{"id":5771,"date":"2017-05-12T18:58:50","date_gmt":"2017-05-12T16:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/?p=5771"},"modified":"2024-10-03T00:29:53","modified_gmt":"2024-10-02T22:29:53","slug":"bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/en\/bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres\/","title":{"rendered":"Bericht der Interbrigadas zur Brigade Berta C\u00e1ceres"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich im M\u00e4rz f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interbrigadas<\/a> zu einer Erkundung auf Kuba im dortigen Kulturprojekt \u00bb<a href=\"http:\/\/www.ventanaalvalle.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ventana al Valle<\/a>\u00ab war, wirkten Genoss*innen von mir an der Seite der Landarbeiter*innengewerkschaft <a href=\"http:\/\/socsatalmeria.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SOC-SAT Almeri\u00e1<\/a> im s\u00fcdspanischen Andalusien. Hier findet ihr die Texte der Solibrigade: <em>(die \u00dcberschriften sind Links auf die bebilderten Originalartikel)<\/em><\/p>\n<h4>Inhalt<\/h4>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/en\/bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres\/#Abschnitt1\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 1) \u2013 Ankunft und Auftakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/en\/bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres\/#Abschnitt2\">Rassismus und Polizeigewalt in Almer\u00eda \u2013 Der Fall Hamid M.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/en\/bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres\/#Abschnitt3\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 2) \u2013 Workshops und Arbeitskampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/tintenwolf.mrkeks.net\/en\/bericht-der-interbrigadas-zur-brigade-berta-caceres\/#Abschnitt4\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 3) \u2013 Demo, Wandbild, Besetzung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"Abschnitt1\" style=\"padding-left: 30px;\"><a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/ankunft-und-auftakt-unserer-brigade-berta-caceres\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 1) \u2013 Ankunft und Auftakt<\/a><\/h3>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am 02. M\u00e4rz landete unser Flieger in Malaga. Nach den ersten Erledigungen trafen wir uns sogleich mit den Gewerkschafter*innen der SOC-SAT in deren B\u00fcro in Almer\u00eda. Im Anschluss an ein erstes Kennenlernen stellten wir den Genoss*innen unser Kursprogramm vor und besprachen unseren gemeinsamen Plan f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen.<!--more--><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Eine der Aufgaben der Brigade ist es, mithilfe von Workshops auch innerhalb schon bestehender Aktivit\u00e4ten der Gewerkschaft in den Orten Almer\u00eda, San Isidro und El Ejido auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und diese konkret zu unterst\u00fctzen. (Hintergrundinformationen zur Arbeit der SOC-SAT sind im Brigadepost der Brigade Gerda Taro abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/die-brigade-gerda-taro-gewerkschaftsarbeit-im-plastikmeer-von-almeria\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Brigade Gerda Taro \u2013 Gewerkschaftsarbeit im Plastikmeer von Almer\u00eda<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Unser Sprachkurs richtet sich an die wenig Spanisch sprechenden Migrant*innen und versucht die Hemmungen vor dem Sprechen abzubauen, indem er allt\u00e4gliche Kommunikationssituationen inszeniert und zu kleinen Sprachspielen anregt. Im Theaterkurs wollen wir Szenen des Alltags nachstellen, aber auch Probleme und W\u00fcnsche der Teilnehmer*innen thematisieren und dramaturgisch verarbeiten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Die verschiedenen Spiele und Schauspiel\u00fcbungen unterst\u00fctzen zudem die sprachliche Ausdrucksfertigkeit. Im Workshop der visuellen Kommunikation lernen die Teilnehmer*innen, wie man Transparente, Stencils und Wandbilder gestalten und somit die eigenen Botschaften und Ideen in der \u00d6ffentlichkeit sichtbar machen kann. Nach einem Austausch mit Jugendlichen aus San Isidro kam au\u00dferdem die Idee auf, mehrmals in der Woche mit unseren Kampfsportlern ein kleines Sportprogramm anzubieten und gemeinsam mit ihnen ein paar Kicks in die Pratze zu setzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Neben dem Kursangebot unterst\u00fctzten wir die Gewerkschaft, indem unser Rechercheteam Informationen \u00fcber die Unternehmensstrukturen in der Landwirtschaft rund um Almer\u00eda sammelt. Ziel ist es, eine Datenbank aufzustellen, welche die bearbeiteten F\u00e4lle der SOC-SAT und die beteiligten Firmen beinhaltet. Damit sollen die Zusammenh\u00e4nge innerhalb der Verwertungskette aufgedeckt werden, um bei Rechtsverst\u00f6\u00dfen auch Druck auf deutsche Handelsunternehmen aus\u00fcben zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Tag nach unserer Ankunft besuchten wir das Gewerkschaftslokal in San Isidro de Nijar und trafen uns mit einigen Arbeiter*innen vor Ort. Im dortigen B\u00fcro gab es in den letzten Jahren eher wenig Aktivit\u00e4t, obwohl in der Umgebung ein hoher Bedarf an gewerkschaftlichem Engagement besteht, wie wir auch in unserem Gespr\u00e4ch feststellten. Wir bekamen den Eindruck einer massiven Frustration von den Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft aber gleichzeitig signalisierte uns die Gruppe auch eine Bereitschaft zum gemeinschaftlichen Widerstand und ein reges Interesse an unserer Brigade. Diese Erfahrung verschaffte uns einen Motivationsschub \u2013 voller Tatendrang planten wir die Auftaktveranstaltung in der kommenden Woche, um uns noch mehr Leuten in der Gemeinde vorzustellen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Das Wochenende verbrachten wir neben den Vorbereitungen auch damit, uns in der Gegend um Almer\u00eda einen Eindruck zu verschaffen. Wir besuchten einige Demos und Kundgebungen und kamen so auch mit anderen regionalen politischen Gruppierungen ins Gespr\u00e4ch, wie z.B. mit Aktivist*innen von \u201aPodemos\u2018 und den \u201aAnticapitalistas\u2018.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Montag, den 06.03 fand unsere Ank\u00fcndigungsveranstaltung in San Isidro statt. Mit einer kleinen Gruppe von Arbeiter*innen drehten wir vorher eine Runde durch die Nachbarschaft, um die Leute der Umgebung auf die bevorstehende Veranstaltung aufmerksam zu machen. Im gut gef\u00fcllten Gewerkschaftshaus stellten wir uns und unser geplantes Kursangebot vor. In der daran anschlie\u00dfenden sehr emotional gef\u00fchrten Diskussion berichteten v.a. die m\u00e4nnlichen Arbeiter von den niedrigen, gesetzeswidrigen L\u00f6hnen, dem Konkurrenzdruck unter den migrantischen Arbeiter*innen und dem Rassismus, der den Einwanderer*innen in der Region entgegengebracht wird. Die erste Reaktion der Besucher*innen auf unsere Pr\u00e4sentation zeigte uns, dass sie mehr Interesse an einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen haben als an der Teilnahme an unseren Kursen. Andererseits wurde aber auch deutlich, wie bedeutsam f\u00fcr die Leute vor Ort ein gemeinsamer Raum ist, um sich \u00fcber die eigene Lebenswirklichkeit und die damit zusammenh\u00e4ngenden Probleme auszutauschen. Wir betonten gemeinsam mit den Gewerkschaftsgenoss*innen Spitou und Carmen die Bedeutsamkeit von gewerkschaftlicher Selbstorganisation und verwiesen darauf, dass unsere Kurse die Gelegenheit bieten, sich mit Berufs- und Alltagsproblemen auf verschiedene Art und Weise auseinanderzusetzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am 07. M\u00e4rz pr\u00e4sentierten wir unser Programm im Gewerkschaftsb\u00fcro der SOC-SAT in El Ejido. Im Vorfeld unserer Abendveranstaltung besuchten wir die \u201cArea de la mujer\u201d. Diese von der Gewerkschafterin Carmen organisierte Veranstaltung bietet einmal in der Woche mehrere Aktivit\u00e4ten an, um die vornehmlich marokkanischen Frauen dabei zu unterst\u00fctzen, ihren Alltag m\u00f6glichst selbstst\u00e4ndig zu bew\u00e4ltigen. Da vor allem die Erwachsenen kaum Spanisch sprechen, bietet sie Sprachkurse an, vermittelt Kenntnisse im Umgang mit dem Computer und begleitet bei Arztbesuchen oder Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen. Neben den gemeinschaftlichen Aktivit\u00e4ten mit den Frauen findet im B\u00fcro von El Ejido eine Beratung zu arbeitsrechtlichen Fragen statt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Nachdem wir einige Frauen der \u201cArea de la mujer\u201d bei Gruppenspielen ein wenig kennenglernt hatten, stellten wir am Abend unsere Brigade und unser Kursangebot f\u00fcr El Ejido vor. Im Anschluss bereiteten wir gemeinsam mit den Frauen und ihren Kindern die Demonstration am Frauenkampftag vor, indem wir mit ihnen Schilder aus Pappkarton anfertigten und ein gro\u00dfes Transparent f\u00fcr die Demonstration am Frauenkampftag gestalteten. Am Rande dieses ersten Kurses der visuellen Kommunikation konnten wir den Besucher*innen in entspannter Atmosph\u00e4re n\u00e4herkommen und uns miteinander austauschen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zum Internationalen Frauenkampftag lud die SOC-SAT in Almer\u00eda zu einem gemeinsamen Fest. Die Veranstaltung wurde von den Frauen der \u201cArea de la mujer\u201d in El Ejido sowie Almer\u00eda besucht. Die meisten kamen festlich gekleidet in traditionellen marokkanischen Gew\u00e4ndern und brachten vielerlei Geb\u00e4ck, sodass der Tisch den ganzen Abend mit leckeren Speisen gedeckt war. Zu den Aktivit\u00e4ten, welche Carmen, Laura und Maria vorbereitet hatten, z\u00e4hlten Vortr\u00e4ge zu Themen wie Diskriminierung am Arbeitsplatz und die Geschichte des Feminismus sowie kurze musikalische Zwischenspiele. Die marokkanischen Frauen f\u00fchrten unter Abwesenheit der M\u00e4nner traditionelle T\u00e4nze vor und sangen Lieder zu Ehren der Frau.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Wir konnten im gut gef\u00fcllten B\u00fcro auf unsere Kurse aufmerksam machen und uns einzeln der Frauengruppe vorstellen. Im Anschluss an den gemeinsamen Abend bei der SOC-SAT gingen wir mit den Frauen aus El Ejido zur Demonstration anl\u00e4sslich des Weltfrauentages in der Innenstadt von Almer\u00eda. Wir reihten unser Transparent des feministisch-migrantischen Kampfes neben das der anderen beteiligten Gruppen, wie der Student*innen-Gewerkschaft und Podemos. F\u00fcr viele junge Frauen war es das erste Mal, dass sie an einer Demonstration teilnahmen. Einige sagten uns sogar ab, weil sie Angst hatten, aufgrund politischer Aktivit\u00e4t verst\u00e4rkt an Diskriminierung zu leiden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Unsere diesj\u00e4hrige Brigade tr\u00e4gt den Namen der Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta C\u00e1ceres aus Honduras. C\u00e1ceres war eine der Mitbegr\u00fcnder*innen der Organisation COPINH (Consejo C\u00edvico de Organizaciones Populares e Ind\u00edgenas de Honduras), welche sich f\u00fcr die Erhaltung von Naturr\u00e4umen und die indigenen Gemeinden der Lenca einsetzt. Die Lenca als gr\u00f6\u00dfte indigene Gruppe in Honduras werden in den letzten Jahren zunehmend durch die Aktivit\u00e4ten von Energie- und Bauunternehmen in ihrer Heimat bedroht. Zuletzt wurde in diesem Zusammenhang vor allem das Staudammprojekt Agua Zarca am Fluss Rio Gualcare bekannt, wodurch den indigenen Gemeinden der Region die wichtigste Wasserzufuhr genommen worden w\u00e4re. W\u00e4hrend der seit 2013 stattfindenden Proteste gegen das Bauvorhaben verschwanden mehrere Aktivist*innen der COPINH oder wurden Opfer der Repression durch das Milit\u00e4r. (siehe z.B. <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2013\/07\/83778\/tomas-garcia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/amerika21.de\/2013\/07\/83778\/tomas-garcia<\/a> oder <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2014\/04\/99317\/rio-blanco-april\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/amerika21.de\/2014\/04\/99317\/rio-blanco-april<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>C\u00e1ceres, welche selbst wegen ihres Engagements gegen den Bau in Agua Zarca inhaftiert wurde, f\u00fchrte trotz mehrerer Morddrohungen und Einsch\u00fcchterungsversuche ihren Kampf gegen die Enteignung indigener Territorien und die Privatisierung nat\u00fcrlicher Ressourcen fort, wie sie in Honduras im Zuge neoliberaler Entwicklungspolitik vor sich geht. Sie trotzte damit der Tatsache, dass durch die zunehmende Militarisierung seit dem Putsch im Jahr 2009 und die Entstehung von quasi rechtsfreien Zonen im Land eine der h\u00f6chsten Mordraten weltweit herrscht und der Widerstand gegen die r\u00fccksichtslose Expansion von Gro\u00dfunternehmen und der Einsatz f\u00fcr Menschenrechte lebensbedrohlich ist. Obwohl das Ausma\u00df der Bedrohung f\u00fcr Berta C\u00e1ceres bekannt war und sie von der interamerikanischen Menschenrechtsorganisation Schutz zugesagt bekommen hatte, unternahmen laut COPINH die Beh\u00f6rden nichts, sodass sie am 03. M\u00e4rz 2016 von zwei M\u00e4nnern ermordet werden konnte. Die Ermittlungen in ihrem Mordfall und seine Darstellung in der \u00d6ffentlichkeit sind seither von staatlicher Manipulation gepr\u00e4gt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Ihr Mut und ihr Einsatz f\u00fcr die Rechte von Minderheiten ist f\u00fcr unsere Arbeit hier vor Ort eine Inspiration.<\/em><\/p>\n<h3 id=\"Abschnitt2\" style=\"padding-left: 30px;\"><a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/rassismus-und-polizeigewalt-in-almeria-der-fall-hamid-m\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rassismus und Polizeigewalt in Almer\u00eda \u2013 Der Fall Hamid M.<\/a><\/h3>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">1. Der Fall Hamid M.<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Freitag den 17.M\u00e4rz 2017 um kurz vor zwei Uhr nachmittags, fuhren zwei Polizisten der Guardia Civil zum Haus von Hamid M. in San Isidro de Nijar, 30 Kilometer \u00f6stlich von Almer\u00eda. Dessen Tochter hatte den Notarzt angerufen, nachdem ihr an Parkinson erkrankter Vater am Morgen seine Tabletten falsch dosiert hatte und infolgedessen einen Anfall bekam. Der 52-j\u00e4hrige Marokkaner hat eine lange und im Ort bekannte Krankheitsgeschichte. Immer wieder verlor er aufgrund seiner Krankheit und hinzukommenden psychischen Problemen die Kontrolle \u00fcber sein Verhalten. Seine Familie bem\u00fchte sich seit l\u00e4ngerem um einen Platz in einer geeigneten Betreuungseinrichtung. Der Notdienst schickte aber zun\u00e4chst keinen Krankenwagen, sondern einen Streifenwagen der Guardia Civil, da sie aufgrund von Schreien Hamid M.\u2018s, welche w\u00e4hrend des kurzen Telefonats im Hintergrund zu h\u00f6ren waren, von einer Situation innerfamili\u00e4rer Gewalt ausgingen. Kurz darauf war Hamid M. tot.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Was genau vor dem kleinen Reihenhaus der Familie M. geschah, ist bis dato noch nicht gekl\u00e4rt. Vieles ist im Dunkeln und wird sich hoffentlich in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen aufkl\u00e4ren. Ein polizeiliches Ermittlungsverfahren ist im Gange und der K\u00f6rper von Hamid M. wird einer Autopsie unterzogen werden. Dennoch ist es n\u00f6tig, sich bereits jetzt zivilgesellschaftlich intensiv mit dem Fall auseinanderzusetzen. Denn noch am Nachmittag des 17.M\u00e4rz kursierten in verschiedenen Zeitungen wie \u201eLa Voz de Almer\u00eda\u201c oder \u201eIdeal\u201c Versionen des Vorfalls, welche den Schilderungen von Augenzeugen und Angeh\u00f6rigen widersprechen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zudem gibt das Vorgehen der Polizeikr\u00e4fte in verschiedenen Punkten Anlass zu Zweifeln an der Angemessenheit und Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Vorgehens. Au\u00dferdem steht das polizeiliche Verhalten im Fall von Hamid M. aus der Sicht vieler Migrant*innen in einer langen Reihe von Polizeigewalt, willk\u00fcrlicher Behandlung und struktureller Benachteiligung in der Gegend um Almer\u00eda. Und nicht zuletzt zeigen die Erfahrungen aus vorherigen \u00e4hnlich gelagerten F\u00e4llen, dass die Polizei h\u00e4ufig geneigt ist, eigenes Fehlverhalten zu rechtfertigen und auf der Angemessenheit des eigenen Vorgehens zu beharren.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">2. Zeugen- und Angeh\u00f6rigenberichte vom 17. M\u00e4rz<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>So schilderten Augenzeugen das Vorgehen der Polizei als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Als die zwei Polizisten der Guardia Civil zur T\u00fcr der Familie M. gelangten, sei Hamid M. nach einem mehrmin\u00fctigen Wortgefecht und Versuchen der Polizei ihn festzunehmen aus der T\u00fcr auf den B\u00fcrgersteig getreten und dabei hingefallen. Daraufhin h\u00e4tten sich die Polizisten auf dessen R\u00fccken gesetzt und versucht ihm Handschellen anzulegen. Dies sei zun\u00e4chst nur bei einem Arm gelungen, woraufhin es zu Zwangseinwirkungen auf Hamid M. kam. Insbesondere habe ein Polizist seinen Fu\u00df in den Nacken von Hamid M. gedr\u00fcckt. Laut den Augenzeugen begann Hamid M. infolge dieser Einwirkung stark aus dem Mund zu bluten. Schlie\u00dflich merkten die Polizisten, dass Hamid M. sich nicht mehr bewegte. Nach Angaben der Tochter von Hamid M. versuchte sie, sowie ihre Mutter und ein Nachbar der Familie, w\u00e4hrend dieser ganzen Zeit den Polizisten verst\u00e4ndlich zu machen, dass Hamid M. unter schweren gesundheitlichen Problemen litt und eine solch schwerwiegende Einwirkung auf diesen fatale Folgen haben k\u00f6nnte. Nachdem die Polizei vom nunmehr leblosen K\u00f6rper von Hamid M. ablie\u00df und schlie\u00dflich der urspr\u00fcnglich angeforderte Krankenwagen eintraf, entfernten sich die zwei Polizisten vom Ort des Geschehens und wurden von zwei Kollegen abgel\u00f6st. Jegliche Reanimierungsversuche, die nach Angaben des Sohnes von Hamid M. erst nach Eintreffen des Krankenwagens eingeleitet wurden, scheiterten. Als besonders erniedrigend empfand die Familie den Umstand, dass die Polizisten nicht sofort versuchten Hamid M. zu reanimieren.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zudem berichteten Angeh\u00f6rige des Opfers, dass die Polizei zwei Personen, die die Vorg\u00e4nge mit ihren Mobiltelefonen filmten, diese abnahm, um die gemachten Aufnahmen zu l\u00f6schen. Die noch am selben Tag ver\u00f6ffentlichten Presseberichte unterscheiden sich in verschiedenen Aspekten grundlegend von den Berichten der Familie M. und den Augenzeugen. Einhellig wird vom Grund des Erscheinens der Polizei von \u201eViolencia Machista\u201c (genderspezifischer Gewalt) von Hamid M. gegen\u00fcber seiner Frau gesprochen. Jedoch verneinte die Familie M., einschlie\u00dflich der Ehefrau von Hamid M., dass es von Seiten des Verstorbenen zu gewaltt\u00e4tigen Handlungen gekommen sei. So habe es zwar Probleme aufgrund der Krankheit gegeben und das Verhalten von Hamid M. sei infolge von Anf\u00e4llen immer wieder unberechenbar gewesen. Jegliche Berichte \u00fcber innerfamili\u00e4re Gewalt gegen\u00fcber seiner Frau wurden allerdings aufs Sch\u00e4rfste zur\u00fcckgewiesen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Auch wird berichtet, dass der Sohn von Hamid M. die Polizei gerufen habe. Dieser verneinte dies jedoch und verwies darauf, zum fraglichen Zeitpunkt noch in der Arbeit bzw. anschlie\u00dfend bei einer Freundin gewesen zu sein. Vielmehr rief die Tochter nach eigenen Angaben den Notarzt, damit dieser ihrem Vater helfe. Des weiteren legten ersten Medienberichte nahe, dass es sich bei der Todesursache um einen Herzinfarkt handele. Die Familie verurteilte diese voreiligen Schl\u00fcsse, bevor es zu einer gerichtsmedizinischen Untersuchung des K\u00f6rpers gekommen ist. Zudem bem\u00e4ngelte die Familie, dass bei Fernsehbeitr\u00e4gen die Interviews von Zeug*innen an den Stellen geschnitten wurden, an denen die Polizei belastet wurde.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">3. Reaktion der migrantischen Community<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>In den Stunden nach dem Vorfall verbreitete sich die Nachricht vom Tod des 52-J\u00e4hrigen rasend schnell in San Isidro. Schon um 17 Uhr kamen mehrere Hundert Migrant*innen zusammen auf der Hauptstra\u00dfe des kleinen Ortes zusammen, um Aufkl\u00e4rung und Gerechtigkeit zu fordern. Ohne Erlaubnis zogen sie vom zentralen Platz von San Isidro mehrmals durch den Ort, um ihre Demonstration schlie\u00dflich vor dem Haus von Hamid M. zu beenden. Die aufgebrachten Menschen riefen \u201eNo al racismo!\u201c (Nein zum Rassismus!) und \u201eQueremos justicia!\u201c (Wir wollen Gerechtigkeit!). Die Guardia Civil war zwar w\u00e4hrend der etwa zweist\u00fcndigen Aktion pr\u00e4sent, schritt aber nicht ein.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Sonntag den 19. M\u00e4rz fanden sich mehr als 800 Menschen vor dem Haus von Hamid M. ein, um gemeinsam zu trauern, der Familie zur Seite zu stehen und ihre Wut angesichts des Todes von Hamid M. und der strukturellen Diskriminierung der migrantischen Bev\u00f6lkerung von San Isidro auszudr\u00fccken. Auf gro\u00dfen Plakaten forderten sie Gerechtigkeit, ein Ende von Rassimus und Gewalt und ein friedliches und auf gegenseitigem Respekt beruhendes Zusammenleben von Spanier*innen und Migrant*innen. Angeh\u00f6rige und Freunde von Hamid M. sprachen zu der Menge und forderten die Ermittlungsbeh\u00f6rden zur sorgf\u00e4ltigen und vorurteilsfreien Untersuchung des Todesfalles auf.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>In den Redebeitr\u00e4gen wurde klar, dass sich f\u00fcr die migrantische Gemeinschaft im Fall Hamid M. ein strukturelles Problem spiegelt. Tagt\u00e4glich erfahren sie Benachteiligung und Ausgrenzung aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion. Vor allem in Kontakt mit staatlichen Stellen, und insbesondere mit der Polizei, erleben die Menschen Willk\u00fcr und Erniedrigung. Einhellig riefen sie: \u201eWir sind Menschen, keine Tiere!\u201c.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Diese starke Reaktion der migrantischen Zivilgesellschaft und das bewusste Suchen der \u00d6ffentlichkeit durch Angeh\u00f6rige und Zeug*innen hat mittlerweile dazu gef\u00fchrt, dass erste Medienorgane ihre Darstellungen vom letzten Freitag korrigiert haben und nunmehr die oben aufgef\u00fchrten Augenzeugen- und Angeh\u00f6rigenberichte ber\u00fccksichtigt werden. Weiterer sozialer Druck und die aufmerksame Beobachtung des weiteren polizeilichen Vorgehens ist unbedingt n\u00f6tig, um sicherzustellen, dass die Hintergr\u00fcnde des Todes von Hamid M. vollst\u00e4ndig aufgekl\u00e4rt werden.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">4. Polizeigewalt in Almer\u00eda<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Die Wut und Emp\u00f6rung der Migrant*innen erkl\u00e4rt sich aus der Geschichte von polizeilicher Gewalt und Willk\u00fcr. Immer wieder \u00fcberschreitet die Guardia Civil und die lokale Polizei im Kontakt mit Migrant*innen die Grenzen der Angemessenheit und der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der migrantischen Bev\u00f6lkerung in Almer\u00eda und Umgebung ist von Misstrauen, Angst und Ablehnung gepr\u00e4gt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Im Laufe der letzten Jahre gab es immer wieder F\u00e4lle, welche diesen strukturellen Missstand ans Licht der \u00d6ffentlichkeit trugen. So werfen viele Migrant*innen der spanischen Polizei bis heute vor, w\u00e4hrend der rassistischen Ausschreitungen im Februar 2000 nicht ausreichend eingegriffen zu haben, um Migrant*innen vor Angriffen zu sch\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Auch kam es nach gewaltsamen Todesf\u00e4llen von Migrant*innen immer wieder zu Vorw\u00fcrfen der mangelnden Aufkl\u00e4rungsarbeit durch die spanische Polizei \u2013 zuletzt im Dezember 2015 als ein Mann aus Guinea-Bissau in El Ejido get\u00f6tet wurde und es im Anschluss zu Ausschreitungen kam. Doch die strukturelle Gewalt gegen\u00fcber der migrantischen Bev\u00f6lkerung manifestiert sich auch im allt\u00e4glichen Leben tausendfach \u2013 Racial Profiling, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Kontrollen, herablassende Behandlung durch Polizist*innen und die Erschwerung des Zugangs zum Rechtsweg geh\u00f6ren zu konstanten Erfahrungen von Migrant*innen in Almer\u00eda.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">5. Nein zum Rassimus! Wir wollen Gerechtigkeit!<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Seit 2013 besch\u00e4ftigt sich Interbrigadas e.V. mit der Situation migrantischer Arbeiter*innen in der Landwirtschaft rundum Almer\u00eda, Spanien. Derzeit befindet sich die nunmehr dritte Brigade namens \u201eBerta C\u00e1ceres\u201c vor Ort, um die Arbeit der lokalen Landarbeiter*innengewerkschaft SOC-SAT in ihrem Kampf gegen Ausbeutung und Diskriminierung zu unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>In dieser Zeit haben wir die schwierige Situation der Migrant*innen, die Ausbeutung, Ausgrenzung und strukturelle Diskriminierung kennengelernt. Unsere Arbeit zielt darauf ab, durch internationalistische Vernetzung und transnationale Kooperation mit Akteuren vor Ort die Strukturen des Status Quo der Ausbeutung und des Rassimus anzugreifen. In den verbleibenden zwei Wochen der aktuellen Brigade und dar\u00fcber hinaus werden wir den Fall Hamid M. und die Situation der strukturellen Diskriminierung von Migrant*innen durch staatliche Stellen weiter kritisch begleiten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Hiermit wollen wir der Familie von Hamid M. unser tiefempfundenes Mitgef\u00fchl aussprechen. Wir hoffen sehr, dass die gro\u00dfe Unterst\u00fctzung aus der migrantischen Gemeinschaft ihnen in dieser schweren Zeit hilft und ihnen St\u00e4rke gibt. Wir fordern den spanischen Staat und die zust\u00e4ndigen Ermittlungsbeh\u00f6rden zu einer sorgf\u00e4ltigen, ausf\u00fchrlichen und vorurteilsfreien Untersuchung des Vorfalls vom 17. M\u00e4rz auf.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Wir fordern den marokkanischen Konsul und die Auslandsvertretungen des K\u00f6nigreichs Marokko dazu auf, ihren Landsleuten in Spanien die notwendige Unterst\u00fctzung zu leisten. Es ist Zeit, die Selbstorganisierung von Migrant*innen solidarisch und tatkr\u00e4ftig zu unterst\u00fctzen und staatliches Unrecht gegen\u00fcber Minderheiten nicht weiter hinzunehmen. Rassistischer Ausgrenzung, polizeilicher Willk\u00fcr und der Stigmatisierung ganzer Bev\u00f6lkerungsgruppen muss entschieden und organisiert entgegengetreten werden. Nur so ist es m\u00f6glich ein offenes, gerechtes und solidarisches Europa f\u00fcr alle und von unten zu errichten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em><strong>Wir werden weiter an der Seite selbstorganisierter Migrant*innen k\u00e4mpfen \u2013 Nein zum Rassimus! Wir wollen Gerechtigkeit!<\/strong><\/em><\/p>\n<h3 id=\"Abschnitt3\" style=\"padding-left: 30px;\"><a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/die-brigade-berta-caceres-workshops-und-arbeitskampf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 2) \u2013 Workshops und Arbeitskampf<\/a><\/h3>\n<h4><\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Seit unserem letzten Brigadebericht ist eine Woche vergangen und unser Kursprogramm ist mittlerweile in vollem Gange. Wir sind an allen drei Standorten der SOC-SAT in Almer\u00eda aktiv und dadurch mit vielen Frauen, M\u00e4nnern und Kindern in Kontakt gekommen. W\u00e4hrend dieser Zeit haben wir viele Gespr\u00e4che und Diskussionen gef\u00fchrt und auch einige Freundschaften gekn\u00fcpft. Dies hat uns einen Einblick in die verschiedenen Facetten der hiesigen Lebens- und Arbeitsverh\u00e4ltnisse gegeben.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Aufgrund einer entgegen unserer Erwartungen gro\u00dfen Nachfrage in dem seit drei Jahren nahezu ungenutzten Gewerkschaftsb\u00fcro in San Isidro legen wir mit unserer Brigade einen Fokus auf die Wiederbelebung dieses Raums. Wir bieten dort nahezu jeden Tag der Woche Sport- und Spanischkurse sowie Kurse der visuellen Kommunikation an. Diese werden vor allem von einer Gruppe aus vorwiegend marokkanischen Arbeiter*innen besucht, die wir seit dem 7. M\u00e4rz in ihrem Arbeitskampf unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Das B\u00fcro soll ein Ort f\u00fcr nachhaltige Selbstorganisation werden, was aber f\u00fcr die relativ kleine Gruppe von Arbeiter*innen und angesichts ihrer prek\u00e4ren Lebenssituation nicht einfach ist. Wir sehen f\u00fcr uns vor allem die Gefahr, in bester \u201ePolit-Tourist-Manier\u201c mit unseren Aktivit\u00e4ten etwas gro\u00df aufzublasen, was nach unserer Abreise wieder in sich zusammenf\u00e4llt. Stattdessen wollen wir helfen, eine stabile Entwicklung in Gang zu setzen, die die Menschen vor Ort selbst tragen k\u00f6nnen. Nach einigen Gespr\u00e4chen hat sich bereits eine Person gefunden, die bereit w\u00e4re, zumindest die Spanischkurse fortzuf\u00fchren. Des Weiteren ist eine Zusammenarbeit mit einer lokalen Gruppe von Podemos geplant. Dieser fehlt n\u00e4mlich derzeit ein B\u00fcro und sie haben vor, das B\u00fcro mit zu nutzen. In welcher Form es mit ihnen zu einer \u00dcbereinkunft kommt, steht allerdings noch nicht fest.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Neben unserem Kursangebot besteht ein Gro\u00dfteil unserer Arbeit in der Unterst\u00fctzung des oben beschriebenen <a href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/solidaritaetserklaerung-von-interbrigadas-e-v-mit-dem-arbeitskampf-von-22-migrantischen-arbeiterinnen-in-san-isidro-andalusien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arbeitskampfes in San Isidro<\/a>. Diese \u00e4u\u00dfert sich in erster Linie in internationaler \u00d6ffentlichkeitsarbeit und der Vernetzung mit politischen Akteuren sowie der Gestaltung von Transparenten und der Unterst\u00fctzung bei der Organisation einer Demonstration am kommenden Freitag.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Den Start f\u00fcr unsere Kursphase machten die 4 Brigadist*innen des Theaterkurses am 09. M\u00e4rz in El Ejido. Es kamen \u00fcberwiegend Frauen der Programa de la Mujer, insgesamt ca. zehn Personen. F\u00fcr die geplanten Aktivit\u00e4ten war es zun\u00e4chst sehr wichtig, einander kennenzulernen und ein Gruppengef\u00fchl zu entwickeln. Daf\u00fcr stellte sich beispielsweise jede Person mit ihrem Namen und einer individuellen Bewegung vor. So wurden die allergr\u00f6\u00dften Hemmungen abgebaut und die Stimmung gelockert. Gleichzeitig war zu sp\u00fcren, wie schwer es vielen Teilnehmer*innen fiel, aus sich herauszukommen. Um den Raum genauer zu erkunden und erste Interaktion zu erproben, f\u00fchrten wir Spiele und kleinere Schauspiel\u00fcbungen durch, die in den folgenden Stunden langsam intensiver wurden. Wir fingen an, mit den Teilnehmer*innen Emotionen durch Tonfall und Mimik zu transportieren und kleine, ausgedachte Geschichten vor den anderen als Publikum zu erz\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Ebenfalls am Abend des 09. M\u00e4rz wurde in El Ejido noch die Au\u00dfenwand im Rahmen des Kurses zur visuellen Kommunikation gestaltet. Nach einem kurzen Input \u00fcber bisherige Wandbilder im Rahmen internationaler Brigaden wurden aus vorbereiteten Motiven Stencils gebastelt und diese an die Wand gebracht. Das Ergebnis war eine gesprayte Werbetafel f\u00fcr den am Sonntag anstehenden Filmabend. Bis auf einen kurzen Aufreger, als rassistische Nachbar*innen ein Ei nach den malenden Frauen warfen (und sie verfehlten), war das ein erfolgreicher erster Tag in El Ejido.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zeitgleich fand auch unsere erste Aktivit\u00e4t im B\u00fcro in San Isidro statt. Wir malten gemeinsam mit den k\u00fcrzlich entlassenen Arbeiter*innen ein Transparent und mehrere Schilder f\u00fcr ihre Kundgebung am 10. M\u00e4rz, um vor dem Tor der Finca gegen die unrechtm\u00e4\u00dfige, politisch motivierte Entlassung zu protestieren. Diese verlief zun\u00e4chst sehr ruhig, wenn auch entschlossen und energiegeladen. Als ein (angeblicher) Vertreter des Unternehmens zu provozieren begann und die Guardia Civil rief, konnte Laura, die Rechtsanw\u00e4ltin der SOC-Sat Almer\u00eda schlichten. Seitdem stehen die Arbeiter*innen jeden Werktag ab 8 Uhr morgens vor dem Tor und warten auf ihren noch nicht ausgezahlten Lohn.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Nach dem vierst\u00fcndigen Protest am Morgen sahen wir uns am Abend zum ersten Filmabend in San Isidro. Um den Arbeiter*innen ein Beispiel f\u00fcr die Internationalit\u00e4t ihres Kampfes zu geben, zeigten wir eine spanischsprachige Dokumentation \u00fcber die Coalition of Immokalee Workers. Es handelt sich dabei um eine Basisorganisation migrantischer Landarbeiter*innen im S\u00fcdwesten Floridas, die im gleichen Landarbeitssektor und unter \u00e4hnlich prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen litten wie die Arbeiter*innen in der Region von Almer\u00eda heute. Die Dokumentation zeigt, wie mithilfe von Streiks und \u00f6ffentlichen Aktionen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Lohnerh\u00f6hungen erreicht wurden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Leider waren wir diesmal nicht ausreichend auf die Anwesenheit so vieler Kinder vorbereitet. In Kombination mit schlechter technischer Ausstattung war der Film so nur schlecht zu verstehen. Es war schwer, die Konzentration aufrechtzuerhalten, da die englischen Untertitel von den wenigsten der Anwesenden gelesen werden konnten. Aufgrund dessen gaben wir im Nachhinein einen kurzen Abriss \u00fcber den Inhalt und die zentrale Botschaft, der danach ins Arabische \u00fcbersetzt wurde.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Samstag g\u00f6nnten wir uns die erste und einzige l\u00e4ngere Auszeit der Brigade, indem die Mehrheit der Brigadist*innen in das malerische Dorf Rio del Agua fuhr, wo das kleine \u201eFestival en defensa del agua\u201c stattfand.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Da wir aus den Fehlern von Freitag gelernt hatten, warteten wir am Sonntag in El Ejido mit gutem Ton und durchgeplanter Kinderbetreuung auf. Doch auch hier gelang es den knapp 40 Besucherinnen aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse nicht, \u201ePan y Rosas\u201c (Brot und Rosen) zu folgen. Wir k\u00fcrzten den zweist\u00fcndigen Film auf die relevanten Szenen und in angemessenen Abst\u00e4nden gab Carmen, die Verantwortliche der SOC-SAT f\u00fcr die \u201eArea de la mujer\u201c, eine Zusammenfassung des Inhalts und der wichtigsten Botschaften, was wieder ins Arabische \u00fcbersetzt wurde. Wir zogen die Konsequenz, vorerst keine Filmabende mehr zu veranstalten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Montag, den 13. M\u00e4rz schlug das bisher sommerlich sonnige Wetter in immense Regeng\u00fcsse und starken Wind um. Doch auch das hielt die Arbeiter*innen und uns nicht davon ab, sich weiterhin vor dem Tor der Finca zu versammeln. Der Spanischkurs am Nachmittag war gut besucht und es wurden mit viel Hingabe erste Sprachspiele und -\u00fcbungen umgesetzt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Der Regen, der sogar einige Gew\u00e4chsh\u00e4user zum Einsturz brachte, h\u00f6rte am Dienstag wieder auf. Nachdem am Morgen bereits der Theaterkurs in El Ejido stattgefunden hatte, sollten wir am Dienstagnachmittag dort auch zum ersten Mal unseren Spanischkurs anbieten. Entgegen unserer Informationen k\u00f6nnen die meisten der knapp 30 Frauen weder lesen noch schreiben. Dieser Umstand und die Gr\u00f6\u00dfe der Gruppe f\u00fchrten dazu, dass wir die \u00dcbungen vom Vortag nicht wie gew\u00fcnscht umsetzen konnten. F\u00fcr unsere anfangs angedachten, dann jedoch verworfenen Alphabetisierungskurse besteht hier dringender Bedarf. W\u00e4hrend wir in El Ejido mit den Frauen Standardphrasen \u00fcbten und mit ihren Kindern Jonglierb\u00e4lle bastelten, wurde im B\u00fcro in Almer\u00eda unsere Videoreportage zum Arbeitskampf in San Isidro fertiggestellt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Diese sorgte bei den betroffenen Arbeiter*innen f\u00fcr gro\u00dfe Begeisterung. Wir pr\u00e4sentierten sie ihnen am Mittwoch vor Beginn des Kurses der visuellen Kommunikation in San Isidro. Von der Euphorie profitierten alle Anwesenden bei der k\u00fcnstlerischen Gestaltung des B\u00fcros. Mit einem k\u00e4mpferischen Wandgem\u00e4lde und einzelnen Bildern brachten wir neben den Aktivit\u00e4ten auch etwas Farbe in den zuvor unbenutzten Raum.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Donnerstag fand wieder der Theaterkurs in El Ejido statt. Leider lie\u00df sich bisher wenig Kontinuit\u00e4t in den Kurs bringen, da die Teilnehmenden h\u00e4ufig wechseln oder \u00fcber den ganzen Vormittag verstreut kommen. Trotzdem hatten wir gerade an diesem Tag viel Spa\u00df. Abends sollte urspr\u00fcnglich der Kurs zur visuellen Kommunikation stattfinden, doch da er sich mit Lauras Angebot zur Arbeitsrechtsberatung \u00fcberschnitten h\u00e4tte, beschr\u00e4nkte er sich auf ein Angebot zur Kinderbespa\u00dfung, w\u00e4hrend die Frauen sehr interessiert Laura zuh\u00f6rten, Fragen stellten und von ihren Arbeitsbedingungen erz\u00e4hlten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Auch am Freitag, dem 17. M\u00e4rz unterst\u00fctzen wieder einige von uns die Arbeiter*innen am Tor zum Gel\u00e4nde der Gew\u00e4chsh\u00e4user in San Isidro bei ihrem Protest. Seit einer Woche harrten sie nun mittlerweile jeden Morgen mehrere Stunden bei starkem, kaltem Wind aus. Einer der k\u00e4mpferischsten Arbeiter*innen, Mohammed, hatte uns schon mehrfach zu sich eingeladen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Ein Teil der Gruppe besuchte ihn anschlie\u00dfend in seinem Haus, um nachmittags mit den anderen im B\u00fcro der SOC-SAT in San Isidro zum interkulturellen Abend zusammenzutreffen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Als wir gerade ins B\u00fcro fahren wollten, erfuhr Mohammed vom <a href=\"#Abschnitt2\">Tode Hamid M.s<\/a> w\u00e4hrend seiner Festnahme durch die Polizei. Wir fuhren in die Stadt und begleiteten ca. 300 Menschen bei einer w\u00fctenden, aber friedlichen Demonstration bis zum Haus des Toten. An uns bzw. unsere Kameras wurden manche Erwartungen gestellt, sowohl als Tor zur \u00d6ffentlichkeit, als auch als Schutz vor der Polizei. Der Abend im B\u00fcro verging mit Momenten der Trauer, der angeregten Diskussion und der Wut \u2013 nicht zuletzt angesichts der ersten, sehr tendenzi\u00f6sen Presseberichte.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Samstagvormittag fuhren wir wieder nach San Isidro, um mit den Arbeiter*innen und anderen das weitere Vorgehen zu besprechen. Auf der Demo am Tag zuvor war die Information gestreut worden, am Sonntag finde 11 Uhr eine Kundgebung vor dem Haus des toten Hamids statt. Die Diskussion im B\u00fcro der Gewerkschaft wurde sehr emotional, als es um die Teilnahme an dieser Kundgebung ging. Da niemandem die Organisator*innen bekannt waren, musste davon ausgegangen werden, dass es sich um eine unangemeldete Demo handelte. Angesichts des unsicheren bis illegalen Rechtsstatus vieler potentieller Teilnehmer*innen, angesichts des rigiden neuen Versammlungsgesetzes in Spanien (auch \u201eley mordaza\u201c, also Knebelgesetz genannt) und angesichts der aufgeheizten Stimmung am Vortag erachteten \u00e4ltere Gewerkschaftsvertreter*innen die Teilnahme als gro\u00dfe Gef\u00e4hrdung. Indes stand fest, dass die Demo stattfinden und sich hunderte Menschen beteiligen w\u00fcrden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Gegen Mittag fuhren einige von uns mit Vertretern der Gewerkschaft zu der Familie von Hamid M., um sie ausf\u00fchrlich zu ihrer Version der Vorf\u00e4lle vom Freitagnachmittag zu befragen und sie zum weiteren Vorgehen ihrerseits zu beraten. Abends lud Mohammed die gesamte Brigade zu sich nach Hause ein, wo er und seine Frau uns k\u00f6niglich mit marokkanischem Essen bewirteten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am Sonntag, dem 19. M\u00e4rz fuhren zwei Brigadist*innen mit Carmen und Laura von der SOC-SAT und Mohammed nach Granada zur andalusienweiten Versammlung der Gewerkschaft, wo Mohammed \u00fcber den Arbeitskampf in San Isidro berichtete.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Der Rest der Gruppe fuhr zur Kundgebung nach San Isidro. Anders als bef\u00fcrchtet, handelte es sich um eine angemeldete Standkundgebung, offensichtlich haupts\u00e4chlich von der \u00f6rtlichen Moschee organisiert. Die \u00fcber 800 Teilnehmer*innen demonstrierten laut gegen Rassismus und Gewalt, f\u00fcr Respekt und friedliches Zusammenleben. Auch \u00fcber die marokkanische Community hinaus solidarisierten sich Migrant*innen mit der Familie des Toten. Spanier*innen waren kaum anwesend. Die Kundgebung war stark religi\u00f6s gepr\u00e4gt, wohl nicht zuletzt, weil es sich um eine Trauerveranstaltung handelte. Aber als das Organisationsteam einem Redner das Wort entzog, weil er ihnen zu politisch wurde und die Thematisierung der Lebensverh\u00e4ltnisse migrantischer Arbeiter*innen ihnen hier fehl am Platz erschien, emp\u00f6rte sich die Menge lautstark. Kurzerhand setzten sie den Redner einem anderen auf die Schultern, wo ihm das Mikrofon nicht mehr weggenommen werden konnte.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Abends fand in El Ejido noch ein gemeinsamer Kochabend mit den Frauen der Area de la mujer statt. Wir machten mit ihnen Kartoffelsalat, sie kochten mit uns drei verschiedene Tajines. Die Stimmung war ausgelassen, nur der Kartoffelsalat kam nicht gut an, weil auf der verwendeten Majo auch Wei\u00dfweinessig als Zutat vermerkt war \u2013 der Salat also Alkohol h\u00e4tte enthalten k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Es ist viel los in der Provinz Almer\u00eda. Mit dem Arbeitskampf in San Isidro und dem Tod von Hamid M. sind zwei unvorhersehbare Ereignisse eingetreten, die uns emotional nahegehen und politisch als sehr wichtig erscheinen. Wir investieren daher neben unserem ohnehin straffen Kursprogramm viel Zeit auch in diese Konflikte, soweit wir das aus unserer Position heraus k\u00f6nnen, ohne ungewollt bevormundend zu agieren oder Abh\u00e4ngigkeiten zu schaffen. Wir bleiben gespannt, was sich noch bewegt!<\/em><\/p>\n<h3 id=\"Abschnitt4\" style=\"padding-left: 30px;\"><a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/die-brigade-berta-caceres-demo-wandbild-besetzung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Brigade Berta C\u00e1ceres (Teil 3) \u2013 Demo, Wandbild, Besetzung<\/a><\/h3>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">Volles Programm in allen St\u00e4dten<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Nachdem gerade durch den <a href=\"#Abschnitt2\">Tod Hamid M.s<\/a> die letzten Tage des zweiten Brigadeberichts sehr turbulent und voll unvorhergesehener Ereignisse waren, lie\u00df sich die Woche ab dem 21.3. wieder etwas ruhiger angehen, wenn auch nicht weniger arbeitsreich. Jeden Tag fanden in einem oder mehreren der drei Gewerkschaftsb\u00fcros Kurse f\u00fcr Spanisch, visuelle Kommunikation oder Arbeitsrecht mit bis zu 40 Teilnehmer*innen statt. Der Theaterkurs wurde, entsprechend der Bed\u00fcrfnisse der Teilnehmer*innen und angesichts des sehr z\u00f6gerlichen Fortschritts, mehr und mehr zum Sprachkurs umgestaltet. Zu den meisten dieser Angebote wurde zudem Kinderbetreuung organisiert \u2013 bei bis zu 20 aufgekratzten Kindern wohl die anstrengendste unserer Aufgaben. Neben unserem sich weiter vertiefenden Verh\u00e4ltnis zu den Menschen an jedem Ort waren auch die Massen an Geb\u00e4ck oder die gro\u00dfen, mit Couscous, Fleisch und Gem\u00fcse gef\u00fcllten Tajines, die sie uns st\u00e4ndig mitbrachten, ein deutliches Feedback. Immer wieder wurden vormittags auch die entlassenen Arbeiter*innen von San Isidro unterst\u00fctzt, die weiterhin jeden Tag mehrere Stunden vor dem Eingang zu den Gew\u00e4chsh\u00e4usern (mittlerweile kurz \u201ePuerta\u201c genannt) verbrachten, um symbolisch ihren Protest gegen ihre <a href=\"http:\/\/www.interbrigadas.org\/solidaritaetserklaerung-von-interbrigadas-e-v-mit-dem-arbeitskampf-von-22-migrantischen-arbeiterinnen-in-san-isidro-andalusien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unrechtm\u00e4\u00dfige Entlassung und die Vorenthaltung ihres Lohns<\/a> zum Ausdruck zu bringen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Parallel zu alldem verwirklichten wir in dieser Woche eines der gr\u00f6\u00dften Projekte der Brigade: Eine \u00fcber 30 m breite Wand am Fu\u00dfballplatz von San Isidro wurde vollst\u00e4ndig mit einem gro\u00dfen Mural zu Fu\u00dfball und gegen Rassismus bedeckt. Nachdem uns kleinkarierte Nachbar*innen in El Ejido Stunk daf\u00fcr gemacht hatten, dass wir die h\u00e4ssliche Au\u00dfenwand des B\u00fcros versch\u00f6nert hatten, bot dieses sehr viel gr\u00f6\u00dfere Wandbild eine gute Kompensation. Hin und wieder unterst\u00fctzt von unseren Freund*innen aus San Isidro und Kindern des Fu\u00dfballvereins \u201eComarca de Nijar\u201c erweckten wir die einheitlich wei\u00dfe Wand in drei Tagen zum Leben.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">Zum Arbeitskampf mit Agrupaejido<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Unser kleines Rechercheteam versuchte derweil die SOC-SAT insofern zu unterst\u00fctzen, als es sich einige der Arbeitsvertr\u00e4ge der 22 entlassenen Arbeiter*innen anschaute, sie dokumentierte und deren Geschichte innerhalb des Unternehmens festhielt. Dabei fiel auf, dass die Arbeiter*innen zwar schon bis zu acht Jahre in den gleichen Gew\u00e4chsh\u00e4usern arbeiteten, allerdings \u00fcber die Jahre von unterschiedlichen Firmen angestellt wurden. Da Informationen \u00fcber Juarez y Maldonado S.L., das Unternehmen, das sie letzten Endes entlassen hatte, kaum zug\u00e4nglich waren, fiel unser Blick auf die vorigen Firmen und ihre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Dabei wurde klar, dass viele pers\u00f6nliche Verbindungen zwischen den Arbeitgebern und Agrupaejido bestehen. So tauchte beispielsweise der derzeitige Pr\u00e4sident von Agrupaejido, Cicilio Guill\u00e9n, als Arbeitgeber in einem der \u00e4lteren Arbeitsvertr\u00e4ge auf. Das weckte umso mehr unser Interesse, als Agrupaejido eine der gr\u00f6\u00dften Firmen im Gem\u00fcsesektor in ganz Spanien ist. Das Unternehmen ist im Bereich der Abpackung, Vermarktung und des Weiterverkaufs t\u00e4tig. Nur der Anbau wird nicht von ihm, sondern von unscheinbaren Unternehmen wie Juarez y Maldonado S.L. \u00fcbernommen, gegen die aufgrund der st\u00e4ndig wechselnden Namen nur schwer rechtlich und politisch vorgegangen werden kann. Mit diesen neuen Erkenntnissen beschlossen die Arbeiter*innen und die SOC-SAT, eine Kundgebung vor dem Firmensitz von Agrupaejido f\u00fcr Freitag, den 24.3. anzumelden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Am Mittwoch davor besuchten zwei Brigadist*innen zusammen mit Mohammed, einem der 22 entlassenen Arbeiter*innen aus San Isidro, mehrere Lokale in verschiedenen kleinen Ortschaften im Plastikmeer um El Ejido. Dort warben sie f\u00fcr die Kundgebung am Freitag. \u00dcberall wurde den Dreien gro\u00dfes Interesse entgegengebracht, die gr\u00f6\u00dftenteils marokkanischen Arbeiter in den Teestuben f\u00fchlten sich angesprochen und konnten eigene, \u00e4hnliche Erfahrungen erg\u00e4nzen. Mohammed betrachtete das Ganze dennoch sehr n\u00fcchtern: Immer w\u00e4ren alle sich \u00fcber die Probleme einig, etwas tun w\u00fcrden dann aber doch die Wenigsten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zur Kundgebung am Freitag kamen dann schlie\u00dflich immerhin ca. 50 Menschen, mitten ins Gewerbegebiet von La Mojonera vor den protzigen Firmensitz von Agrupaejido. Neben den betroffenen Arbeiter*innen und der Brigade waren Vertreter*innen der SOC-SAT und von Podemos anwesend sowie einige Leute aus El Ejido, vor allem Frauen der \u201eArea de la Mujer\u201c. Zwei Stunden lang zog die Kundgebung lautstark den Unmut der Firmenleitung auf sich, von der sich immer wieder Einzelne hinter der verspiegelten Glasfassade versammelten und argw\u00f6hnisch auf die Schar herabblickten.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">(Offizieller) Abschied der Brigade<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Zu Beginn der n\u00e4chsten Woche wurde es dann schon Zeit f\u00fcr die Abschiedsveranstaltungen, denn das offizielle Ende der Brigade stand unmittelbar bevor. Am Montag, dem 27.3. luden wir beim morgendlichen Besuch der \u201ePuerta\u201c f\u00fcr abends ins Gewerkschaftsb\u00fcro in San Isidro ein \u2013 mit dem ausdr\u00fccklichen Verweis, diesmal kein Essen mitzubringen! So konnten wir uns endlich mit einem eigenen gro\u00dfen Buffet revanchieren und zeigten zum Schluss eine Bilderpr\u00e4sentation des vergangenen Monats, in dem gerade in San Isidro ein Ereignis das andere gejagt hatte. Der Abschied dann wurde sehr emotional, alle Seiten sp\u00fcrten, wie nah uns diese turbulente Zeit einander gebracht hatte.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Am n\u00e4chsten Tag in El Ejido wurden Theater- und Arbeitsrechtskurs abgewandelt, um ebenfalls eine Abschiedsveranstaltung durchzuf\u00fchren, an deren Ende sich lange beieinander bedankt und alles Gute f\u00fcr die Zukunft gew\u00fcnscht wurde \u2013 wenigstens bis zur n\u00e4chsten Brigade. Schon ziemlich ersch\u00f6pft g\u00f6nnten wir uns direkt im Anschluss noch eine Versammlung mit den Gewerkschafter*innen, um die Brigade auszuwerten und uns dann auch von ihnen zu verabschieden.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">Besetzung der Finca \u201eCerro Libertad\u201c<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Nach dem offiziellen Ende unserer Brigade am 30. M\u00e4rz beschlossen f\u00fcnf Teilnehmer*innen, in Andalusien zu bleiben, um die Besetzung der Finca Adarves Altos bei Ja\u00e9n zu begleiten. \u00dcber 100 Tagel\u00f6hner*innen und Gewerkschafter*innen der SOC-SAT verschafften sich am Vormittag des 1. April Zugang zu dem etwa 75 Hektar gro\u00dfen Anwesen. Die Bank BBVA hatte die Finca vor f\u00fcnf Jahren \u00fcbernommen. W\u00e4hrend sich das Grundst\u00fcck in ein Spekulationsobjekt verwandelte, fiel das Land brach und die etwa 6500 Olivenb\u00e4ume verwilderten. In der Provinz Ja\u00e9n, die von Tagel\u00f6hnertum w\u00e4hrend der Olivenernte und sonst grassierender Arbeitslosigkeit gepr\u00e4gt ist, scheint dieser Umstand umso grotesker. Die Besetzer*innen machten sich sogleich an die Arbeit, die Spuren der Vernachl\u00e4ssigung zu beseitigen und die Finca wiederherzurichten.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Gleichzeitig hatten sich weitere 100 Gewerkschafter*innen in der nahegelegenen Provinzhauptstadt zu einer Kundgebung versammelt, um die Sicherheitskr\u00e4fte von einer R\u00e4umung abzulenken. Lediglich eine Streife wagte sich auf die Finca, wo sie jedoch nicht eingriff und sich nach kurzer Zeit, von Sprechch\u00f6ren der Besetzer*innen begleitet, zur\u00fcckzog. Das Datum der Besetzung f\u00e4llt auf den ersten Jahrestag der Inhaftierung von Andr\u00e9s B\u00f3dalo, eines lokalen Gewerkschaftsaktivisten, der im Vorjahr unter fadenscheinigen Anschuldigungen festgenommen wurde. Die Gewerkschaft fordert seine sofortige Freilassung. In diesem Zusammenhang wurde die Finca kurzerhand in \u201eCerro Libertad\u201c \u2013 Berg der Freiheit \u2013 umbenannt. Es ist vorgesehen, die Finca langfristig kollektiv und solidarisch zu bewirtschaften, um arbeitslosen Tagel\u00f6hner*innen der Region eine w\u00fcrdige Existenzgrundlage zu bieten.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">Demo gegen Rassismus und Polizeigewalt<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Von Ja\u00e9n aus kehrten wir noch einmal nach San Isidro zur\u00fcck. Am Sonntag, dem 2. April wurde zu einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt anl\u00e4sslich des Todes von Hamid M. aufgerufen. Zwar lag der konkrete Anlass schon mehr als zwei Wochen zur\u00fcck, jedoch war es aufgrund des repressiven spanischen Versammlungsrechts nicht m\u00f6glich, eine zeitn\u00e4here Demonstrationsgenehmigung zu erhalten. Unsere Bef\u00fcrchtung, dass die mittlerweile verstrichene Zeit seit dem ersten Aufschrei die Leute wieder in die sonst allt\u00e4gliche Resignation und Lethargie zur\u00fcckversetzt h\u00e4tte, schien sich anfangs zu best\u00e4tigen: Kaum mehr als zwanzig Personen fanden sich zum Auftakt der Demonstration ein. Jedoch taten die Teilnehmer*innen, wenn auch gering an der Zahl, ihre \u00dcberzeugung umso lautst\u00e4rker kund. So geschah hier tats\u00e4chlich das, was in Deutschland nur eine plakative Parole ist: Die Leute lie\u00dfen das Glotzen sein und reihten sich in die Demo ein! Der Demonstrationszug wuchs innerhalb kurzer Zeit auf \u00fcber 300 Menschen an (in einem Ort von knapp 6000 Einwohnern) und verbreitete die Losung \u201eWir fordern Gerechtigkeit\u201c aus voller Kehle. W\u00e4hrend der Abschlusskundgebung vor dem Haus des Verstorbenen brachten einige Teilnehmer*innen in spontanen Redebeitr\u00e4gen ihren Unmut zum Ausdruck. Dabei machten sie deutlich, dass es ihnen nicht nur um den Einzelfall geht, sondern um das Strukturelle: Allt\u00e4glicher Rassismus auf allen Ebenen \u2013 Dem\u00fctigung durch die Polizei, Vernachl\u00e4ssigung im Krankenhaus, Entmenschlichung auf der Arbeit. Auch die Erkenntnis, dass dieser Kampf nur gemeinsam und solidarisch gef\u00fchrt werden kann, wurde von unterschiedlichster Seite betont.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"padding-left: 30px;\">(Endg\u00fcltiger) Abschied der Brigade<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Mit diesen kraftvollen Eindr\u00fccken verabschiedete sich die Brigade Berta C\u00e1ceres nun endg\u00fcltig auch aus San Isidro, von den k\u00e4mpfenden Arbeiter*innen und all denen, die sich hier tagt\u00e4glich gegen ihre Ausbeutung und ihre rassistische Unterdr\u00fcckung zur Wehr setzen m\u00fcssen. F\u00fcr uns h\u00f6rt die praktische Solidarit\u00e4t damit aber keineswegs auf: Bereits w\u00e4hrend der Brigade haben wir auf Wunsch unserer Freund*innen aus San Isidro begonnen, durch die Ver\u00f6ffentlichung von Artikeln und Interviews in deutschen Zeitungen (Junge Welt vom <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/308016.widerstand-im-plastikmeer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">28.<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/308086.%C3%BCber-einzelfall-hinaus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">30.3.<\/a>) eine breitere \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr ihren exemplarischen Fall zu schaffen. Diese Arbeit werden wir in den n\u00e4chsten Wochen in verschiedenen anderen Zeitungen fortsetzen. Auch f\u00fcr uns stellte das eine gute M\u00f6glichkeit dar, unsere bisherigen Erkenntnisse \u00fcber die wirtschaftliche, politische und rechtliche Situation zu strukturieren, um in Zukunft noch besser auf sie zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Wir bleiben eng verbunden mit den Menschen, die wir hier in Almer\u00eda so gut kennen- und zu sch\u00e4tzen gelernt haben, und freuen uns, nach der Auswertung dieser Brigade schon mit den Planungen der n\u00e4chsten beginnen zu k\u00f6nnen!<\/em><\/p>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:center \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5771?pdf=5771\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> PDF<\/a>\n\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5771 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-en_GB sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5771')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5771').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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