigt. Ein Fluch – so scheint es – frierte ihm Hals und Lunge zu und obwohl ich einen Teil der wirkenden Magie zerstören konnte, muss er dringend zu kundigeren Magierheiler*innen. Einer der schnellsten Wege führt über unsere Portale. Mit Bruder Johannes vom Orden »Tenebras Vollstrecker« deckte ich eine Vampirin auf, als ich sie im Astralraum betrachtete, ihre sikaryansaugende Aura erblickte und die Schmerzen des Nichts litt. In Laif vom selben Orden fand ich eine mögliche Unterstützung für die Befreiung von Tegeve und bekam auch die Herstellung von Quasselwasser erklärt. Mit dem Barden Harlekin sprach ich über eine mögliche Vertonung meines Gedichts »Wilder Vogel« und später konnte ich bei der Aufklärung eines Streichs zweier Halbdrachinnen gegen ihn helfen. Mortrang vom Fuß, Tristan und Marie trafen wir auch wieder. Selten zuvor habe ich an einem einzelnen Abend derart viele aufregende Dinge erlebt.[30][31]

Nachdem wir am nächsten Tag Port Kunterbunt erreicht hatten, luden wir Antonius und seinen Kameraden noch zum Essen ein, bevor Vergorian ihnen den Weg über unsere Portale nach Mythodea öffnete. Für uns stand an diesem Abend der Beginn des Frühlingsfests an, den wir bis zu den ersten Sonnenstrahlen feiern würden. In den Stunden des Schlafes, die wir uns am Vormittag gönnten, hatte Carah wieder eine Vision vom Minmatar und der finsteren Hydra. Am Nachmittag setzte sich das Fest fort.

Das nächste Mal zog ich zusammen mit Jörg zum Handeln nach Sarnhok. In der »Taverne zwischen den Welten« dankte uns Antonius nochmal und ich erfuhr, dass Bruder Johannes von Tenebras Vollstreckern im Kampf gegen einen Vampir gefallen war. Einen anderen Vampir namens Alucard, der behauptete, sich nicht von Menschenblut zu ernähren, lernte ich hier kennen.[32][33]

Über Mythodea, Diamond City und Pakyrion (S. 204 bis 209)

(siehe BdR-16/S. 2577-2587)

Weitere Ausflüge in die »Taverne zwischen den Welten« folgten, bevor es mich das nächste Mal in die Ferne zog. Bei diesen Abstechern nach Sarnhok waren mal Carah und mal Jörg dabei. Harlekin teilte die Bühne mit mir, sodass ich nach Längerem wieder mit meinen Gedichten auftrat[34] und ich pflegte alte Bekanntschaften und schloss zudem neue. Solch eine Taverne ist der ideale Ort, um die verschiedensten Figuren kennenzulernen. So lernte ich zum Beispiel Finn Tauber – jenen Kameraden von Antonius, dem ich zuletzt das Leben gerettet hatte – besser kennen und erfuhr von ihm einiges über seine Heimatwelt Mythodea, in der ein Kampf zwischen den Elementen und pervertierten Widerparten eben dieser tobte. Etwas liegt um diese Welt, was ein magisches Eindringen fast verunmöglicht und auch Artefakte, die in anderen Welten magisch sind, verlieren ihre Wirkung dort, um zurückgekehrt wieder ihre volle Kraft zu entfalten. Ich habe keine Ahnung, wie Vergorian ihnen bei der Heimkehr durch ein Portal helfen konnte. Einen Weg aus den anderen Welten nach Mythodea sollte eigentlich nur die Mitrasperanische Hanse kennen, mit deren Vertreter Tares Windschreiter mich Finn würde bekannt machen können.[35][36]

Kurz bevor ich zum Jahrmarkt in Dassrauu nach Pakyrion reisen wollte, hatten Carah, Jörg und ich nach einem ausgedehnten Trinkgelage einen merkwürdigen und sehr realen Traum, der uns erfasste, als wir am Strand von Port Kunterbunt einschliefen. Wir waren in einer gigantischen Öde. Jene Bäume, die nicht tot waren, waren durch eine mir unbekannte Energie vergiftet. Erste menschliche Bewohner*innen begegneten uns feindselig. Es gelang uns, sie trotz mechanischer Feuerwaffen, über die sie verfügten, zu überrumpeln und zu besiegen. Mit meinem Feuerbolzen-Zauber hatten sie nicht gerechnet. So nahmen wir ihnen ihre Kronkorken ab, statt sie uns unsere. Dabei stellte sich uns die Frage, was so bedeutsam an den Verschlüssen des 1312-Bieres sei, welches uns Sergej aus der Tanzenden Spinne liefert. Wir wandten uns wieder unserer Umgebung zu. Am Horizont nahmen wir die Silhouetten der Ruinen gigantischer Städte wahr. Nach einer längeren Wanderung erreichten wir eine solche. Sowohl die Häuser als auch die Wracks von selbstfahrenden Kutschen erinnerten mich an den Besuch in der Tanzenden Spinne in Berlin im vergangenen Jahr bzw. an den Bericht des Aventurischen Boten Nr. 182 (Rahja 1040 BF) über den Mann, der vom Himmel fiel. Nur war das hier alles zerstört. Was einst glanzvoll gewesen sein mochte, war nur noch verbrannter Schrott. An einem Lagerfeuer erfuhren wir von einigen Verrückten, die wir nach einer anfänglich aggressiven Diskussion zum Gespräch überreden konnten, von einer belebten Stadt namens Diamond City. Dort wollten wir hinreisen. Vielleicht würden wir dort erfahren, wo wir waren und wie wir zurückkehren könnten. Wir verließen die Ruinenstadt in die geheißene Richtung, gerieten noch einmal mit Banditen aneinander und fanden dann in einem Haus abseits der Wege, dessen vor Jahrhunderten mumifizierte ehemalige Bewohner*innen uns nicht mehr stören würden, eine Bleibe für die Nacht. Ich versuchte in der Sicherheit des Hauses ein Portal nach Port Kunterbunt aufzuspannen. Es gelang. Wir durchschritten das Portal und erwachten am Strand, wo wir gestern eingeschlafen waren. Jörg war sehr verstört. Ich kann ihm das nicht verübeln.[37]

Nach einem weiteren Aufenthalt in der »Taverne zwischen den Welten«, wo ich den Heiler Jonnesson Eden und den Elf Janali (Anmerkung: war das Yanali, den wir in der Taverne im Nebel getroffen hatten?) kennenlernte und Jörg einen Blick in den Astralraum ermöglichte, der seine Weltsicht erweiterte,[38][39] zog es mich – während Carah mit Liu Ai an Plänen für den »Möwenschwarm« als schwimmende Siedlung arbeitete – nach Pakyrion, von wo ich zuvor bereits wieder geträumt hatte. Der »Jahrmarkt der 100 Wunder« war in Dassrauu zu Besuch. Das Programm war morbide und es kamen finstere Träume unter den Bewohner*innen und Gästen des Dorfes auf, die sich über die folgenden Nächte in ihrer Grausigkeit steigerten und auch Auswirkungen auf die Realität entwickelten. So wachten zum Beispiel Personen, denen im Albtraum körperlicher Schaden zugefügt wurde, mit eben diesen Verletzungen auf. Ursache waren Dimensionsmotten, welche die Schausteller*innen des Jahrmarktes benötigten, um in ihre Heimatdimension zurückzukehren, und deren Eier uns als schwarzes Salz verabreicht worden waren. Wir entschlossen uns, den Schausteller*innen zu helfen und das Loch im Gefüge des Kosmos, welches durch ihre Heimreise entstehen würde, anschließend zu flicken. Während diesem Vorhaben wurden wir von einer anderen Gruppierung aus ihrer Dimension angegriffen, die mit ihnen verfeindet war und die Rückkehr verhindern wollte. Nach einer aufreibenden Schlacht gelang es Sir Edward, einen Frieden zu verhandeln, sodass wir die Wunde in der Haut der Welt mit einer beinernen Nadel und Spinnenseide verschließen konnten. Mein Kopftuch war während der Schlacht soweit zerrissen, dass ich es anschließend nicht mehr gebrauchen konnte und ich erstmals seit den Ereignissen, die mich hatten Degordarak werden lassen, meine weiße Haarsträhne und damit meine einstige Identität offenbarte. Wahrscheinlich ist eine Verleugnung dieser Vergangenheit spätestens seit dem Ende des Kaiserkrieges auch nicht mehr von Bedeutung. Aber spätestens seit der Gefangenschaft in den Kerkern des Schattenkaisers will ich auch nichts mehr mit ihr und der alten Identität zu tun haben. Egal, ob ich von früher erkannt werde, ich bin Degordarak und nicht Meas.

Zeichnung von Harac im Buch der Reisen, S. 197 gezeichnet von Jishinchan

Mit Alistair trug ich die verschiedenen offenen und geschlossenen Aufgaben und Probleme zusammen, um sie uns auch später wieder bewusst machen zu können. Gerrik bat mich um Verzeihung für den Fehltritt von einst, die ich ihm gewährte, und wir unterhielten uns lange. Auch über das Wiedersehen mit Chandra freute ich mich. Vom Kryptozoologen Flix Lindstrom erhielt ich eine Abschrift von dessen Aufzuchttagebuch über den Käfer Habertus und einen vierflügeligen, maritimen Vogel, den ich benennen durfte und ihm nach Carah den Namen Harac gab. Beide waren aus Eiern geschlüpft, die im letzten Jahr aus der Mine bei Dassrauu geborgen worden waren und die ich Flix vermacht hatte. Mit Aileen und dem Piraten Tortuga Belial sowie den Elf*innen Chives, Tariel und Alveolas verbanden mich Gespräche, wobei ich mit dem Piraten dessen Karten- und Würfelspiel »Costado« (Breitseite) ausprobierte und mit Letzteren auch verschiedenes Wissen austauschte. Auf dem Jahrmarkt gewann ich aus der Tombola ein magisches Schlossartefakt.[40]

Vorbereitungen im Herbst 10.011 d.AS. (S. 231 bis 237)

(siehe BdR-16/S. 2633-2645)

Anschließend begann ich, mich auf meine Weise für die Fahrten mit dem »Möwenschwarm« vorzubereiten, während Carah sich mit der Organisation der kleinen Flottille befasste... Von Wattorock lernte ich den Umgang mit einem Sextanten, einen Zauber, der in jeder Welt gen Norden zeigt, und begann seine – von Sekai dem Kartographen gezeichneten – Karten des Drachenmeeres, der Sturmsee und der Westsee auf Asthon abzuzeichnen. Über Finn Tauber und Antonius plante ich weiterhin, Kontakt zur Mitrasperanischen Hanse aufzunehmen.[41][42]

Einmal reiste ich mit Jörg nach Amaris Stadt, der Hauptstadt von Eden Amar. Nach einer mehrtägigen Seereise über die Westsee, bei der wir Wale und eine Seeschlange beobachten konnten, fuhren wir den Rio Libre im Südosten des Kontinents hoch, unterliefen somit die Belagerung um die Stadt und kamen dort im Lager/Stadtteil Nuestro unter, in dem das Treiben weniger zivilisiert war, als es den Beschreibungen entnommen werden konnte. Laigin dagegen war zivilisierter als gedacht. Beide Stadtteile sind mit den gleichnamigen Großreichen auf Eden Amar assoziiert. Im Lager der Vielfalt sind zudem die Reiche Shukuboo und Maharandra vertreten.

Degordarak und Jörg in Eden Amar (Foto von TDR-Picture)
Nachdem wir unsere Lagerstätte errichtet hatten, meldeten Jörg und ich uns bei der Präfektur und ich erhielt als Gast die Nummer 366. Die folgenden Tage kämpfte die Stadt gegen die Horden eines Khans des ungeteilten Chaos, welcher sich den Göttern Khornes-Deraxes, Slaanesh-Loki, Nurgle-Vradeg und Tzeentch-Gratzz verschrieben hatte. In seinem Gefolge waren nicht nur zwei Hexen, die wohl zuletzt in der Nähe der Stadt Westfurth in Laigin gesichtet worden waren, und eine handvoll Werwölfe sondern auch eine Viinshar – eine Priesterin der Absoluten Leere der verfemten Elemente, die unter Umständen dem Elementarschänder Rakoth zuzuordnen sind – und Schattenwesen von Assan-Dracul und Dhaza-Jehovah. Gegen diese mächtige Allianz, die mittels magischer Amulette die »Barriere der Schwinge« um die Stadt durchdringen konnte, kamen wir nur mit Mühe und Not an. Die Amulettträger*innen konnten nur mit Klingen aus Schattenstahl verletzt werden. Inwiefern sie durch den Vampir Lucius Dragonetti – der als solcher, also als Maiogran als Wesen des Assan-Dracul betrachtet werden kann – unterstützt wurden, der ein Mitbegründer von Amaris Stadt war und wohl einen Werwolf als Haustier besitzt, konnte weder be- noch widerlegt werden. Nach einer finalen Schlacht gegen die Chaostruppen, in welcher wir ihre Amulette unschädlich machten, aber sie auch ein den Kontinent umspannendes System aus einer Karte und verschiedenen Portalen – zumindest vorerst – vernichteten/außer Kraft setzten, zogen wir los, den Vampir zu töten, erlegten aber nur eine Attrappe.

Die Stadt war zudem sowohl im Stadtrat als auch gegenüber Siegfried – dem ghulischen Diener und Botschafter von Dragonetti – und dem ehemaligen Ratsherren Brego Fuchsblut zerstritten. Umso größer war die Leistung der mandatierten Heerführerin Cora Leonore Immergruen, eine Einheit wider der Feinde des Lebens herzustellen. Zum Schluss feierten wir nicht nur unseren Sieg, sondern auch mehrere Jahrestage und eine Verlobung. Einer kleinen Gruppe um den Helden Tyrael gelang es zudem doch noch, Dragonetti zu stellen und vernichtend zu bannen. Das er für das Beenden des unheiligen Untodes von dem Ghul Siegfried wegen Mordes angeklagt wurde, kann als Farce betrachtet werden, wie ich ihresgleichen sonst nur aus Dassrauu kenne. Durch den Druck der Bevölkerung konnte seine Freisprechung erkämpft werden.

In Nuestro lernten wir die Crew der »Schwarzwind« um Kapitän Christopher D. Sterling kennen und im Lager der Vielfalt kamen wir im »Teehaus zum liegenden Teppich« von Saïd mit Ben al'Habib – dem Souverän des Lagers der Vielfalt, Quartiermeister der Feste der Vielfalt beim Sommerfeldzug in Mitraspera und Führer des dortigen Gelben Banners – und dessen Bruder Yassaf bin Amir al'Habib – dem Rat des Stadtteils – sowie dem bornländischen Rahja-Anhänger Miroslav ins Gespräch. Innerlich tat mir die Unterhaltung mit Sava Saba, die eine Sklavin von Yassaf war und sich ihre Lage nicht eingestehen wollte, weh.

Etliche meiner Aufzeichnungen führte ich analog zu Jörg, der mich auch mit mehreren Skizzen und Zeichnungen unterstützte.[43][44]

Diamond City (Screenshot aus Fallout 4)
Ein andermal verschlug es Carah und mich einige Wochen später nach Pandoria, wo ich zuletzt – in einem gefühlt anderen Leben – im Jahr 10.006 d.AS. war. Noch davor traf ich bei einem Ausflug nach Sarnhok in die Taverne den Maraskaner Dajin mit den flinken Händen und den Werwolf-Vampir Johann von Bärenfels.[45][46] Zudem hatten Carah, Jörg und ich einen neuerlichen Traum vom Ödland, wo das Jahr 2294 geschrieben wurde und in dem wir uns mit Jagdgewehr, Kalaschnikow und Pistole ausrüsten konnten, Diamond City – das in den Ruinen von einem Ort lag, der wohl vor einem großen Feuer oder einem verheerenden Krieg Boston genannt wurde – erreichten, die Spur einer »Vault-Bewohnerin«[47] aufnahmen und ich begann, die Gegend zu kartographieren, was ich in meinem Buch im Unterbewusstsein als Kartenzeichnung aus dem Ödlandtraum mitkrizzelte.[48] In Pandoria wurde in den Zwergenbergen von verschiedenen lichten Bündnissen um eine Zwergenmine als Grenzbefestigung zwischen Pandoria und den unheiligen Ländern namens Heroica gekämpft. Carah und ich enthielten uns den unsinnigen Kämpfen, halfen aber im Lazarett aus und verfolgten den magischen Kampf gegen die finstere Dämonengöttin Violenzia und ihre Schattenwesen. Von Fridolin Rothenberg aus der Stadt Dole auf den Bagadorinseln, der mit Leah Rosental, Lucia und weiteren Gefährt*innen reiste, erfuhr ich von dem »Kompendium der Seemannschaft« des Piraten Askir von der See, welches ich mir künftig zulegen und zu dessen nächster Auflage ich eigenes Wissen beisteuern will. Auch mit Jorg und Jorge, von denen der eine Knappe eines Ritters und der andere ein Waldläufer war, kamen wir über unseren Haselnusslikör und ein Auftragsgedicht ins Gespräch.[49][50]

Freiheitsflug (S. 241 bis 248)

(siehe BdR-16/S. 2654-2665)

Nach unserer Rückkehr aus Pandoria und einem Ausflug in die Taverne in Sarnhok, wo ich mit der corunjanischen Gelehrten Dilgis Aufzeichnungen austauschte,[51][52] hatte ich einen finsteren Traum, in welchem ich miterlebte, wie der Schattenkaiser meine geliebte Carah quälte, ihr erzählte, dass es mir zwar gelungen sei, Tegeve zu befreien und mit dieser zu fliehen, Carah und Jörg jedoch gefangen worden seien. Der Schattenkaiser berichtete, dass Jörg von Akamizu Hajane, Kitenju Kaiko und Haruka Matsumoto Darakastoras gefoltert und hingerichtet würde und dass er nun Carah gebrauchen würde, um den Speer des Schattenkaisers zu erschaffen. Es zerriss mich seelisch, zusehen zu müssen, wie er sie demütigte und ihr Schmerzen zufügte. Als ich erwachte, schrak auch Carah neben mir aus ihren Träumen hoch. Es stand Panik in ihrem Blick und nur langsam konnte ich sie beruhigen. Sie hatte den gleichen Traum aus ihrer eigenen Perspektive geträumt[53] und von Jörg erfuhren wir später, dass auch dieser einen entsprechenden Albtraum erlebt hatte.[54] Wir nahmen nun ein Angebot von Sergej an, der uns bei der Befreiung unterstützen würde, und wollten somit die Ausgangsbedingungen verändern, um diesem grässlichen Schicksal zu entgehen. Wir würden die Befreiung nun als Stoßtrupp aus vier statt aus drei Personen durchführen.

Gemeinsam begaben wir uns nach Drakenstein, wo Vergorian nahe dem »Gutshaus zum reisenden Pilger« ein Portal in ein Tal der Apelioten – einem Gebirge auf Myranor westlich von Aventurien auf Dere – öffnen wollte. Eine Portalreise direkt von unseren Siedlungen aus empfanden wir für dieses Vorhaben als zu riskant, da wir nicht verfolgt werden wollten. Der Abend im Gutshaus war fröhlich und von einem Wiedersehen mit den Söldner*innen vom Fuß und Saïd vom Teehaus aus Amaris Stadt geprägt. Doch auch die vor uns stehende Mission war uns immer wieder ein Thema, das die Stimmung zwischenzeitlich etwas drückte. Zudem lernte ich den drakensteiner Knappen Berold von Krähenau kennen und sprach erneut mit Dilgis.[55][56] Am nächsten Morgen begann unsere Mission.

Gemeinsam mit Vergorian, Wattorock, Sergej, Meas Drachenherz, den Amaunas BaoRan und RiShu sowie mit Liu Ai in den Apelioten angekommen, trafen wir auf den Vinshina-Luftschiffsführer Avin Ter Amando und die Luftschiffpiratin Leila Khaled mit ihrem Schiff namens Dao'Shilong. Nachdem wir Quartier in einer Kajüte bezogen, drei Insektopterarcanomechanische Fluggeräte, von denen hier die Typen Heuschrecke, Hornisse und Drachenlibelle vorhanden waren – im Bauch des Luftschiffes begutachtet und magische Schwebegürtel, die einen Fall aus großer Höhe ungefährlich und steuerbar machten, getestet hatten, flogen wir mit einer westlichen Kurve an die schattenkaiserliche Palastfestung Tharan'Dur heran, die wir nach einem Reisetag in einer bewölkten Neumondnacht erreichten. Vom Meer der Schwimmenden Inseln aus begannen Vergorian und Wattorock mit den untoten Piraten den seit Langem geplanten Ablenkungsangriff auf die Festung, zusammen mit Carah, Sergej und Jörg sprang ich vom Luftschiff ab und wir erreichten mit den Schwebegürteln in der Dunkelheit ungesehen einen Innenhof der Festung. Durch den Seeangriff auf die Festung gelang es uns unbemerkt, einen Wachsoldaten zu überrumpeln und in die Gemächer des Schattenkaisers einzudringen, wo Carah und ich die in einen Verschlag gesperrte Tegeve fanden. Durch den Wachsoldaten, den wir wegen seines erbarmungswürdigen Anblickes nicht getötet, sondern als Sicherheitsrisiko mit uns geschleift hatten, wurde dort jedoch der Pardir Ruasesh auf uns aufmerksam. Zwei weitere Wachsoldaten stürmten heran und kurz kam bei uns die Erinnerung an die Vision unseres Scheiterns auf. Nur vereint gelang es Carah, Jörg, Sergej und mir, unsere Gegner zu bezwingen. Der Pardir wurde von Jörg enthauptet und zusammen mit Tegeve wandten wir uns zur Flucht. Im Lagerkeller fanden wir hinter einem Schrank versteckt einen uralten Geheimgang, durch den wir die Festung hinter uns ließen. Als wir den Tunnel jenseits der Festungsmauern wieder verließen, sprang ein Pardir von den Mauern, um uns zu verfolgen. Eine frische Narbe um seinen gesamten Hals ließ uns erahnen, dass dies Ruasesh war. Ich schleuderte ihm einen Feuerbolzen direkt ins Gesicht und wir stürmten in den Wald. Einige hundert Meter weiter erwarteten uns Avin, Leila und Meas mit den drei Insektoptern. Wir sprangen auf und setzten die Flucht in luftiger Höhe fort. Sechs Drachenlibellen, die von der Festung aufstiegen, um uns zu verfolgen, konnten von Avin mit der Hornisse und Leila mit unserer Drachenlibelle sowie einem von Liu Ai, BaoRan und RiShu bedienten Geschütz am Waldboden abgeschossen werden. Wir erreichten das Luftschiff und flogen mit diesem einige Tage gen Norden, bevor Carah, Jörg, Sergej, Meas und ich uns zusammen mit Tegeve, die nun den Namen Rai'Sharun annahm, über ein Portal nach Port Kunterbunt heimkehrten.[57] Wattorock und Vergorian erwarteten uns dort bereits und Liu Ai traf einige Wochen später ein. Sie hatte sich mit den beiden Amaunas zu der Stadt Balan Cantara durchgeschlagen und dort eine Niederlassung des Wildvogel-Clans eingerichtet. Rai'Sharun würde die nächste Zeit in der Obhut der Tsa-Geweihten Tsarianna Sarlzhen in Port Rhiannon verbringen.

Um den Erfolg der Befreiung zu feiern, wollten Carah, Jörg und ich einen Ausflug in die Taverne zwischen den Welten unternehmen. Da mit Jörg, der in Liebeskummer Leila nachhing, nicht viel zu machen war, begaben wir uns letztendlich zu zweit auf den Weg. Den Moment nahm ich sogleich zum Anlass, Carah zu fragen, ob sie mit mir den Bund der Liebe vor den Göttern eingehen wolle. Sie bejahte und der Abend war mir noch einmal glücklicher. Erneut tauschte ich mit Dilgis Wissen aus und mit Finn Tauber sprachen wir über die zerbrochene Freyenmark auf Mitraspera und darüber, dass er und seine Leute sich nun auf der Flucht befanden. Um ihnen in unseren Siedlungen – vor allem wohl in Port Rhiannon – Schutz zu bieten, würde ich die Taverne morgens mit ihm nach Schwarzbach verlassen. Carah würde uns bis dort begleiten und durch ein von mir aufgespanntes Portal mit einem Fläschchen des dortigen Wassers nach Port Kunterbunt zurückkehren. Ich wollte mit Finn nach Mitraspera gehen, um dort seine Leute zu treffen und sie zu unseren Siedlungen zu geleiten. Dies mag auch eine Chance sein, den Kapitän Ramirez von der Mitrasperanischen Hanse kennenzulernen.[58][59]

Zur See (S. 266 bis 277)

(siehe BdR-17/S. 2765-2776)

Anajia Saltira im Gespräch mit Degordarak, Carah und Jörg
Über die Jahreswende zu 10.012 d.AS. befand ich mich für einige Tage mit Finn Tauber in Porto Leonis auf Mythodea, welches wir über ein Schiff der Mitrasperanischen Hanse erreichten, dass die magische Grenze in diese Welt durchbrechen konnte. In der Stadt an der Bucht von Heolysos herrschte ein mildes aber feuchtes Klima, sodass sich die Tage dort gefallen ließen. So nahm ich mir einige Zeit, das noch junge Porto Leonis zu erkunden, bevor ich am fünften Tag meiner Anwesenheit das Angebot gegenüber Finn und Amari wiederholte, ihren Leuten Zuflucht in Port Rhiannon zu gewähren. Wir beschlossen, dass mich vorerst 10 Kinder und 16 Erwachsene begleiten würden, um dem Leben auf der Flucht für eine Weile zu entgehen. Ein paar weitere Tage später sollte erneut ein Schiff in See stechen, um mich und unsere Gäste nach Port Rhiannon zu bringen.
Karte vom Commonwealth-Ödland im Buch der Reisen, S. 226 f.
Am ersten Abend an Bord des Schiffes hatte ich einen Traum des Ödlands, wo ich mich nun Diego zu nennen begann und in dem ich mit Carah und Jörg weiterreiste und viel Spannendes und Rätselhaftes erfuhr. Wir trafen die »Vault-Bewohnerin« Anajia Saltira, tauschten uns mit ihr aus, konnten eine Abschrift ihrer Karte des Ödlands anfertigen und reisten in die Siedlung Sanctuary, bevor wir wieder erwachten und ich mich erneut auf dem Schiff der Mitrasperanischen Hanse befand.[60] Nach einem Tag durchbrach das Schiff den abschirmenden Mantel um Mythodea und nochmal eine Nacht später erreichten wir Port Rhiannon an der Nordküste von Altoum.

Von Carah erfuhr ich, dass sie in meiner Abwesenheit eine vierte Vision des Minmatar hatte, und bei einem nächtlichen Ausflug als Katze und Wolf in den Wald hatten wir zu Gast bei der Koboldfamilie Eichwurz von deren Keksen eine merkwürdige Vision von vier Schweinen, die unter dem Namen »The Pigs« in einer Taverne in einer Stadt namens Sheffield auf interessanten Instrumenten musizierten. Jörg hatte sich aus dem Ödlandtraum eine Jet-Abhängigkeit mitgebracht. Wenige Tage später – am 7. Numen 10.012 d.AS. – stachen Jörg, Carah, Liu Ai, Lorngard, ich und einige andere mit dem Möwenschwarm in See. Vergorian spannte der kleinen Flotille von immerhin 25 größeren und kleineren Katamaranen ein Portal zur Westsee auf Asthon auf. Laut Vergorian sollten wir uns nun nördlich von Aquitan und Tirrannonn sowie westlich von Dalag Nor befinden. Wir nahmen einen Südostkurs auf und erreichten nach einem Tag eine dicht bewaldete Insel. Als wir uns dem einzigen Dorf an ihrer nördlichen Küste näherten, wurden wir von der recht ärmlich lebenden Bevölkerung freundlich empfangen. Von ihrem Ältesten namens Alfonso erfuhren wir, dass sie ihr Dorf »Pueblo del Norte« und die Insel »Isla Riccosta« nannten. Sie lebten vom Fischfang und der Landwirtschaft und wussten dieses Leben durchaus zu feiern, wie wir des Abends am Feuer feststellen konnten. Auch wir brachten etwas von unseren Vorräten ein und es wurde ein Fest der Freundschaft.

Im Laufe des Abends trat eine junge Frau an Jörg, Carah und mich heran. Sie hieß Maria Despinte und war in Sorge um ihren Verlobten Juan Christoph Suarrez, der in der südlich gelegenen Stadt Porto Villaga als Leibwächter des Don Pedro Jesus Almeida de Tangres arbeitete und von dem sie schon länger nichts gehört hatte. Am nächsten Morgen brachen wir zu dritt und mit einem Brief von Maria im Gepäck gen Süden auf. Einmal mussten wir auf unserem Weg ein Lager aufschlagen und wurden des Nachts von sogenannten Tucoyas – Kokosgeistern – belästigt. Dann erreichten wir die Stadt und brachten in Erfahrung, dass Juan seinen Herrn angeblich getötet haben sollte und nun im Castillo Sangre in einer Zelle saß. Zu der Tat sollte ihn die Prostituierte Lira Morreo verführt haben, der er – so die Truppen der »Guardia de la Plata« – verfallen war. Wir begannen nachzuforschen. Carah versuchte in der »Villa del Loto« – dem Bordell, in welchem Lira arbeitete – an Informationen zu gelangen, erfuhr aber nur, dass diese seit einigen Tagen indisponiert war, und Jörg stellte im Bordell »Farola Roja« Nachforschungen an, die uns aber zunächst auch nicht weiterzubringen schienen. Als wir uns in der Herberge »El Cotarro« ein Bierchen genehmigten, stellte sich jedoch heraus, dass ihm eine in die Jahre gekommene Prostituierte, die auf den Namen Sina Coño hörte, gefolgt war. Endlich kam Licht ins Dunkel. Sie war die Mutter des verdächtigten Juan und wusste auch, dass dessen Vater niemand geringeres als der Gobernador Don Christoph Justo Savenga da Navañolla war. Sie glaubte nicht nur fest, dass ihr Sohn unschuldig und nicht an Lira verfallen war, sondern konnte uns auch sagen, wo diese wohnte und somit wohl zu finden sei. Wir machten ihre Wohnung ausfindig und versuchten sie zur Rede zu stellen, was jedoch mit einer vor unserer Nase zugeschlagenen Tür endete. Blieb uns, sie zu beschatten. Von unserer Herberge schräg gegenüber observierten wir den Eingang des Hauses und beobachteten, wie zu abendlicher Stunde ein schwarz-weiß gewandeter Angehöriger der Escolta del Oriente das Haus betrat. Jörg folgte ihm und gemeinsam gelang es Jörg und mir anschließend, diesen zu überwältigen, nachdem er die Unterkunft von Lira wieder verlassen hatte. Carah verschaffte sich nun mit Gewalt Zugang zu Lira's Bleibe und verfolgte sie durch das Fenster rauf auf das Dach. In der Unterkunft entledigte sich Jörg mittels eines Kehlschnittes unseres Gefangenen und wir durchsuchten das Bett, einen Schrank und den Schreibtischschemel. Unsere wichtigste Ausbeute war ein Brief mit gebrochenem Siegel. Da Carah durch das Fenster wieder hereinstürmte, das Laken vom Bett riss und uns aufforderte, ihr zu folgen, steckte Jörg diesen vorerst ein. Unten auf der Straße angekommen, versuchten wir Lira, die sich an einem hölzernen Vorsprung festklammerte, mit dem Laken aufzufangen, was jedoch misslang. Sie stürzte in ihren Tod und wir wurden von der Guardia de la Plata abgeführt. Am nächsten Morgen schaffte man uns in den Palacio de la Justicia, wo uns der Advokat José Maria Pescar verteidigen sollte. Jörg, der den Siegelbrief in seiner Zelle gelesen hatte, konnte den Fall nun aufklären. Lira hatte Don Pedro im Auftrag von dessen Verwalter Constantin Abel Chiron vergiftet. Im Gericht, dem der Gobernador vorsaß, trat zudem Sina auf den Plan und klärte auf, dass Juan als einziger – wenn auch illegitimer – Erbe des Gobernadores Don Christoph wohl hatte verdächtigt werden sollen, damit Constantin die Kontrolle über die Insel hätte übernehmen können. Wir als auch Juan wurden freigesprochen und dieser von seinem Vater adoptiert. Wir bekamen einen Antwortbrief an Maria von ihm und machten uns auf nach Pueblo del Norte. In den aufkommenden Konflikt zwischen der Guardia de la Plata von Don Christoph und der Escolta del Oriente, welche auf Constantin hörte, der sich im Fortaleza del Sol an der Ostküste der Insel befand, wollten wir nicht weiter hineingezogen werden. Neben dem nächtlichen Angriff durch einen einzelnen Dschungel-Ork blieb unser Weg ereignislos und wir konnten Maria die Antwort ihres Verlobten überbringen. Am folgenden Morgen setzte der Möwenschwarm wieder die Segel, umfuhr die Insel östlich und setzte seinen Kurs fort.[61]

Eine kleine unbewohnte Insel, auf der sich die Ruinen einer einstigen Stadt befand, lud uns schon am folgenden Tag zur Erkundung ein. Wir fanden die Überreste von Töpferwaren, menschliche Knochen und eine merkwürdige Mauer, welche auf der einen Seite eine blanke Wand war und auf der anderen eine Tür und ein verfallenes Tavernenschild aufwies. Nach dem Durchschreiten der Tür befanden wir uns in der Taverne zwischen den Welten. Als wir sie am nächsten Morgen jedoch verlassen wollten und an die Insel ohne Namen dachten, fanden wir uns in einem kleinen Weiler namens Isranona im Lande Drakenstein wieder.[62][63] Dieser befand sich in der Nähe vom »Gutshaus zum Reisenden Pilger«, wo wir nun zunächst Quartier aufschlugen. Uns stellte sich die Frage, ob wir über ein Portal zum Möwenschwarm zurückkehren sollten oder ob wir nicht versuchen wollten, den Namen der unbekannten Insel zu erforschen, um durch die Taverne zwischen den Welten zurückzukehren. Da wir uns für die zweite Variante entschieden, begann ich nun, mich mit einer Thesis des Holografiezaubers zu beschäftigen, welche ich von Vergorian erhalten hatte, damit wir zumindest würden, mit unseren Leuten in Kontakt treten können. So vergingen einige Tage des Forschens, bevor das Gutshaus voller wurde. Ein Barden- und Poetenwettstreit stand an, an dem ich natürlich auch teilnehmen wollte.[64][65] Ansonsten nutzten wir den Abend, um unsere Nachforschungen voranzutreiben, ich erwarb eine Maultrommel, auf der ich mich üben wollte, und auch die Söldner*innen vom Fuß trafen wir wieder, bevor der Abend zu Ende ging und wir uns zu Bett begaben.[66][67]

Einige Tage später, kurz nach dem Mittagsmahl im Schankraum des Gutshauses durchlebten wir einen neuerlichen Traum vom Ödland, zu dem uns Anajia Saltira gerufen zu haben schien. Verwirrspiele führten uns von Ort zu Ort. Wir begegneten mehr Falschheit als offenen und ehrlichen Menschen und es war schwer Informationen zu erhalten, was es mit den Gerüchten über einen möglicherweise heraufziehenden Krieg auf sich hatte. In einem Traum im Traum erfuhren wir, dass die Ruinenstadt auf der Insel, von welcher wir zuletzt die Taverne zwischen den Welten erreicht hatten, einst Porto Canterro genannt wurde und dass sie vor 282 Jahren von einem gewissen Quorla Duquck im Bündnis mit dem schwarzen Drachen Xryronesh zerstört wurde.[68]

Wieder erwacht begaben wir uns zum Abend nach Isranona, um mit dem Wissen über den Namen der Ruinenstadt durch die Taverne zwischen den Welten zum Möwenschwarm zurückzukehren. In der Taverne besprachen wir mit Finn, die letzten Anhänger*innen der Freyenmark mit Verbandsmaterial zu versorgen. In diesem Rahmen wird Tares Windschreiter von der Mitrasperanischen Hanse in Port Kunterbunt unterkommen. Dem Khan der Weißen Löwen Tabarian Demoniac half ich bei der Analyse mehrerer Gegenstände, die in einer magisch verschlossenen, durch ein Wolfs-Amulett zu öffnenden Kiste gefunden worden waren. Es handelte sich um ein Artefakt, welches von Portalmagie durchwirkt war, eine Kerze, Schriftstücke, die teilweise in mir bis dahin unbekannten Schriftzeichen verfasst waren, und eine interessante Mechanik, die mit einer ganzen Reihe an Zahlenrädern versehen war. Zudem fand sich in einer weiteren Kiste, welche nur durch Tricks zu öffnen ging, ein Zettel mit Übersetzungen einiger der Schriftzeichen. In beiden Kisten lagen zudem ein paar Münzen, die jedoch sofort von gierigen Kleingeistern an sich gerissen wurden. All das scheint mit einem finsteren Fürsten zusammenzuhängen, gegen den die Weißen Löwen kämpfen wollen, und von der Erforschung der Schriftstücke, an der sich auch Carah und Jörg beteiligen wollen, mag der Erfolg dieser Unternehmung abhängen. Wir werden uns in den nächsten Tagen also mit der Entschlüsselung der Schriftstücke beschäftigen und Tabarian dann unsere Erkenntnisse mitteilen. Zunächst verließen wir die Taverne zu später Stunde nach Porto Canterro bzw. dessen Ruine und erreichten den Möwenschwarm nach einem kurzen Fußweg zum Meer.[69][70]

Unterwegs auf der Iberischen Halbinsel (S. 284 bis 290)

(siehe BdR-17/S. 2787-2793)

Karte von Zorac'Quan, gezeichnet von Rudolph von Kargenhügel
Karte von Steinwalden, gezeichnet von Rudolph von Kargenhügel
Karte von Wolfenstieg, gezeichnet von Rudolph von Kargenhügel

Der nächste Landgang führte Carah und mich auf die Iberische Halbinsel, die wir von Tirrannonn im Norden aus in südlicher Richtung überquerten. Wir erreichten Zorac'Quan am Dunkelwasser, wo wir in der Region Wolfenstieg, die in der Mark Steinwalden liegt, in der Taverne »Zum besseren Betrüger« unterkamen. Wir sprachen mit Astrodon und seiner Frau, die mit Geige und Gitarre musizierten, erwarben vom Schrift- und Geschichtsgelehrten Rudolph von Kargenhügel Karten von Zorac'Quan, Steinwalden und dem Wolfenstieg und begannen mit dem Sigmariten Ragnar zu Grauwolf aus dem Imperium auf Edre und anderen die Geheimnisse des Gemäuers zu erkunden, in welchem die Taverne untergebracht war, seit die Mühle, in der sie sich zuvor befunden hatte, vor Kurzem den Flammen zum Opfer gefallen war. (dem »Zorac'Quanischen Narrenboten« aus dem Frühjahr 10.012 d.AS. zu entnehmen)

Ein Priester der hiesigen Fruchtbarkeitsgöttin hatte ein Ritual vollführt, woraufhin an einer Mauer im Keller merkwürdige Zeichen sowie die Namen von Gottheiten wie Tyron – einem hiesigen Todesgott – erschienen waren. Jemand erkannte die Zeichen und las sie vor, woraufhin die Mauer verschwand, das kurze Aufblitzen einer dämonischen Präsenz zu spüren war und Ragnar und ich den Gang betraten. Er war nur kurz und barg ein menschliches Skelett und eine Truhe. Das Skelett trug einen Siegelring mit einer Spinne, der einer Inkarnation Xritrea's als Arachne oder Lloth zuzuordnen sein könnte. Ein Schlüsselchen, das zwischen den Gebeinen lag, ließ uns die Truhe öffnen, aus der sogleich etwas nichtmagisches herausströmte. Wir fielen in Schlaf und als wir wieder erwachten, waren wir aus dem Gang herausgezogen worden. In der Kiste fanden sich eine uralte Landkarte, die Zorac'Quan vor über 200 Jahren zeigte, sich jedoch grob mit meiner erworbenen Karte abgleichen ließ, ein Text über einen Hund, der Kopf eines Flugblattes, das auf einen Aufstand vor ca. 17 Jahren datiert werden konnte, drei geschliffene Edelsteine (ein Bergkristall und zwei Amethyste) und einige Münzen sowie zwei Miniaturmünzen. Die Karte konnte uns Rudolph erklären, den Hundetext begannen einige aus dem Gefolge von Ragnar zu enträtseln und der Priester erklärte uns, dass hierzulande wohl einst eine Spinnengöttin als zerstörerische Naturgewalt verehrt wurde, was die These, dass es sich um einen Aspekt von Xritrea handeln könnte, erhärtete. Die Geheimnisse blieben zunächst unaufgeklärt. Ragnar will sich diesen jedoch weiter widmen. Da die Münzen verschwunden waren, teilten Ragnar, Carah und ich die drei Edelsteine untereinander auf. Ich erhielt den Bergkristall.[71][72]

Am folgenden Morgen beschlossen Carah und ich, die drei Karten an die Bibliothek des Wildvogel-Clans zu geben, die Zirrn im Traumnest einrichten will. Auch andere Dokumente soll er von uns erhalten und Abschriften meiner Bücher der Reisen fertigen dürfen. Ein paar Tage später erreichten wir das Dunkelwasser, wo wir in Anzingen in der Taverne »Zedernkrug« einkehrten. Wir beobachteten zur Abenddämmerung ein Lichtphänomen, das von der geheimnisvollen Insel »Ouroboros Herz« stammen sollte und am Horizont über dem Meer erschien, und kamen anschließend zur Nacht in der Herberge »Zur schlafenden Kogge«, die Tomáz – dem Bruder des Betreibers des Zedernkruges – gehörte, unter. Am nächsten Morgen schifften wir auf der »Springenden Makrele« nach Freyersbruecken – der Hauptstadt von Zorac'Quan – ein. In den nächsten Tagen, die wir uns in einer Herberge der Stadt einmieteten, übersetzten wir im Austausch mit Jörg – für die Verständigung sorgte der Holografiezauber – die Schriftrollen aus der Taverne zwischen den Welten und bereiteten einen Brief samt Abschrift der Transkription an Tabarian Demoniac von den Weißen Löwen vor. Sie enthielt in Fragmenten die Anleitung für ein Ritual zum Öffnen einer kraftspiegelnden Schattentür. Zustellen konnten wir diesen sogar persönlich, da wir auf unserer Weiterreise nach Osslingen hungrig und durstig in einen Nebel gerieten und uns in der Taverne im Nebel im zentralen Gebirge des Corunjanischen Städtebundes wiederfanden, wo wir auch auf den Tabakhan der Weißen Löwen trafen. Vor allem dessen Jungkhan Tanaris wurde zu einer wichtigen Kontaktperson.

Nach unserer Ankunft mussten wir feststellen, dass der Nebel um die Taverne nun undurchdringlich war und sich immer weiter zusammen zog. Ein von Echsenmenschen bewohnter Tunnel, der fortzuführen schien, war zunächst unpassierbar. Ein durch einen Einsturz versperrter Gang konnte zwar freigesprengt werden, doch bis sich giftige Gase verzogen hatten, dauerte es einige Zeit. Am Morgen nach unserer Ankunft konnten wir feststellen, dass der Tunnel bis auf ein eisiges Gebirgsplateau bei Zazamanca führte. Durch ihn wollte wohl zuvor eine Delegation aus dem Stadtstaat zu Unterredungen mit Angehörigen von Lusitanien anreisen. Der Einsturz, bei dem ein zerbrochenes Amulett und eine Schrift in unbekannten Zeichen gefunden wurden, hatte diese wohl aufhalten sollen. Zusammen mit Vendric (kurz Ric) aus Taageronn und Josperus übersetzten Carah und ich die Schrift – sowie eine weitere Geheimschrift eines Alchemisten – und stellten fest, dass es sich bei den Vorgängen um das erste Schriftstück und den Tunnel um einen Komplott zu handeln schien. Nach einigen Verhandlungen mit den Echsenmenschen, die bei der Sprengung wohl Tote zu beklagen hatten, gelang es der Delegation zwar durchzubrechen, sie wurden jedoch von Kultist*innen mit Amuletten, die dem Zerbrochenen glichen, angegriffen und auf der Stirn gebrandmarkt. Weitere Nachforschungen verliefen ohne genauere Kenntnis der hiesigen Politik und Konflikte ins Leere. So wendeten wir uns dem Nebel zu, der – so stellte sich heraus – durch ein Artefakt eines mysteriösen Meisters kontrolliert wurde, welches durch mehrere Rätsel und Prüfungen abzuschalten ging. Nachdem er sich normalisiert hatte, konnten wir den Nebel wieder durchqueren und trafen östlich von Jarlow nahe Vexin wieder auf den Möwenschwarm.[73][74]

Über Yggdrasil's Odem & Ouroboros Herz (S. 322 bis 332)

(siehe BdR-17/S. 2838-2851)

In Conquierda Ciudad auf der Isla Conquierda besuchten wir die Taverne zwischen den Welten.[75][76] Als wir uns auf dem Rückweg zum Hafen und somit zum Möwenschwarm befanden, begegneten wir Stadtwachen der Familia Escobar de Chevaran und waren an unsere Vision von der Isla Canterra erinnert. Wir wollten nun mehr über die Geschichte der Insel erfahren. In der Bibliothek bekamen wir erste Eindrücke, bevor uns froschartige Humanoide[77] angriffen und wir das Feld der Stadtwache überlassen mussten. Die Voodoo-Priesterin Mama Yumi Kimawari, auf die uns Liu Ai hinwies, konnte uns helfen, die ersten Informationen zu vervollständigen. Über den Friedhof südöstlich der Stadt erreichten wir den Sumpf, in dem Schlangen, Käfer, Frösche, Wahrks und Sunner kreuchten und fleuchten. Ein offener Sarg diente uns als Boot hin zur Behausung der alten, weisen Frau. Sie hatte eine Blume mit gelber Blüte und einem freundlichen Gesicht auf eben dieser, die auf den Namen Kimawari hörte, es liebte, mit Met gegossen zu werden, und die auf drei unserer Fragen antworten würde. Nach den Fragen brabbelte sie in sich hinein, dann erschien über der Blume jeweils ein Zeichen mit einem Auge und das Wort »Annoon« erklang. Einst im Jahre 9.725 d.AS. wollte Quorla Duquck Herr über die Insel Yggdrasil's Odem werden, wo die Götter einst Yggdrasil gepflanzt hatten und von diesem durch den Urdrachen Ouroboros befruchtet zehn Samen niedergingen, aus denen die Weltendrach*innen geboren waren[78]. Quorla ging einen Handel mit Slaanesh-Loki ein, der Balder mit einem verfluchten Mistelzweig tötete und so dessen Sohn Forseti – den Wächter von Yggdrasil – ablenkte. Dann erweckte Quorla den schwarzen Drachen Xryronesh und dieser verschlang Heron Bjarlfirst – den Herrscher der Insel. Von Ouroboros zur Ruhelosigkeit verflucht, wollte Quorla das Herz des Urdrachen durchstechen. Um sich jedoch Ouroboros Herz zu nähern, benötigte er den Nobinakihelm, der sich im Besitz der Familia Escobar de Chevaran in Porto Canterro befand. Er überfiel die Stadt 9.730 d.AS. gemeinsam mit dem Drachen und eroberte den Helm. Dann versank er mit seinem Schiff vor der Küste der Insel und auch die Isla Canterra ging unter. Erst die Schattenkönigin Marcela Jara, welche Mama Yumi »die Kaltgeschuppte« nannte, hatte die Insel und das Schiff – die »Duquck's Dorn« – samt Kapitän und Crew dieses Jahr wieder an die Meeresoberfläche zurückgeholt, damit dieser sein Vorhaben vollenden, die Elemente damit aus dem Gleichgewicht bringen und die Welt somit zugunsten des Schwarzen Wassers von Charybdiras dem Ersäufer beugen könnte. Es galt nun zuerst den finsteren, untoten Kapitän aufzuhalten, um anschließend Ouroboros Herz anzusteuern, etwas von dessen Essenz zu erbitten um zum Schluss die Wunde in Yggdrasil zu heilen, die die Erweckung von Xryronesh gerissen hatte.

Wir nahmen noch Kontakt zur Familie Bjarlfirst, welche neben den Familias Escobar de Chevaran, Pérez da Chivolla und Savenga da Navañolla ebenfalls in Conquierda Ciudad ansässig war, auf und erhielten von Anselm Bjarlfirst und dessen Magier Logon einen Knickfoki, welcher den Zauber »Asche zu Asche« in mächtiger Ausprägung beherbergte. Dann setzten wir die Segel und begannen, die Iberische Halbinsel zu umrunden um die Duquck's Dorn einzuholen. In der dritten Nacht mussten wir Froschwesen abwehren und als die Sonne das fünfte Mal unterging, sahen wir das Schiff des finsteren Quorla voraus. Wir schossen sein Schiff manövrierunfähig und enterten es, mussten gegen dutzende untote Pirat*innen und Froschhumanoide kämpfen und konnten Quorla Duquck schließlich im Bauch seines Schiffes stellen und mit dem Knickfoki der Familie Bjarlfirst vernichtend schlagen. Seine letzte brutale Tat hatte darin bestanden, seine Gefangenen abzuschlachten. Auch für den Rondrageweihten Leomar Escobar de Chevaran, der sein Brevier an Jörg übergab, konnten wir nichts mehr unternehmen. Wir hatten den Nobinakihelm erbeutet, den auch wir benötigen würden, um uns Ouroboros Herz zu nähern.[79] Nach unserer anschließenden Siegesfeier auf dem Möwenschwarm hatten Jörg, Carah und ich einen neuerlichen Traum vom Ödland.[80]

Während wir die Iberische Halbinsel weiter umrundeten, um das Dunkelwasser und Ouroboros Herz zu erreichen, arbeitete ich nicht nur daran, Karten von Sekai dem Kartographen in eine Seekarte der Region zu überführen, Carah und ich beschlossen auch, unser Versprechen auf einen Bund vor den Göttern alsbald umzusetzen. Ich nahm Kontakt zu Shei Hamatb Ac'ubyr auf, die uns bei unserem nächsten gemeinsamen Aufenthalt in Pakyrion trauen würde. Dieser hatte sich durch die typischen Träume aus Pakyrion – ich hatte einen schwarzen Schatten zum Himmel aufsteigen gesehen, der sprach, er habe nun genug Kraft, seinen Bruder zu besiegen – schon angekündigt. Zunächst segelten wir jedoch bei recht flauem Wind und feuchtwarmen Wetter die wilde Küste zwischen Bahia und Corona d'Arago entlang, bevor wir nach einem weiteren Ödlandtraum[81] versetzt in Dassrauu erwachten. Carah und Jörg waren dort schon am vorigen Abend erwacht und konnten mich somit auf den Stand der Dinge bringen. Die Korr hatte wohl schon seit Jahren ihre »Gottwerdung« geplant und wollte diese nun mithilfe finsterer Rituale vollenden.

Vor der Schilderung dieser Ereignisse sei jedoch zuerst darauf eingegangen, dass Carah und ich am ersten Abend unser Versprechen zum Bund vor den Göttern hielten und uns nach der Rezitation des Gedichts »Carah Mondtanz« und mit den Worten »Ich gelobe, dich zu lieben und dir beizustehen, in dieser wie in allen Welten.« in einer von Shei geleiteten Zeremonie das Jawort gaben. Den Met ließen wir in Strömen fließen. In der folgenden Nacht hatten Carah, Shei, Jörg und ich eine Vision, in der uns ein grelles, rotes Feuer über eine Wiese bis an das Ufer eines schilfumwucherten Sees führte, wo sich die zwei Kobolde Flix und Nam Nam zu einer heiteren Melodie einen Wettstreit im Tanz mit brennenden Schirmen, flammenden Reifen und funkensprühenden Seilen lieferten. Erst als die Flammen verloschen, kehrte Ruhe ein, bevor grellrote Lichter in verschiedene Richtungen über die Wiesenlandschaft entschwanden und das Seeufer in einer sternenbeschienenen Nacht zurückblieb.

Eine weitere Hochzeitszeremonie – nämlich die zwischen Sir Ottokar und Cassilia von Schattenheim aus Schlangenhort – mutete dagegen weit finsterer an. Nach einem Feuertanz begann diese. Er trank Schlangengift, um sich vor ihrer Göttin als würdig zu erweisen, und sie ließ sich von ihm im selben Augenblick ihre Kehle aufschneiden und wieder mit einem Heiltrank heilen, bevor er gelobte, sie notfalls auch aus dem Totenreich, in welchem sie wohl auch schon geweilt hatte, zurückzuholen, was nichts anderes als die Bereitschaft zur Nekromantie bedeutete. Als Hochzeitsgeschenk wollte er ihr den Gefangenen Tankred – ihren in Ungnade gefallenen, ehemaligen Verwalter – überreichen und bot auch dessen Hinrichtung an. Wenigstens entschied sie sich an dieser Stelle lediglich für eine Verbannung. Viel zu wenige der Anwesenden zeigten sich wirklich empört über das dunkle Treiben.

Zurück zu den Ereignissen um die falsche Göttin. In dem Versuch, die sogenannte »Gottwerdung« der Korr aufzuhalten, wälzten wir eine Chronik ihrer Anhänger*innen über diese, analysierten verschiedenste Artefakte und zerstörten letztendlich einen Tempel der Korr, um ihr ihre benötigten Energien zu nehmen. Dieser versorgte nämlich einen Baraka genannten Opferstein mit Energie. Um uns Zugang zum Tempel zu verschaffen, zog ein Trupp aus, der in einer geheimen Aktion im Morgengrauen eine Stele nahe diesem Opferstein, inmitten eines feindlichen Heerlagers eine halbe Tagesreise entfernt aktivieren musste, während wir zeitgleich eine zweite Stele vor dem Tempel betätigten. So mussten auch wir in aller Frühe zum Tempel ziehen – eine fünfte Vision des Minmatar, welche Carah in dieser Nacht hatte, sei an dieser Stelle nur kurz erwähnt –, wo ich mein erstes bedeutendes Ritual vollführte, um die energetische Verbindung zum Opferstein zu brechen, bevor Gerrik, Alistair, Shei und Sinaras als Priester*innen ihre Götter anriefen, um den Tempel vollendst unschädlich zu machen. Die »Gottwerdung« der Korr hielt dies am Ende aus uns unbekannten Gründen dennoch nicht auf, auch wenn die Welt Pakyrion dadurch nicht – wie zuvor befürchtet – zerstört wurde. Ash, Karl und Rogasch verloren ihre Leben, als die finstere Korr ihnen zu diesem Zweck die Herzen entriss und verschlang. In uns allen verblieb an diesem Abend ein bedrückendes Gefühl über den Tod der Gefährten und die Angst, dass der Kosmos nun eine weitere bösartige Gottheit enthalten könnte. Dennoch floss so einiges an Bier, Met, Schnaps und auch an unserem Haselnusslikör aus Port Kunterbunt und die beiden Wirtinnen von der Taverne »Zum wilden Eber« – Isilda und Nana aus Gareth – überlegen, künftig einmal mit uns zu reisen.[82]

Zurück auf dem Möwenschwarm ereichten wir bereits nach kurzer Fahrt ostwärts eine Insel, welche vollständig von einer Steilküste umgeben schien. Erst mit Hilfe von Flux, der beim Klettern von den Felsen gestürzt war und den wir anschließend gerettet hatten, erfuhren wir, dass die steile Küstenwand an einer Stelle lediglich vorgetäuscht war, und so erhielten wir Zugang zu dem schmalen Kanal, der die Einfahrt zum Hafen der Pirat*inneninsel Crab Claws Island darstellte. Der Umgang hier schien freundlich, fast wie in den Siedlungen des Wildvogel-Clans und das Treiben war lebhaft. Im Kitties lernten wir die Amaunir Kittie und Whisky kennen, die nicht nur wunderbar massieren konnten, sondern sich auch um adoptierte Katzen kümmerten, und im Cat's Kitchen trafen wir die beiden Jungpiraten Nick und Rick, denen wir bei einer Pirat*innenprüfung beistanden. Carah half derweil zwei Jinnyjo-Wildkatzen, die aus den Klauen des Schattenkaiserreichs befreit worden waren und ebenfalls im Kitties Obdach gefunden hatten. Unsere kleinen Abenteuer klangen in Molly's Melonenhaus aus, wo Carah und ich uns einen Badezuber samt Kurtisane teilten.

Als wir die Küste von Ouroboros Herz am Horizont erblickten, lagen bereits Schiffe der sogenannten »Heiligen Flotte« des Schattenkaiserreichs in deren Südwesten vor Anker. So nutzten wir also den Schutz der Dämmerung aus, um uns der Insel von Norden her zu nähern. Nachdem Carah, Jörg, Ma-Chao, Funke und ich von Bord gegangen waren, legte der Möwenschwarm wieder ab, um einen Kurs nach Westen aufzunehmen und dort zu warten, dass wir über ein Portal zurückkehrten. Wir zogen gen Osten in die Nacht hinein und erreichten das Lager des nördlichen Küstenclans der Midewakanatonim, wo wir für die restliche Nacht unterkamen. Ihr Häuptling Father Kawe'Hatax empfing uns, ließ sich über unsere Pläne informieren und sagte zu, uns seinen Sohn Tscho'Hawkey zur Seite zu stellen. Zu Pferd ging es am nächsten Tag nach Südosten, wo wir am Rand des Waldes den Zwielichtpfad betraten. Einer Auseinandersetzung mit dem korrumpierten Waldclan zum Trotz erreichten wir das Tor Telion'Satji, wo wir dank dem Nobinakihelm die Barriere um das heilige Innere der Insel passieren konnten. Dem Pfad weiter folgend, kamen wir an den Leichen von Soldat*innen des Schattenkaisers sowie von den Coroxaim genannten Drachenvögeln, die die Wächter von Ouroboros Herz waren, vorbei. So wunderte es uns wenig, dass wir am Tempel auf die Kaltgeschuppte trafen, die die Barriere ebenfalls überwunden haben musste. Auch wenn wir die zwei Krieger*innen in ihrem Geleit niederstrecken konnten, schien der Kampf aussichtslos, bis Ouroboros erschien und die Schattenkönigin Marcela mit einem Hieb seiner mächtigen Pranke hinfort fegte. Sie entkam durch ein Portal und wir konnten das Innere des Tempels betreten und etwas Essenz von dem kristallenen Herz des, von den Midewakanatonim als Großer Donnervogel verehrten, Drachengottes in einer Phiole abfüllen. Wir verließen das Innere der Insel, folgten einem Pfad am Rand der Barriere bis an einen großen See, überwältigten dort drei feindliche Soldaten, von denen wir zwei gefangen nahmen, und ruderten mit deren Boot einen Fluss nach Norden bis an die Küste. Nach einem letzten Abstecher zum Lager des nördlichen Küstenclans ging es durch ein Portal zurück zum Möwenschwarm, der sich in der Zwischenzeit gegen Froschmenschen hatte wehren müssen und der nun bei Crab Claws Island vor Anker lag.[83] Unsere Gefangenen übergaben wir hier an ein anderes Schiff, welches sie in einem Hafen aussetzen würde. Außerdem nutzten wir die Chance, eine Niederlassung für den Wildvogel-Clan einzurichten.

Von Schatzsuchen (S. 348 bis 361)

Mit dem beginnenden Jahr 10.013 d.AS. ging es wieder westwärts, bis wir auf die Insel Santa Galibra mit der Hauptstadt La Habiena stießen. Dort kehrten wir in der Taverne »Zum lachenden Narrwal« ein, lernten das Dominospiel kennen und gewannen eine Karte, die uns zu den Sonneninseln weit draußen im Dunkelwasser führen sollte, wo – so wurde uns versichert – der Schatz des Piraten Edward Morgan Drake versteckt lag.

Als wir die Inseln erreichten, stellten wir fest, dass es sieben an der Zahl waren – im Zentrum das Sonnenauge und im Norden von dieser von West nach Ost die Insel der Mehrarmigen, die Dunkelschlotinsel und die Nebelinsel, sowie im Süden in selber Weise aufgezählt die Papageieninsel, die Affenkopfinsel und die Schiffbruchinsel. Auf sechs Inseln waren Steine versteckt, die unterschiedlichen Meeresgött*innen geweiht waren. Diese würden auf der siebten Insel – der Papageieninsel – den Weg zum Schatz öffnen. In der Ortschaft Schiffbruch in der Schiffbruchbay auf der Schiffbruchinsel erhielten wir einen ersten Hinweis darauf und vom Affenkopffelsen, der uns während dem gesamten Aufenthalt um die Sonneninseln jede der fünf Nächte je einen Traum von verschiedenen Ereignissen sandte, erhielten wir nach einem beschwerlichen Aufstieg, bei dem ich eine Machete fand und als neue zusätzliche Waffe an mich nahm,[84] nicht nur den ersten Stein, der Adunur geweiht war, sondern auch den Hinweis, auf der Nebelinsel »dem Gefiederten« zu folgen, der sich als eine gefiederte Kokosnuss mit Meeresschnecken als Augen und Mund herausstellte, auf den Namen Elegguá hörte und uns den Weg zum Stein des Njördr wies. Von der Dunkelschlotinsel aus mussten wir von einer Höhle am Strand aus ins Meer eintauchen. Die Einnahme von Kajuboknospen ermöglichte uns die Atmung unter Wasser und Gürtel mit bleiernen Gewichten erleichterten das Abtauchen. Als wir die Unterwasserhöhle verließen, eine Wand mit bunten Pflanzen und Fischen hinter uns ließen und in das Wrack eines Schiffes namens »Remolcador« vordrangen, erblickten wir ein gruseliges Bild. Die gesamte Crew war einst massakriert worden. In einer bleichen, knöchernen Klaue aus Holz lag der Stein, der Yemaya geweiht war.

Zurück an der Oberfläche ging es weiter zur Insel der Mehrarmigen, wo sich am Südstrand ein Friedhof gigantischer Kraken befand. Eine Wolke, die einem Totenkopf mit Tentakeln glich, wies uns den Weg ins Felsengebirge im Inneren der Insel, wo wir in einem Schrein der Calypso gegen zwei Skelette ankämpfen mussten, die uns schwer zusetzten. Mit dem Stein der finsteren Meeresgöttin gelang uns die Flucht. Auf der zentralen Insel namens Sonnenauge barg Carah in Gestalt einer Jinnyjo-Wildkatze an der Quelle eines Flüsschens im Zentrum des dicht bewaldeten Eilands aus einer Höhle hinter einem Wasserfall am Fuße eines Vulkans den Stein des Yúcahu. In einer Partie Domino nahmen wir Tshok in Schiffbruch den Efferd-Stein ab, dann ging es zur Papageieninsel, wo uns die Steine – auf einer Platte richtig angeordnet – den Eingang zu einer Höhle freigaben. Die Suche erwies sich als eine Prüfung des Unbekannten im »lachenden Narrwal«, der uns die Vielfalt des göttlichen Wirkens vor Augen führen wollte. Einen riesigen Goldschatz gab es nicht, nur ein paar Kupfer- und Silbermünzen. Dafür erhielt Jörg ein Amulett der Rondra, Carah einen Stein, der sie irgendwie mit ihrer Schwester Ray Shinza verband, und ich zwei dicke Bücher über Magietheorie und Dämonologie.[85]

Wir wandten uns wieder der Nebelinsel zu, wo wir eine Taverne der Affen finden wollten, von der uns Tshok erzählt hatte. Statt dieser stießen wir jedoch auf die Taverne im Nebel in Corunja. Zunächst machten wir es uns gemütlich. Dann geschahen einige Dinge, die ein einfaches Genießen von Ruhe verhinderten. Der Söldner Guts – ein Bekannter von Harlekin – hatte in einem anonymen Auftrag die Dame Elyanna Jyke gegen ihren Willen zu eskortieren, wobei er, wie er beteuerte, daran glaubte, dass sie eine Kriminelle sei, die er hatte festnehmen und transportieren sollen. Sie sagte, dass sie entführt worden sei, was auch ein Auftragsbrief in seinem Gepäck, dass ihm die Elfe Sylina Merilia, die ich schon seit ihrer Kindheit kenne und habe in Pakyrion aufwachsen sehen, abgenommen hatte, als sie Guts überwältigt und Elyanna befreit hatte. Er wurde von einem Priester des Söldnergottes Kor, der einst der Lehrmeister von Antonius war, verteidigt. Die Calandrianer*innen um Sir Senuar von Morgenstern, dem ich mich als einstiger Meas von Mayenstein offenbarte, führten nun einen Prozess und ich wirkte als vermittelnde Kraft, da ich zu allen Beteiligten irgendeinen Kontakt hatte; zu Guts & dem Kor-Geweihten über Harlekin & Antonius, zu Elyanna über Sylina und natürlich zu Sir Senuar durch die gemeinsame Vergangenheit in Calandris. Letztendlich konnte die Situation für alle weitestgehend zufriedenstellend gelöst werden.

Zudem wirkte ein finsterer Gegner namens Wolloch vom Nebel her. Er war wohl – zumindest einst – ein Diener des sogenannten Bannwebers und suchte nach dem Augenstein des Miru, der sich seit 10.009 d.AS. in unserem Besitz befand und den wir gemeinsam mit Chandra, die wir ebenfalls trafen, und mit Sylina zu verwahren wussten. Es tauchten wohl allerhand skurrile Kreaturen auf, denen geholfen werden konnte und die Kristalle hinterließen, die an einem Ort nahe dem Nebel Visionen vom Feind hervorriefen. Die imposanteste Kreatur war ein Drache, der von einem Leiden an seinen Schuppen befreit werden musste. Aus dem Nebel kehrten verschiedene Abenteurer*innen mit merkwürdigen Mutationen zurück. Dennoch gelang es uns schlussendlich, die Lichtung mit der Taverne an meinem Tsatag – dem 7. Peraine – zu verlassen.[86][87]

Der Nebel brachte uns nicht zurück auf die Insel, sondern führte uns in den Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Ich kontaktierte den Möwenschwarm mittels Magie und wir wandten uns Richtung Küste. In einem neuerlichen Traum vom Commonwealth-Ödland in der ersten Nacht der Reise zum Meer besiegten wir dort die faschazgefällige Bruderschaft und bereiteten somit eine Reise mit deren Luftschiff Prydwen über den Ostozean vor.[88] An unserem zweiten Abend, den wir unterwegs waren, trafen wir auf die Taverne zwischen den Welten, wo wir Harlekin, Finn und einige weitere wieder trafen.[89][90] Am Morgen verließen wir das Gutshaus nach Sarnhok und wandten uns nach Port Kunterbunt, um von dort über das Teleportationssystem des Wildvogel-Clans zum Möwenschwarm zurückzukehren, gleichzeitig aber mal wieder einen Abend in der von mir so geliebten ersten Siedlung des Clans zu verbringen.

Wir kehrten dann doch nicht direkt zur schwimmenden Siedlung zurück. Des Abends tauchte Elsarion Flammenherz an den Feuern in Port Kunterbunt auf. Mein Mitscolari von der Halle des Quecksilbers trat mit einem Anliegen an uns heran, dass ich ihm sowohl wegen unserer gemeinsamen Studienjahre und der alten Freundschaft als auch wegen der offensichtlichen Wichtigkeit nicht ausschlagen konnte. Er bat uns in der Kheroghatischen Wüste auf Nuon nach den Ruinen der Skorim-Höhlenstadt Boken-Tao zu suchen und dort die Glocke von Kyhan'Ra an uns zu bringen, um sie anschließend in der Bibliothek des Wildvogel-Clans im Traumnest zu verwahren.[91]

Am nächsten Morgen brachen wir in unsere Niederlassung in Ornacke auf. Von der Stadt, an welche mich viele Erinnerungen banden, wollten wir entlang des Mjaron-Flusses ostwärts bis zum Theridischen Gebirge reisen, um dann in die Wüste vorzustoßen. Nach zwei Tagen am Südufer des Flusses erreichten wir den Fuß des Gebirges und kehrten, wo der Fluss dieses verlässt, in der Ortschaft Düsterwald ein. Etwas lag dort im Argen. Fast nächtlich fielen Menschen einer Gruppe von Werwölfen zum Opfer und wildeste Anschuldigungen und die wirre, der pakyrionischen sehr ähnliche Gerichtsbarkeit unter dem unfähigen Junker Farimir von Ornacke führten dazu, dass zusätzlich Menschen durch die Lynchjustiz eines aufgebrachten Mobs den Tod fanden. In unserer dritten Nacht in dem Ort, nachdem die gute Wirtin Tara von den Bestien zerrissen worden war, gelang es uns und dem Jäger Halftar, die drei Werwölfe Tom, Njierka und Torben zu stellen und zu töten. Geholfen hatten uns die Beobachtungen des Mädchens Tina und der Hinweis der Seherin Anna.[92] Wir zogen weiter in das Gebirge und kehrten im Dorf Berling in die Taverne zwischen den Welten ein. Carah, die seit unserem Aufbruch in Düsterwald vor zwei Tagen ein fieser Schnupfen plagte, suchte recht zügig das Bett in unserem Zimmer auf. Im Schankraum trafen Jörg und ich auf Owain, Brox & Mortrang vom Fuß. In einer Vision sah ich, wie der Schattenkaiser den Chaoschampion Archaon entsandte, die Welt Edre zu vernichten, die Druchii in eine Schlacht gegen die Hochelb*innen von Ulthuan schickte und die Skaven aufhetzte, den Warpsteinmond Morrslieb auf die Welt niederkrachen zu lassen. Edre zerbrach in Finsternis. Nur Brodan hatte als Wilde Welt bestand. Alles andere dort starb. Lange unterhielten Jörg und ich uns über das Gesehene, bevor wir den Schankraum zu unserem Zimmer verließen. Am morgen erfuhren wir, dass auch Carah den Untergang von Edre in einer Vision gesehen hatte.[93][94]

Es ging weiter durch das Gebirge, bis wir die Kheroghatische Wüste und dort entlang des Mjaron und gerahmt durch seine Zuflüsse auf das Grüne Becken stießen. Wo der Fluss in das Gebirge eintrat, trafen wir auf ein Lager der Panjiden, in dem Muhammad, Omar, Halef, Shilah und andere uns eine Nacht aufnahmen und uns von dem Märchen um den Prinz Nekolos Silan erzählten, der demnach einst Eis aus dem Gebirge in der Onix-Schlucht vergraben hatte und somit eine Grundlage des Grünen Beckens geschaffen hatte. Hinter der dadurch entstandenen Eishöhle Do-Lon sollten er und seine Nachfahr*innen in einer Gruft beigesetzt worden sein. Der Zugang zur Höhle war aber – sollte es diesen je gegeben haben – längst vergessen und wahrscheinlich überwuchert worden. Es war ein Märchen. Sie erzählten uns auch vom Konflikt der zwei Städte Lorhan-Juh und Kyrijädis im Grünen Becken und rieten uns, uns in der offenen Wüste vor den dortigen Drachen in Acht zu nehmen. Als wir am nächsten Morgen aufbrachen, zogen wir entlang des Streifens zwischen Dschungel und Wüste gen Nordosten. Am zweiten Tag entlang des ewig scheinenden Sandmeeres entdeckten wir das Wrack eines Sternenschiffes, welches wohl eine halbe Ewigkeit unter einer Düne geschlummert hatte. Zu holen war dort nichts, aber Carah war an ihre letzte Vision vom Minmatar erinnert, wo sie solche Schiffe im weiten Sternenraum zwischen den Welten gesehen hatte, und wir fühlten uns klein und unbedeutend angesichts dieses uralten Relikts.

Als wir die Onix-Schlucht erreichten, mussten wir an dessen westlichem Eingang ein Lager der Schattenkaiserlichen Armee umgehen. Wir pirschten uns entlang des Flüsschens durch den Urwald bis hin zu deren Quelle, wo es eiskalt unter einem Felsen hervorsprudelte. Wir folgten der südlichen Felswand nach Osten und legten unter jeder Menge Pflanzenwerk einen Eingang in eine Eishöhle frei. Unsere Reittiere sandte ich durch ein Portal zurück in die Niederlassung in Ornacke. Dann betraten wir Do-Lon, hinter der sich irgendwo in den Tiefen der Erde auch Boken-Tao befinden sollte, wie uns Tara in Düsterwald aus einer alten Sage um den Prinzen Nekolos erzählt hatte.[95] In der Eishöhle trafen wir auf eine Schlange aus Stein, die uns – einmal erwacht – attackierte. Dies musste solch ein Onix sein, nach dem die Schlucht benannt war. Wir schafften es hinter der Kreatur in die Silan-Gruft hinabzusteigen. Dort fanden wir Heil- und Astraltränke, begegneten aber auch Skelett-Magiern & -Kriegern sowie einer merkwürdigen Geistergestalt, die erst als Irrlicht wirkte, dann unsere Seelen mittels eines hypnotischen Strahls zu verwirren und mit Horrorblicken zu schrecken versuchte und uns schließlich mit seiner kalten, ätzenden Zunge schleckend angriff.

Nachdem wir die Gruft mit ihren Schrecknissen durchquert hatten, erwartete uns ein Höhlenlabyrinth. In jene Gänge, die eine uralte, vergessene, finstere Lebensform, die sich in Tentakeln manifestierte, beherbergten, drangen wir nicht weiter vor und verschiedene Ansammlungen von Mirelurks versuchten wir zu umgehen. An einem untoten Skelett-Drachen vorbei erreichten wir eine Transportstation, von der wir in einer Glaskugel entlang von einer Schienenröhre, die auf einem Teilstück unter Wasser von Glas ummantelt war, die gigantische Haupthöhle und die verlassene Stadt Boken-Tao erreichten. Die mumifizierten Leichen von Skorim, die vor Jahrtausenden an einer schrecklichen Krankheit verstorben sein mussten, die Zirrn später als Arkelythische Dämonenpocken-Pest benannte, bargen kaum noch Gegenstände oder Kleidung. Alles bis auf uns unbekannte Münzen und Orichalkum-Perlen, die einst als Energieträger gedient hatten, war längst verrottet. Wir drangen also in den Tempel des Saurator Caal vor, in welchem wir die Glocke vermuteten. Ein Grubenlord begann, uns zu verfolgen und im Inneren des Tempels wurden wir von tausenden faustgroßen, schwarzen Spinnen angegriffen. Panik überkam mich und ich attackierte sie mit einem Flammenstrahl, mit dem ich mich drehend eine große Anzahl der widerlichen Kreaturen verbrannte. Meine Kraft schwand ob des zu anstrengenden Zaubers und ich fiel in fiebrige Umnachtung. Als ich wieder erwachte, war der Grubenlord tot und Carah und Jörg hatten ein Skorim-Buch geborgen. Sie erzählten mir, dass das Monstrum sie bereits in die Enge getrieben hatte, als die Schattenkönigin Laisa Sîdhtegiwa Lhinfae Darakastoras erschienen war, den Grubenlord mit einem einzigen Zauber gerichtet hatte und die Herausgabe von mir und der Glocke verlangt hatte. Carah konnte uns einen Aufschub verschaffen, indem sie mit der Zerstörung des Buches gedroht hatte, in dem sich die Glocke befinden musste. Laisa zog sich vor den Tempel zurück und Carah nutzte die kurze Verschnaufpause, um mich in letzter Sekunde magisch zu heilen. Ich hatte bereits die Schwingen von Golgari gehört. Wir betraten das Skorim-Buch, wobei Jörg, der das Bild der geschriebenen Welt als letzter berührte, das Buch in jenem Moment an ein Feuer hielt, um es zu verbrennen und der finsteren Magierin eine Verfolgung zu verwehren. Wir befanden uns auf einer kreisrunden Insel, in deren Mitte sich ein exakter Zwilling des Tempels in der Höhlenstadt befand. Wir betraten ihn und fanden mumifizierte Skorim-Leichname vor. Einer – geschmückt mit einem Stirnreif – hielt ein Buch in den Armen und hatte die gesuchte Handglocke in der Innentasche seines Mantels, der als einziger nicht verrottet war. Die Insel gab uns viele Rätsel auf. So hörten wir einen beständigen, regelmäßigen Herzschlag und mit jedem davon gingen konzentrische Wellen von der Insel aus. Am Strand lagen unzählige Bernsteine, die ein jeder ein ekelhaftes Insekt, welches einem Wurm mit sechs Beinen, zwei Flügeln und fünf Hörnern glich, einschlossen. Es wuchsen Bäume auf der Insel, aber tierisches Leben konnten wir nicht entdecken. Das Buch, das wir bei dem toten Skor im Tempel gefunden hatten, brachte uns in ein kleines Haus am Rande von Boken-Tao. Wir durchschwammen den See, der die Stadt umgab und kletterten nahe einer Mirelurk-Siedlung in eine Transportstation, die wir auf dem Hinweg passiert hatten. Von dort hangelten wir uns die Schienen entlang bis zu einem uns bekannten Gangabschnitt. Wir kletterten von den Schienen hinab und mussten auf dem Weg zurück ins Freie zweimal Wachposten der Schattenkaiserlichen Armee ausschalten. Es war später Abend und wir bewegten uns entlang des Flusses westwärts – erneut vorbei an dem feindlichen Lager –, bis wir uns am Morgen des nächsten Tages zu rasten trauten. Es ging weiter Richtung Gebirge. Erst nachdem wir einer großen Raubkatze am Fluss geholfen hatten, ein Krokodil zu erlegen, und sich diese satt gefressen hatte, sodass auch wir uns am Fleisch der Echse nähren konnten, kehrte meine Kraft soweit zurück, dass ich ein Portal zur Niederlassung in Ornacke aufspannen konnte. Ich zeigte Carah & Jörg die Stadt meiner Jugend und besuchte mit ihnen den Brückenpark. Dann ging es nach Port Kunterbunt und in die Bibliothek des Clans ins Traumnest, um das wertvolle Artefakt dort zu verwahren, wie wir es Elsarion Flammenherz versprochen hatten.[96]

Tavernen & Badehäuser

In der nächsten Zeit trieb es uns locker von Ort zu Ort. Da Jörg an einer längeren Krankheit litt, kehrten Carah und ich mehrfach zu zweit in verschiedene Tavernen ein. In der Taverne zwischen den Welten würfelten wir mit Finn Tauber und seinen Leuten. Dem Jungspund Bruk versuchte ich ein wenig den Kopf zurecht zu rücken.[97][98]

Nach einem Sturm fanden wir uns vor einer unbekannten Küste wieder. Wir fuhren in den Hafen der Stadt Askalon ein und erfuhren, dass die Küste zum Kontinent Mitraspera auf der Welt Mythodea gehörte. Im Hafen trafen wir auf Pascal, der uns einlud, zum Abend hin sein »Badehaus Tara« zu besuchen. Dem kamen Carah und ich nach. Die Zuberdame Anna begrüßte uns freundlich und versuchte allen Gästen einen angenehmen Abend zu verschaffen. Neben mehreren Bekannten aus der Taverne zwischen den Welten, wie der Rahja-Geweihten Rahjahara, Finn's Schreiberin Fenya mit ihrer Freundin Nevena, dem Barden Chapo sowie Manu & Gwen, die eben diese Taverne betreiben, waren der Magiermeister Tiberius mit seiner Schülerin Alia, der Capitan Benedict Gun, der zur Zeit sein Schiff – die »Aurora« – vermisst und der Herr einer Baronie mit unverständlich klingendem Namen anwesend. Bier, Hypocras Mondwein, Met und unser Haselnusslikör sowie ein Holunderblütenlikör nach neuer Rezeptur flossen in Strömen, die Runde war fröhlich und auch ich trug einige Gedichte vor. Rahjahara überlegte mit dem Wildvogel-Clan zu reisen und am nächsten Morgen halfen uns Pascal und Finn, in Askalon Räumlichkeiten für eine Niederlassung des Clans zu finden.[99][100]

Degordarak dal Randjasiz in der Taverne zur Ruine Reichenstein fotografiert von von Hagen Hoppe
Beobachtungen der Schiffe der Mitrasperanischen Hanse im Real- & im Astralraum ergaben, dass sie Mythodea auf magischen Strömungen erreichten oder verließen. So wurde es meine Aufgabe, unsere Katamarane mit meiner Astralsicht zurück nach Asthon zu navigieren. Wir erreichten die Insel Aldea. Carah und ich kehrten dort in der Taverne zur Ruine Reichenstein ein. Nachdem ich in der Juniausgabe des fünften freien Jahres des Aldeanischen Boten ein Interview mit Kelgar Beromos gelesen hatte, kamen wir mit verschiedenen Anwesenden ins Gespräch. So hatte die hohe Priesterin Elena einen Schrein für den Gottdrachen Alizaza errichtet, der vor allem Aspekte von Idrahir Sat zu verkörpern schien. Mit ihr waren der Ordensritter Ados, dessen Knappe Ern und der Wächter Garelion anwesend. Auch auf Askir von der See mit einem Teil der Besatzung seines Schiffes »Kraken« von Haven Island trafen wir hier. Richtig zu stellen ist, dass er, seine Schiffsfrau Medyse (Frau Qualle), Nihal und Lizzy sich keinesfalls als Pirat*innen sehen, wie es mir einst erzählt wurde. Symphatisch waren sie mir dennoch. Der Magier Vincent Quebec und seine Schülerin Marie de Rivet versuchten eine Laterne der Anhänger*innen des finsteren Gottes Orr zu analysieren, was einen Dämonenkrieger auf den Plan rief, der Anwesende für kurze Zeit in eine Schattenebene entführte. Vermutungen zufolge, die nicht durch Analysen bestätigt werden konnten, soll die Laterne dazu dienen zwischen dem Kosmos und dieser Schattenebene im Iskasat zu reisen.[101][102]

Die fünfte Jahresfeier von Port Kunterbunt verbrachten wir dann wieder in Port Kunterbunt. Von Gideon Schwarzstich lies ich mir auf der linken Schulter eine Tätowierung stechen, die eine Asatru-Axt, mit dem Hammer Mjöllnir des Asen Dunur und dem wegweisenden Elegguá zeigte. Ich sprach mit ihm auch darüber, mir eine weitere Tätowierung stechen lassen zu wollen, mit der ich ein Symbol der Einheit mit der Bruderschaft von Nod um Kane Legion und anderer fortschrittlicher Kräfte abbilden wollte.

Weiteres

Familiäre Konstellation / Stammbaum

                                  Meas Wolfstatze
                                          │
                            ┌─────────────┴────────────┐
                            │                          │
                            ▼                          ▼
Carah Mondtanz   Degordarak dal Randjasiz      M'Eas Darakastoras
      │         oo        │ │                          │
      └───────────────────┘ │                   ┌──────┴──────┐
                            │                   │             │
                            │                   ▼             ▼
                            │              Lichtkaiser   Schattenkaiser
                            │                   │             │
                            └─────────────────┐ │ ┌───────────┘
                                              │ │ │
                                         Meas Drachenherz

Beherrschte Zauber

Gedichte des Degordarak dal Randjasiz

→ siehe auch: Gedichte zum Satjira-Project

Galerie

Outtime

Degordarak dal Randjasiz ist ein LARP-Charakter von Meas. Er spielt als Nebencharakter eine Rolle im Roman »Zwischen Schatten und Licht«.

Fußnoten

  1. Wahrträumer*in
  2. LARP-Con: Passentin 2012 / Pakyrion 4: Dassrauu in Gefahr! (22.07. bis 27.07.2012)
  3. Diese Beschreibung entstand 2013 im kleinen Gästewagen der Wagenburg LohMühle.
  4. http://tintenwolf.mrkeks.net/satjira-project/index.php/Meas_Wolfstatze#Niederlagen_.28S._20_bis_24.29
  5. BdR-15/S. 2445-2449
  6. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2014-2/2014-11-22-gutshaus-zum-reisenden-pilger/, https://www.facebook.com/events/1507579889502808/
  7. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (22.11.2014)
  8. BdR-15/S. 2451-2453, 2454-2456 & 2458-2460
  9. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2015-3/2015-02-28-gutshaus-zum-reisenden-pilger/, https://www.facebook.com/events/1376619979312264/
  10. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (28.02.2015)
  11. siehe hierzu das Kapitel Flucht (S. 67 bis 71) im Buch der Reisen
  12. LARP-Con: Taverne im Nebel 2015 (24.-26.04.2015)
  13. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2015-3/2015-08-16-bis-21-pakyrion-7/
  14. LARP-Con: Passentin 2015 / Pakyrion 7: Turney in Salzfurt (16.08. bis 21.08.2015)
  15. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2015-3/2015-09-12-jahresfeier-von-port-kunterbunt-10009/
  16. Pen&Paper: Jahresfeier von Port Kunterbunt 10.009 d.AS. (12.09.2015)
  17. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2015-3/2015-11-28-gutshaus-zum-reisenden-pilger/, https://www.facebook.com/events/1652702368280892/
  18. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (28.11.2015)
  19. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2016-4/2016-06-17-castellani-con-x/
  20. LARP-Con: Castellani-Con X (16.-19.06.2016)
  21. Pen&Paper: Morrowind – Der Hass des Blutes (03.07.2016)
  22. LARP-Con: Passentin 2016 / Pakyrion 8: Jäger des verlorenenen Ei's (14.08. bis 19.08.2016)
  23. https://www.facebook.com/events/551650068369932/
  24. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (19.11.2016)
  25. https://www.facebook.com/events/216011148839090/
  26. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (17.12.2016)
  27. https://www.facebook.com/events/918242571645529/
  28. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (25.02.2017)
  29. Niederlassung des Wildvogel-Clans in Jelkala & Niederlassung des Wildvogel-Clans in Praven
  30. https://www.facebook.com/events/236541320148230/
  31. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (08.04.2017)
  32. https://www.facebook.com/events/219272835239798/
  33. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (06.05.2017)
  34. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2017-2/2017-06-10-taverne-zwischen-den-welten/
  35. https://www.facebook.com/events/1536870276337545/
  36. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (10.06.2017)
  37. Fallout-Pen&Paper: 1. Traum vom Ödland (02.08.2017)
  38. https://www.facebook.com/events/1767696823257641/
  39. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (12.08.2017)
  40. LARP-Con: Passentin 2017 / Pakyrion 9: Jahrmarkt in Dassrauu (13.08. bis 18.08.2017)
  41. https://www.facebook.com/events/326178624468197/
  42. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (09.09.2017)
  43. https://www.facebook.com/events/669803849854423/
  44. LARP-Con: Eden Amar 8 »Nuestro« (29.09. bis 03.10.2017)
  45. https://www.facebook.com/events/513541018989174/
  46. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (07.10.2017)
  47. Einzige Überlebende
  48. Fallout-Pen&Paper: 2. Traum vom Ödland (01.11.2017)
  49. https://www.facebook.com/events/178651265999730/
  50. LARP-Con: Pandoria – Sturm der Zwergenberge (03. bis 05.11.2017)
  51. https://www.facebook.com/events/1267377750035018/
  52. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (11.11.2017)
  53. BdR-16/S. 2624–2628
  54. BdR-16/S. 2629–2632
  55. https://www.facebook.com/events/225987024583080/
  56. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (18.11.2017)
  57. Pen&Paper: Freiheitsflug (05.12.2017; BdA-1/S. 23-30)
  58. https://www.facebook.com/events/340586649735176/
  59. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (09.12.2017)
  60. Fallout-Pen&Paper: 3. Traum vom Ödland – Der dritte Traum vom Ödland (20.01.2018)
  61. Pen&Paper: Mord in Porto Villaga (09.02.2018; BdA-1/S. 31 f.))
  62. https://www.facebook.com/events/348872635524440/
  63. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (17.02.2018)
  64. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2018-2/2018-02-24-poetenwettstreit-larp/
  65. Vergleiche Flugblatt zum Drakensteiner Bardenwettstreit.
  66. https://www.facebook.com/events/1771850599788014/
  67. LARP-Con: Taverne: Gutshaus zum reisenden Pilger (24.02.2018)
  68. Fallout-Pen&Paper: 4. Traum vom Ödland – Verwirrspiele im Ödland (09.03.2018)
  69. https://www.facebook.com/events/198728627369653/
  70. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (17.03.2018)
  71. https://www.facebook.com/events/1971291243083643/
  72. LARP-Con: LARP-Taverne »Zum besseren Betrüger« (24.03.2018)
  73. https://www.facebook.com/events/1971393739742364/
  74. LARP-Con: Taverne im Nebel XII – Verlorene Wege (20. bis 22.04.2018)
  75. https://www.facebook.com/events/1611923058902509/
  76. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (05.05.2018)
  77. Krakonier bzw. Tiefe Wesen
  78. Siehe »Magietheorie 3: Der Anfang der Zeit und die Entstehung der Elemente«.
  79. Pen&Paper: Die Geheimnisse der Isla Conquierda (10.-12.05.2018; BdA-1/S. 32 f.))
  80. Fallout-Pen&Paper: 5. Traum vom Ödland – Das gespaltene Institut (12.05.2018)
  81. Fallout-Pen&Paper: 6. Traum vom Ödland – Es gärt Krieg in der Asche (11.06.2018)
  82. LARP-Con: Passentin 2018 / Pakyrion 10: Erntefest (30.07. bis 05.08.2018)
  83. Pen&Paper: Die Dracheninsel (13.08.2018; BdA-1/S. 33)
  84. vgl. BdR-20/S. 3368 f.
  85. Pen&Paper: Der Schatz der Sonneninseln (01. & 03.04.2019; BdA-1/S. 34 f. bzw. BdR-17/S. 2890 f.)
  86. https://www.facebook.com/events/2069960343314808/
  87. LARP-Con: Taverne im Nebel XIII – Sanfte Schwingen (05. bis 07.04.2019)
  88. Fallout-Pen&Paper: 7. Traum vom Ödland – Der Dämon des Krieges (25.06., 10. & 26.07.2018)
  89. https://www.facebook.com/events/295161514519086/
  90. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (13.04.2019)
  91. »Die Glocke von Kyhan'Ra – Nachricht aus der Zukunft« (BdR-17/S. 2918 f. & BdA-1/S. 35)
  92. Pen&Paper: Die Glocke von Kyhan'RaDie Werwölfe von Düsterwald (28.04.2019; BdA-1/S. 35 f.)
  93. https://www.facebook.com/events/2037014966334161/
  94. LARP-Con: Taverne zwischen den Welten (18.05.2019)
  95. Pen&Paper: Die Glocke von Kyhan'Ra – In der Kheroghatischen Wüste (29.05.2019; BdA-1/S. 37)
  96. Pen&Paper: Die Glocke von Kyhan'Ra – In der Höhle der D'ni (19.06.2019)
  97. https://www.facebook.com/events/2126537194079089/
  98. LARP-Taverne: Taverne zwischen den Welten (15.06.2019)
  99. http://tintenwolf.mrkeks.net/live-in-farbe/2019-2/2019-07-06-badehaus-tara-1/, https://www.facebook.com/events/300870754147455
  100. LARP- und Zuber-Abend »Badehaus Tara« (06.07.2019)
  101. https://www.facebook.com/events/2122286541356127/?event_time_id=2122286581356123
  102. LARP-Taverne: Taverne zur Ruine Reichenstein (13.07.2019)